In Karlskrona lege ich zwei Ruhetage ein – aber eigentlich habe ich nicht vor, diese untätig zu verbringen. An einem davon werde ich wahrscheinlich eine kleine Tour über die Schären machen, und am anderen könnte ich eines der größten Weingüter Schwedens besuchen — mit 3000 Weinstöcken klein im Vergleich zu einem durchschnittlichen Weingut im Markgräflerland, aber groß für schwedische Verhältnisse.
Am frühen Morgen noch kühl, einstellig. Dann geht die Sonne auf und es wird schnell warm. Man sitzt im Liegestuhl im Garten, schlürft einen Cocktail. Die Bienen summen, die Hummeln brummen und die Zeit kriecht wohlig dahin. Naja, so wars bei mir gestern natürlich nicht, denn ich war ja mit dem Rad unterwegs. Aber so ein schön entschleunigtes Gefühl hatte ich schon.






Heute das Kontrastprogramm. Irgendwie habe ich mir den Hintern aufgescheuert. Also erstmal in die Apotheke, dann mit dem Zug anstelle Rad nach Karlskrona. Die nächsten zwei Tage sind eh als Ruhetage geplant, am Sonntag bin ich dann hoffentlich wieder fit.


Weiter geht es der Küste von Blekinge entlang, bis zum östlichsten Punkt der Reise, Karlskrona.
Gesamtanstieg: 853 m
Heute geht es nach Osten, von Skåne bis Blekinge. Der letzte Tag, an dem sich die Strecke auf kleinen Teilen mit der vor 12 Jahren deckt. In Karlshamn bin ich zufälligerweise im gleichen Hotel wie damals.
Gesamtanstieg: 302 m
Heute war es wieder oft sonnig, aber der Wind… vor allem in Küstennähe ein gepflegter Gegenwind, der das vorankommen mühsam machte. Im Landesinnern war es ein bisschen ruhiger und es hat mich manchmal an den mittleren Schwarzwald und manchmal an die Kiefernwälder Brandenburgs erinnert. Kleine, kaum befahrene Sträßchen auf denen man im stetigen auf und ab vorankam.
Nach der Ankunft habe ich in Kristianstad noch einen kleinen Spaziergang gemacht. Die Stadt selbst ist eher unspektakulär, hat aber einen sehr schönen Stadtpark.








Das Theater im Stadtpark von Kristianstad
Heute wende ich mich nach Norden und fahre zuerst entlang der Küste, dann mehr im Landesinnern.
Im letzten Drittel bin ich auf einer ehemaligen Bahntrasse unterwegs. Diese Wege sind meist recht angenehm zu fahren, da sie nur geringe Steigungen haben, allerdings sind sie dafür manchmal nicht asphaltiert.
Gesamtanstieg: 654 m
Gestern war ein herrlicher Fahrradtag: Morgens frisch aber nicht zu kühl, nachmittags warm aber nicht zu heiß. Bei schönstem Sonnenschein. Eigentlich hätte mir einges von der Tour vor 12 Jahren bekannt sein sollen, aber gefühlt war alles neu.
Von Trelleborg bis Ystad folgte ich dem Südküstenradweg. Der war (für schwedische Verhältnisse) sehr gut befahren, Reiseradler mit Gepäck kamen mir Dutzendweise entgegen.









Heute war das Wetter nicht ganz so gut. Bedeckt den ganzen Tag. Morgens noch trocken, dann wuchsen sich bis zu Ales Stenar die vereinzelten Tropfen zu einem leichten Landregen aus, ab Glimmingehus war es dann aber wieder trocken. Insgesamt war es aber nicht schlecht zu fahren.
Bei Ales Stenar, großen Findlingen gesetzt in Form eines Schiffsrumpfes waren natürlich viele Touristen zu finden, darunter viele Familien mit kleinen Kindern aus Deutschland und anderswo.
Im Glimmingehus, einer mittelalterlichen Burg kam ich gerade recht zu einer Führung auf schwedisch. Nach einer Weile bin ich aber alleine weitergegangen – der schonische Dialekt war doch recht schwer zu verstehen und die Infotafeln waren auch sehr informativ.










Auch heute fahre ich auf kleineren Abschnitten auf derselben Strecke wie vor 12 Jahren, meistens erschließe ich jedoch neue Landschaften.
Kurz nach Ystad mache ich einen Abstecher zur Ales Stenar – über 50 Steine, tonnenschwer, die in Form eines Schiffsrumpfes angeordnet sind und vermutlich Teil eines Grabkultes waren.
Ein weiterer kleine Abstecher führt mich zum Glimmingehus, eine der am Besten erhaltenen mittelalterlichen Burgen in Skandinavien.
Das Ziel ist die kleine Hafenstadt Simrishamn.
Gesamtanstieg: 304 m
Zuerst geht es quer durchs Land bis nach Trelleborg, ab dort für 20 Kilometer auf dem gleichen Weg wie vor 12 Jahren.
Das Ziel ist Ystad, die kleine Stadt, in der Henning Mankells Kommisar Wallander spielt.
Gesamtanstieg: 310 m
Endlich geschafft!
Bis Bremen ging alles glatt, dann musste der Zug wegen einer Stellwerksstörung umgeleitet werden und kam eine Stunde später in Hamburg an. Dadurch war ich erst recht spät beim Check-in und konnte gleich auf die Fähre.
Jetzt beginnt endlich der Urlaub mit einem ersten schwedischen Bier, gut 14 Stunden nach dem Aufbruch zuhause.
