Nordkap 2024

Alle Wege führen ... wieder zum Nordkap

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Plan für Tag 33 – Sortland bis Harstad

Gesamtstrecke: 74.89 km
Gesamtanstieg: 982 m

Ich verlasse heute den EuroVelo 1 und fahre direkt nach Harstad. Der Tag ist mit einer Streckenlänge von 72 Fahrradkilometern recht kurz. Nach ungefähr der halben Strecke nehme ich die Fähre über den Gullesfjord. Ohne die Fähre wäre die Strecke viel länger – dann wären es 120 km von Sortland bis Harstad.

Vesterålen

Der Tag begann so trüb wie gestern, bis zu Fähre war ich im Regen unterwegs. Anfangs war ich auf der kleinen Straße fast alleine, später war etwas mehr los, aber kein Vergleich mit gestern. Die meisten waren Norweger, kaum Touristen.

An der Fähre traf ich einige Radler, zwei aus Deutschland, je einer aus Südtirol und Schweden und eine Holländerin, die – zumindest für eine gewisse Zeit – zusammen fuhren. Einer der Deutschen will von Kap zu Kap fahren, also von Nordkap bis zum Kap der guten Hoffnung. Voll der Aussteigertyp, wenns klappt, rechnet er schon mit mehr als einem Jahr. Ein anderer hat seinen Job gekündigt und ist mal ein paar Monate unterwegs, bevor im Herbst der neue Job anfängt.

Obwohl die Fähre nur 20 Minuten bis Hadseløya brauchte, war danach das Wetter spürbar besser. Die Landschaft auf den Vesterålen ist nicht ganz so schroff und spektakulär wie auf den Lofoten, aber doch sehr schön. Auf Hadseløya nahm ich die etwas längere Nebenstraße, es waren, bis auf einen Kölner, nur sehr wenige Einheimische unterwegs. Auch später, auf Langøya waren es meist Norweger. Die Vesterålen sind zum Glück nicht so von Touristen überlaufen wie die Lofoten

Gleich verschluckt uns die Fähre
Auf Hadseløya
Blick von der Brücke auf Stokmarknes
Auf Langøya
Bei der Feldarbeit
In Sortland

Plan für Tag 32 – Sandsletta bis Sortland

Gesamtstrecke: 100.9 km
Gesamtanstieg: 813 m

Auch heute geht es wieder der Küste entlang – zuerst auf einer ruhigen Nebenstraße an der Nordküste von Austvågøya. Nach 37 km setze ich mit der Fähre über auf Hadseløya, welche schon zur Inselgruppe der Vesterålen gehört.

In Stokmarknes gibt es das Hurtigrutenmuseum. Ich bin ungefähr zur Mittagszeit dort, vielleicht habe ich ja Zeit und Lust. Über Børøybrücke und Hadselbrücke komme ich dann auf Langøya, mit 867 km² etwas kleiner als Rügen. Nach weiteren 23 km an der Südostküste komme ich am Ziel an.

Heute morgen war es sehr trüb und wolkenverhangen, es brauchte eine Zeit, bis ich mich auf den Weg machte. Als es anfing zu nieseln wollte ich schon die Abkürzung nehmen, da schaute ein kleines Stück blauer Himmel vor und ich beschloss, doch die volle Runde zu fahren. War eine gute Entscheidung. Die Strecke war sehr schön, das Wetter besserte sich zunehmends, und es war recht wenig Verkehr.

Dieser war besonders vor Svolvaer sehr stark, dazu dort noch starker Gegenwind, nicht sehr schön. Um die Stadt selbst herum gab es einen Radweg, und einige Kilometer danach bog ich auf eine kleine Straße Richtung Campingplatz ab, das war schon besser.

Heute bau ich mal kein Zelt auf, ich habe mir eine Hütte genommen – da kann alles wieder gut trocknen, was im Zelt ja nicht ganz so einfach ist.

Gerade Ebbe
Auf Gimsøya
Auf Gimsøya
Strand auf Gimsøya
Vågan-Kirche in Kabelvåg

Plan für Tag 31 – Brustranda bis Sandsletta

Gesamtstrecke: 101.38 km
Gesamtanstieg: 1225 m

Auch heute schlängele ich mich wieder fast immer auf Meereshöhe der Küste entlang. Ich folge dabei der Radroute EuroVelo 1 und umrunde die Insel Gimsøya. Das ist zwar 20 km länger als die Abkürzung entlang der Südküste von Gimsøya, aber die Landschaft auf Google Street View macht richtig Lust zum Radfahren.

Den weiteren Verlauf der Straße bis Svolvaer (etwas größer als Kandern und die größte Stadt der Lofoten) kenne ich bereits: Auf unserem Ausflug mit dem Reisebus über die Lofoten von Svolvaer bis Stamsund sind wir da vor 6 Jahren auch schon gefahren.

Der Campingplatz am Abend liegt an einem Weg, der den schönen Namen „Mitternachtssonnenweg“ trägt. Das Restaurant ist darauf bedacht, lokale Produkte zu verwenden. Lammfleisch vom eigenen Hof, selbst gefangenen Lachs, Kabeljau oder Forelle und frische Beeren aus den Bergen rund um Sandsletta. Da habe ich natürlich auch wieder einen Tisch reserviert.

Hochgebirge im Meer

Heute war der komplette Gegensatz zu gestern. Sonnig, kein Tropfen, und im Tagesverlauf wurde es warm genug für kurze Sachen.

Während ich in Schweden nur dann und wann Radfahrer sah, begegneten mir heute viele Radfahrer mit vollem Gepäck,  ettliche Rennradfahrer und viele Alltagsfahrer. Es sind natütlich sehr viele mobile Eigentümer von großen weißen Blechschachteln unterwegs,  die Meisten mit deutschem Kennzeichen, aber halb Europa ist hier vertreten.  Estland und Slowenien, Spanien und Italien, viele aus Polen scheinen besonders gern zu wandern. Finnen und Franzosen, Litauer, Engländer und und und.

Die Natur ist grandios. Ein bisschen wie Alpen, aber anstelle eines Bergsees ist da ein Fjord. Anstelle des (vermutlich) von Touristen überlaufenen Nusfjord habe ich mich die längste Zeit am Strand gesonnt, herrlich!

Campingplatz um 1 Uhr nachts
Am Strand
Abfahrt um 100 Hm
Links der Straße: Berg
Rechts der Straße: Meer
Am Campingplatz

Plan für Tag 30 – Moskenes bis Brustranda

Gesamtstrecke: 77.08 km
Gesamtanstieg: 1257 m

Die Straße schlängelt sich meistens der Küste entlang. Zuerst auf der Insel Moskenesøy, dann geht es über eine 300 m lange Brücke auf die Insel Flakstadsøy, und dann durch einen 1.8 km langen untermeerischen Tunnel auf Vestvågøya. Den Tunnel hätte ich lieber vermieden – es gibt auch eine Fähre nur für Fussgänger und Radfahrer von Nusfjord nach Ballstad. Am Wochenende fährt sie aber leider nicht.

Vielleicht mache ich aber trotzdem einen Abstecher nach Nusfjord. Zum Einen ist es aufgrund der gut erhaltenen historischen Gebäude ein großer Anziehungspunkt für Touristen, zum Anderen der Name eines schönen Brettspiels.

Foto vom Ort

Und wie es auf den Brettspiel-Cover aussieht

Auf dem Weg komme ich auch durch die Stadt Leknes, mit 3600 Einwohnern die zweitgrößte Stadt der Lofoten. Die Insel Flakstadøy wurde auch Vargfót (Wolfspfote) genannt und die Insel Vestvågøya trug den Namen Lófót (Luchspfote) Dieser Name wurde dann später auf die ganze Inselgruppe ausgedehnt. Lofoten könnte man also als „die Luchspfote“ übersetzen.

Lofoten

Bin gut auf dem Luchsfuß angekommen (lo=Luchs, fot=Fuß, -en=bestimmter Artikel)

Für heute war Schnürlregen angesagt, also habe ich meine Ausflugspläne reduziert, erst die Fähre um 11 Uhr genommen und am Nachmittag das Zelt aufgebaut. Ich bin am Abend in den Ort gefahren und genieße gerade ein kleines Mehrgangmenü.

Im Gegensatz zu allen bisherigen Campingplätzen, auf denen Zelte eher rar waren, also allerhöchstens ein halbes Dutzend, standen hier schon 28 Stück, und mit den nächsten Fähren sind noch ein paar dazukommen.

Vielleicht kommt noch jemand mit der Fähre um 22 Uhr, es sind schon 49 Zelte.

In der Nacht soll der Regen aufhören, morgen erwarte ich also bessere Bilder

Blick zurück auf Bodø
Eine kleine Insel unterwegs
Kurz vor den Lofoten

Plan für Tag 29 – Auf die Lofoten

Gesamtstrecke: 94.74 km
Gesamtanstieg: 23 m

Heute ist wieder ein Ruhetag angesagt. Nach einem gemütlichen Frühstück werde ich die Fähre zu den Lofoten nehmen. Die Südspitze der Lofoten ist fast 100 km vom Festland entfernt, und so braucht die Fähre denn auch 4 Stunden.

Am Nachmittag mache ich vielleicht noch einen Ausflug nach Å. Ich weiß nicht, ob der Ort Partnergemeinden hat – ich fände da Y an der Somme in Frankreich oder Llanfairpwll­gwyngyllgogery­chwyrndrobwll­llantysilio­gogogoch in Wales ganz passend. Außerdem gibt es im Ort noch das norwegische Fischerei-Museum und das Stockfisch-Museum.

Ziiiieh!

Tja. Die heutige Tour wurde doch länger als geplant. Wegen eines Fehlers in der Karte kam ich an einer Stelle nicht durch und musste wieder zurück und auf der anderen Seite des Misværfjords fahren. Durch diesen Umweg wurden es heute dann 123 km und über 1500 Höhenmeter.

Diese Etappe war mit Abstand die längste, und auch ohne Umweg wäre sie, wenn auch nur knapp, auf dem ersten Platz gewesen. Ich denke nicht, dass ich nochmal so einen Umweg machen muss. Morgen steht nur die Überfahrt auf die Lofoten an, und übermorgen ist die Etappe recht kurz, ich kann mich also etwas erholen.

Von den 20 Grad des Nachmittags war der Morgen noch weit entfernt, aber für den ersten Gebirgspass war das recht. Oben angekommen wollte ich ein Foto machen, da hielt ein Norweger an und fragte, ob ich ein Problem mit dem Rad hätte. Er sprach norwegisch, ich antwortete auf schwedisch – es hat funktioniert! Bloß als er dann von schönen Radwegen am Saltstraumen anfing und erklären wollte wie genau man da fahren soll, musste ich passen.

An diesem Berg liefen Schafe frei rum. Wenn ein Auto kam, blieben sie einfach auf der Straße liegen, das kannten sie ja. Wenn ich kam, glotzten sie mich erschreckt an, sprangen auf und liefen meistens davon. So viele Radfahrer kommen wohl nicht vorbei.

Der zweite Pass war noch niedriger. Nur 240 Meter ab Fjordkante, aber es fühlte sich an wie Gebirge. Ein interessantes Gefühl, Hochgebirge auf Meereshöhe.

Nach all den kleinen Dörfern, Weilern und Kleinstädte durch die ich in der letzten Zeit gekommen bin, ist Bodø wieder eine richtige Stadt. Etwas kleiner als Lörrach, es fühlt sich aber deutlich größer an, kein Wunder, Bodø ist das Zentrum der Region. Lörrach steht jedoch im Schatten von Basel.

Blick aus dem Zelt nachts um 1
Nur weg hier!
Am ersten Pass
Rastplatz am Misværfjord
Passhöhe 240 MüM
Ausblick auf den Fjord
Die Brücke über den Saltstraumen

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