42 Mal von hüben nach drüben

Monat: September 2025 (Seite 2 von 2)

Sonne, Sommer, Sonnenschein

Wahnsinn, gestern ging irgendwie gefühlt die Welt unter und heute war es so als wenn nie etwas gewesen wäre.

Nach einem leckeren Frühstück ging’s los…auf zum Reschenpass. Stetig ging es bergauf, nichts nennenwertes aber es ging hoch. Hier und da schon eine gute Steigerung, die aber mit einer kleinen Abfahrt meistens belohnt wurde.

Am Inn entlang, mega schön und immer wieder querten wir den Inn über schöne alte Holzbrücken. Auch die Dörfer wieder, eines schmucker wie das andere. Es war klar daß es heute noch einmal anstrengend wird, aber dasxrad von Gerhard ist wieder fit und so hab ich den Zug von vorne deutlich gespürt. Die erste Rast an einem schönen Kirchplatz war erst nach 52km gestattet.

Und dann kamen noch die 11 Kehren rauf nach Nauders, wo wir einfach stehen geblieben sind und im Gasthaus Martha eingekehrt sind. Mit Sauna und Dampfbad, die sie auf Nachfrage für uns angestellt haben. Herrlich, das hat gut getan. Nach dem Gerhard gestern registriert hat das wir ja nicht den kommenden Mittwoch nach Hause müssen sondern wir noch ab jetzt gut 1,5wochen haben können wir ja auch etwas langsamer machen und dort anhalten wo es gerade passt.

Fernpass, was für eine Herausforderung

Kaum lagen wir gestern in der Falle kam der Regen mit Gewitter. Nun das war uns herzlich egal, Hauptsache morgen bleibt es trocken. Nun dem war nicht ganz so, morgens sind wir im niesel niesel Wetter los geradelt, kurzer heftiger Schauer und dann war es mal für 2h trocken bis es genau bei der Überquerung des Fernpasses nochmals alles gegeben hatte. Puh waren wir nass.

Ich muss gestehen, ich hatte Respekt vor dem Fernpass. Nicht nur weil ich gerade nicht in top Form bin sondern die Beschreibung im Radlbuch klang nach einem Weg der nicht so ganz für mich und mein Rad gemacht ist.

Und so war es dann auch, wir haben es geschafft aber fragt nicht.. was für ein Weg. Respekt vor den Römern, die diese Tortur auf sich genommen haben.

Ich war ja gut ausgestattet aber auch meine Regenkleidung war durch.

Bei Gerhard hat es eine selbstgebastelte Mülltüte mit Kopf und Atemausschnitten getan. Aber das war noch nicht alles, leider ist Gerhards Kette gerissen und so musste er erstmal die letzten 9km nach Imst das Radl so mit einem Bein auf der Pedale anschiebend rollern und einen Fahrradladen finden. Dank Google wohl kein Problem und war auch schnell fertig. Gegen 16:45 haben die schon angerufen das es fertig ist.

Es war eine kurze Etappe von gut 57 km und knapp 1000 hm, aber es fühlt sich an wie mehr….

Mal schauen wie es uns morgen gehen wird. Dann ist der Reschenpass dran und wir werden wohl dort oben auf 1600 hm übernachten und dann am nächsten Tag nach Bozen runter. Dann wird ein Ruhetag eingelegt und dem Özi ein Besuch abgestattet.

Ich weiß nicht ob ich morgen Abend WLAN habe, vermutlich erst wieder in Bozen.

Perfekter Radl Tag

Heute ging es fast nur auf asphaltierten Straßen durch das schöne bayrische & Allgäuer  Alpenvorland. Erst noch am morgen waren die Bergketten der Alpen recht klein und klar aber sie rückten im Laufe des Tages immer dichter in den Blick.

Nun wir sind heute über unser Etappenziel hinaus geradelt. Es sollte ja Füssen werden, das wären 80 km gewesen doch da es morgen droht ein etwas nasser Tag zu werden wollten wir noch etwas weiter kommen. Und es gab noch einen weiteren Grund, da wir ja nicht vorgebucht hatten waren die Preise in Füssen sehr hoch, zumindest wir wollten dies nicht zahlen. So ging es eben noch ein bisschen weiter.

Das schönste heute war allerdings bei Kilometer 40. Da kamen wir an einem Rastplatz vorbei, da saßen schon eine kleine Radlgruppe und schwätzen und lachten. Es gäbe Selbstbedienung in der Hütte und gehen eine Spende hatte man hier nix auszusetzen. Wir wurden auch gleich an den Tisch gebeten und in die Gespräche aufgenommen. Es stellte sich heraus, das der Besitzer auch mit am Tisch saß und er erzählte das die Hütte die Idee von seinem Sohn war. Der lebt mit seiner Frau und seinen 5 Kinder auch auf dem Hof und ist Landwirt. Aber er schnitzt sehr gerne und so wurde noch viel Deko dazu gestellt, was für ein gastlicher Ort. Auch eine kleine eigene Kapelle besitzt die Familie. Der Gastgeber selber, Hans ist in diesem Jahr 90 geworden,das sieht man ihm nicht an. Respekt.

Füssen hat uns auch super gefallen und nun sind wir in Reutte am ehem. Zollpunkt der Via Claudia Augusta. Ebenso haben wir wieder einen Meilenstein besichtigt. Was ich super finde, an vielen Punkten auf dem Weg findet man Informationstafeln, wo vermittelt werden soll wie das Leben an der Via Claudia Augusta war im Zeitraum von 2000 Jahren.

Morgen soll es über den Fernpass dann nach Imst gehen.

Römische Schotterpisten

Was für ein erster Fahrtag. Er führte uns viele viele Kilometer nur auf Schotter ans Ziel und wenn mal wieder eine schöne geteerte Straße dazwischen war, konnte man es in Zahlen sehen wie viel langsamer und somit auch anstrengender diese sog. Radwege waren. Mind. um 4-6km/h und das ist enorm. Insgesamt sind 113km und rund 700hm zusammen gekommen. Und man kann sagen, es hat sich teilweise so angefühlt als wenn diese Straßen noch aus der Römerzeit sind.

Aber das schöne bayrische Land zog sich fantastisch dahin und am Lech auf den wir unweigerlich recht schnell stießen war es herrlich (außer der Schotter!).

In den schönen bayrischen Dörfer scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Ca. 24km vor Landsberg brauchte ich noch eine Erfrischung und der gute Mann hinter der riesigen Ladentheke schwärmte von dem Eismacher, der sei ein Bauer aus der Gegend und hatte wohl zuviel Milch bzw. bekam auch für die Milch nicht viel. Dann probierte er die überschüssige Milch zu Eis zu verarbeiten und das kam gut an. Nun hat er den Milchverkauf eingestellt und macht nur noch Eis. Ich hatte ein Mango 🥭 Eis, fantastisch. Und das Mezzo Mix wurde wohl auch hier gemacht, da ist wohl ein Abfüllbetrieb in der Nähe, quasi alles einheimische Produktion. Ich sag ja hier ist die Welt noch in Ordnung.

Und nun verrate ich euch noch was, ich habe mich verliebt. In Landsberg am Lech. Nachdem wir ja nicht vorgebucht hatten, mussten wir uns als erstes umschauen nach einer Unterkunft und sind bei Waitzingers einem irakisch (Jesiden) geführten Restaurant/ Hotel gestrandet. Kurz vor der Altstadt gelegen, hatten diese nur noch ein Zimmer frei. Ein Einzelzimmer. Aber der junge Azubi und Gerhard waren pfiffig und so wurde in dem kleinen Zimmer noch eine Matratze verfrachtet und das für 70 Euro inkl. Frühstück. Was will man mehr. Nach Dusche und einem Radler auf der Terrasse ging es in die Altstadt. Was für eine schöne und vor allem lebensfrohe Stadt. Überall Restaurants, kleine Gassen, tolle erhaltene Innenstadt (diese wurde im Krieg nicht zerstört) und der Lech. Aber seht euch die Bilder selber an, ich fand’s mega.

Morgen soll es nach Füssen gehen.

Ein Hoch auf die Deutsche Bahn

Nachdem wir umplanen mussten, da es auf der ursprünglich gebuchten Strecke über Friedrichshafen Bauarbeiten gab, mussten wir heute morgen wirklich früh raus.

05:00 pünktlich ging der Wecker runter und um 06:00 waren wir schon unterwegs zum badischen Bahnhof. Nach einem ordentlichen Spurt heute morgen kamen wir gegen 06:28 an und hatten viel Zeit um zum Bahnsteig zu kommen. Ich sagte noch, der obergau wäre jetzt wenn sie die umgekehrte Wagenreihung ansagen würden und das kurz bevor der Zug einfährt.

Tja so kam es dann. Hieß noch einen Spurt hinlegen da wir den Wagen 1 hatten und nun zum Abschnitt G flitzen mussten. Aber danach lief es wie geschnitten Brot, die 2x umsteigen waren super und oh e Probleme zu meistern und wir kamen fast pünktlich (2 Minuten Verspätung) hier in Donauwörth an.

Ein schönes geschichtsträchtiges Örtchen und überall findet man die Radwegbeschilderung von den nicht ganz unerheblichen Radwegen die hier durchgehen oder eben starten.

Unser schnuckeliges Hotel liegt etwas außerhalb und so ging es nochmal 6 km auf Waldwegen zum Schmidbauer.

Viel haben wir nicht mehr gemacht, ein kleines Nickerchen vor dem Abendessen. Es gab Reh aus eigener Jagd, hmm lecker.

Und nun freu ich mich auf morgen, es geht nach Landsberg am Lech.

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