Der Westweg

im Herbst zu Fuß durch den Schwarzwald

Autor: Jeannette (Seite 1 von 7)

Berge satt & Sommer Sonne Bienen im Breisgau

Nachdem wir eine herrlich ruhige Nacht auf dem Grand Ballon hatten konnten wir die klare Sicht beim Starten in den Tag genießen. Das einrollen in den letzten Tag verlief so friedlich, dass wir fast nicht weg wollten.

Der Petit Ballon ist auch noch einmal ein eher unspektakulärer Berg aber wieder eine grandiose Aussicht von da „oben“. Die Abfahrt allerdings nicht ganz so einfach, da es mal wieder ziemlich steil nach unten ging. Schade, denn das ist so keine Belohnung für das Rauffahren. Nach ein paar weiteren Höhenmetern und Bodenwellen hatten wir es fast geschafft. Die Berge lagen nun hinter uns und so haben wir noch eine letzte Mittagspause in einer kleinen Auberge gehabt. Schaut mal genau das Bild mit dem Panache😎an. Und nach dieser Stärkung ging es dann runter in den Breisgau wo uns eine Hitze empfang…

Ja wenn es die ganzen Tage bei uns so eine Temperatur gehabt hätte…..dann hätten wir wohl abgebrochen aber so war es immer angenehm in den Bergen und wir konnten gut fahren.

In Breisach haben wir noch einen kurzen Eisstopp mit Johannisbeerschorle eingelegt bevor es dann über den Tuniberg nach Freiburg ging. Puh wirklich was für eine Affenhitze….und der krönende Abschluss war dann noch, dass ich von einer Biene gestochen worden bin…8km vor Schluss und das während dem Radeln. Nun es brennt immer noch und ist geschwollen. Aber ich will nicht jammern…. schließlich haben wir ganz anderes durchgestanden 😉.

Zum Schluss mussten wir zugeben, dies Unterfangen war eines der härtesten was wir mit dem Rad unternommen haben und trotzdem es war grandios, hart, schön, erlebnisreich und eine enorme Erfahrung was den Willen aber vor allem unsere wunderschöne Gegend angeht. Die ist nämlich wirklich toll und man muss nicht immer weit fahren um etwas zu entdecken.

Ein herrlicher Urlaubstag

Das findet ihr bestimmt komisch, dass wir nach 4 Tagen von einem Urlaubstag schreiben. Aber nachdem wir nun, angekommen am Grand Ballon, bei einem Bierchen den Tag Revue passieren lassen, kam uns beiden sofort in den Sinn, dass heute der erste Urlaubstag war. Nicht falsch verstehen, aber die letzten Tage waren eher sportlich und nicht so sehr mit Urlaubsfeeling verbunden.

Den Tag könnte man heute mit Auf, ab, auf ab und auf beschreiben aber das wird diesem Tag nicht gerecht. Wir hatten unbeschreiblich schöne Ausblicke und Strecken heute. Bis auf zugegeben der Weg zum Grand Ballon den wir kennen und der immer schlechter wird….ausgewaschen mit lösen Kieselsteinen und grossen Löchern…kein Vergnügen. Aber dafür wird man mit einem unglaublichen Panorama belohnt und wir dürfen es heute richtig genießen da wir hier übernachten.

Erwähnenswert ist noch der Col de Page…eine kleine Waldstrasse führt hinauf, wenig befahren aber unglaublich friedlich. Dort kamen wir mit einem sehr netten französischen Ehepaar ins plaudern. Er konnte ein wenig Englisch und so haben wir über die tollen Möglichkeiten die die Gegend zu bieten hat gesprochen, da sie auch sehr begeisterte Radfahrer sind.

Und zu einem guten Urlaubstag gehört auch eine nette Rast zwischendurch. Die haben wir kurz vor dem letzten Anstieg zum Grand Ballon gehabt…was sehr putzig war eine kleine Runde Elsässer Männer (nicht mehr taufrisch) beim Bier/ Wein und das Mittag um 2:00. Die haben aber vermutlich schon früher angefangen…da ist die Welt echt noch in Ordnung.

Morgen nun noch der kleine Ballon und dann geht es auch schon zurück nach Freiburg.

Spektakulär unspektakulär

Heute morgen hatten wir Gummi-Beine und einen alten Bekannten an unserer Seite, ihr ahnt es schon…der liebe Gegenwind. Hin und wieder war er schon da, aber nicht so penetrant. Ich hab wirklich gedacht, dass wir erst sehr spät am Zielort ankommen werden, aber der Tag wurde dann doch besser wie zunächst vermutet.

Wir fuhren heute durch viel Hügelland, die burgundische Pforte.. vermutlich war die auch für den Gegenwind verantwortlich. Ihr wisst ja, da kommt unser Wetter her.

Eigentlich ist heute nicht viel passiert ausser sehr viel Strecke und einem Aufstieg der sich wieder mal gewaschen hatte. Da war kurzzeitig angesagt, wer sein Fahrrad liebt der schiebt..

Der Ballon de Servance selber ist ja eine eher nüchterne Erscheinung, aber es war ganz ruhig und vor allem ein sehr wenig befahrener Berg. Fazit, es war zu schaffen und wirklich schön so durch die französischen Dörfer zu fahren. Mal etwas schöner hergerichtet dann aber wieder hmm kaum zu beschreiben, eben französisch.

Le Chasseral

Der Tag startete früh und mit einem leckeren Frühstück bei Bernhard. Bei dem haben wir nämlich gestern übernachtet, B&B mässig. Ein lustiges Kerlchen, der Bernhard. Er hat eine große WG, denn er hat neben den Durchreisenden wie wir auch noch Gastarbeiter an die er Zimmer vermietet in seinem Bauernhaus mit großem Garten.

Der Aufstieg zum dominierenden Highlight dieses Tages wird uns nicht leicht gemacht, aber eines ist zumindest bei mir heute klar….meine Beine sind nicht mehr aus Gummi. Das ist toll und zieht sich trotz Anstrengung bis zum Ende des Tages durch. Mir und meinen Beinen geht es gut und auch Martin gewöhnt sich an die Anstrengung.

Auch wenn ich es vielleicht noch nicht oft erwähnt habe, aber die Streckenführung ist toll. Die kleinen Dörfer im Hochplateau zwischen Mittelland und Chasseral waren noch so ursprünglich und wenig Tourismus. Die Kuhglocken bimmelten und hier ist die Welt noch in Ordnung. Herrlich dort durchtukurbeln, denn von Verkehr keine Spur.

Eines dieser Dörfer war Lamboing – Wer von euch kennt es denn auch? Vielleicht nicht unbedingt vom durchfahren, aber aus einem bekannten Stück der Weltliteratur.

Nun die Anstiege haben es wirklich in sich und doch lohnen sie sich, denn die Ausblicke oder wie z.b die letzte Abfahrt nach St. Hippolyte…einfach grandios. La Goule ist wirklich noch erwähnenswert, man fährt eine kleine Straße im guten Schuss runter…immer wieder tolle Ausblicke auf den Doubs und dann unten angekommen…oh wie komme ich hier wieder raus?????Einfach…man/frau schiebt sein geliebtes Fahrrad eine Rampe von mehr als 20% hoch und freut sich endlich oben angekommen zu sein.

Morgen geht es zum Ballon de Servance….eher ein Transfertag, wo wir auch wieder den Doubs queren werden. Ich muss gestehen, ich habe höchsten Respekt für alle Brevetfahrer die dies in einem Rutsch fahren…2,5 Tage… unvorstellbar.

Bilder Tag 2 Fortsetzung

Bilder zu Tag 2

Glühende Waden & Bremsen

Wir sind nicht so früh aufgebrochen wie wir eigentlich wollten, da wir einfach nach dem anstrengenden Tag gestern noch nicht wieder fit waren. Und das sollte sich heute irgendwie auch nicht mehr ändern….

Am Morgen fuhren wir im hügeligen Baselbiet herum, das ging rauf und runter…puh. Kurz vor Läufelfingen haben wir dann eine kleine Verschnaufpause eingelegt und kamen mit Urs Hirtli ins Gespräch. Der kam aus dem Nachbardorf und wollte nur schnell mit dem Hund Gassi gehen. Und zum Schluss unseres äußerst netten Ratschens wurde eine Kaffeeinladung ausgesprochen, mal schauen vielleicht klappt das Mal.

Dann kam zum Aufstieg des Bölchens noch ein echtes Highlight des Tages…20% Steigung. Ich staune immer wieder woher man/frau in den Momenten die Kraft hernimmt…aber es hat funktioniert…keiner ist vom Rad gefallen. Nicht lachen, da fahr ich noch zwischen 2.5- 4km/h. Da braucht nur ein Auto kommen und du musst absteigen. Ich komme da nur sehr schwer aus dem Klick raus….. Oben am Bölchen sind wir noch 2jungen Franzosen begegnet, welche heute in Mulhouse gestartet sind und nach Rom wollen. Da haben wir gleich noch ein paar Tipps gegeben, denn 2016 sind wir ja auch nach Rom geradelt. Sie halten sich aber etwas länger in der Schweiz auf mit ca. 8000 hm und wollen nur 14 Tage verbraten…also es geht wirklich immer noch mehr und wir sind eher die Weicheier 😊.

Das passt auch gut zum letzten Anstieg, dem Weissenstein. Man hat einen grandiosen Ausblick ins Mittelland. Wow, aber diesen bezahlt man mit einem unverschämten Anstieg über 15% Steigung und das mind. 5km lang. Ich musste irgendwann kurz vor dem Gipfel absteigen…die Waden haben buchstäblich geglüht. Mein Empfinden ist gerade das ich doppelt so dicke Oberschenkel habe😎

Leider war die Abfahrt kein Vergnügen, denn die andere Seite ging es 20% wieder runter. Nun da haben dann die Bremsen geglüht…….wir wollen uns nicht beschweren, dat haben wir uns schließlich ausgesucht. Es ist tatsächlich eine Herausforderung.

Nun wollten wir noch etwas Energie nachtanken und mussten leider feststellen, in Lengnau herrschen schwedische Verhältnisse…OK sicher Corona geschuldet aber trotzdem. Sind im Pizzabringdienst gelandet..ist aber lecker.

Morgen geht es nun zu neuen Ufern wo wir die Landschaft nun noch nicht kennen. Sind gespannt und hoffen auf eine regenerative Nacht.

Bilder Schwarzwald pur

Schwarzwald pur

Ihr werdet jetzt bestimmt sagen, das hätten sie doch einfacher haben können, denn unser heutiges Etappenendziel ist Laufenburg am schönen Rhein und wäre direkter Weg von Lö/Rü nicht ewig weit weg gewesen. Unser Vorhaben in der sportlichen Variante für mich unvorstellbar und selbst die Touristik Variante hat es ja in sich. Ich habe großen Respekt davor, das haben wir so vorher auch noch nie gemacht.

Um 05:00 klingelte der Wecker und dann wurde noch das Vesper vorbereitet und schon ging es los mit dem Rad nach Eimeldingen, um den Zug nach FR zu erwischen. Der Startpunkt war ja das Martinstor und wir mussten Massen von Scherben der nächtlichen Orgie im Bermudadreieck ausweichen.

Als Erstes galt es ja den Schauinsland zu erklimmen und es herrschte schon reger Rennradbetrieb. Zu mir gesellte sich für ein paar Augenblicke ein Radler, der heute einen Everest fährt…ja richtig… heisst übersetzt 8*den Schauinsland fahren um zum Schluss dann 8848 Höhenmeter zu haben, hmm da bin ich mir nicht sicher ob er sich nicht verrechnet hat und es 9* sein müssten. Also ihr Lieben…schlimmer geht immer😉

Oben am Schauinsland gab es dann eine tolle Überraschung die sich bis zum Belchen hielt. Wir haben Urban, den Streckenchef vom Ara FR getroffen und er hatte so Lust zum Fahren/quatschen das er uns bis zum Belchen begleitete. So konnten wir erfahren wie die Strecke entstanden ist, quasi in einer Nacht und Nebelaktion und 14Tage später war sie schon genehmigt von der Sophie Matter…ich kenn sie nicht, sie muss aber nee Nummer sein beim „Weltverband der Brevetfahrer“.

Ich muss Euch sagen unser „Ländle“ ist schon schön und wir kannten von eigenen Ausfahrten den Teil des südlichen Schwarzwaldes durch den wir heute kamen. Ich finde es einfach nur erholsam für Herz und Auge wenn man denn die Berge erklommen hat ins Tal zu schauen…

Nun sind wir rechtschaffen müde und morgen liegt wieder ein anstrengender Tag vor uns. Dann geht es in die Schweiz, wo wir auch schon einige Strecken kennen.

Und einen netten Absacker gab es auch noch, quasi um die Bettschwere zu untermauern und um ehrlich zu sein, dass geht so ja nicht in der sportlichen Variante😎. Da bin ich dann doch zu sehr Geniesser und Martin ja auch.

Areuse Schlucht

Wir waren im Jahr 2000 zur Expo mal in Neuchatel und haben seit dem wir ja mit dem Fahrrad die längeren Brevets mit fahren den Schweizer Jura entdeckt. Daher habe ich letzte Woche auch sofort daran gedacht ectl.noch ein paar Tage dort hin zu fahren…. und siehe da, ein lohnendes Ziel.Unsere erste Wanderung heute ging durch die Areuse Schlucht, die wir Flussaufwärts gelaufen sind. Das hatte zwei Gründe, zum einen nicht zu früh in die angekündigte Wirtschaft am Wegesrand einkehren zu müssen (nach 4km schon, ne viel zu früh) und zum anderen wollten wir noch etwas mehr Anstrengung dabei haben. Und das hat auch wunderbar funktioniert. Da wir von unserer Ferienwohnung dann auch noch gelaufen sind und nicht den Bus genommen haben, kamen dann doch 17km und etliche Höhenmeter zusammen.Und was für eine schöne Schlucht…auf der meisten Strecke mit viel Schatten und einigermaßen „kühlen“Temperaturen. Wenig belaufen, zumindest heute so unter der Woche. Das Wasser war herrlich kühl, jedoch deutlich wärmer als die Adria.

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