Grenzlandtour nach Aachen

42 Mal von hüben nach drüben

Tag 10 – Monschau bis Aachen

Der letzte Fahrtag. Zuerst geht es weiter auf der Vennbahn, dann etwas durch Belgien bis zum Dreiländerpunkt am Vaalser Berg. Von den vier Dreiländerpunkten, an denen wir vorbeigekommen sind, ist das der einzige den wir zu Fuss exakt erreichen können – die anderen liegen alle in der Flußmitte von Rhein, Mosel oder Our.

Bis 1919 trafen hier sogar 4 Territorien aufeinander. Neben Deutschland, Belgien und der Niederlande auch noch Neutral-Moresnet, ein nur gut 3 km² großes Gebiet, welches als Kondominium gemeinsam von Belgien und Deutschland verwaltet wurde.

Damit die Niederlande auch noch ein bisschen zum Zug kommt, fahren wir wahrscheinlich nicht direkt von Vaals nach Aachen, sondern machen noch einen Abstecher nach Kerkrade/Herzogenrath und sammeln dabei auf wenigen Kilometern nicht weniger als zusätzliche 6 Grenzquerungen.

Gesamtstrecke: 77.06 km
Gesamtanstieg: 755 m

Monschau – die Senfstadt

Der gestrige Abend war mit dem 7 Gänge Menü (eigentlich waren es 10, mit dem Gruss aus der Küche, dem Waldbeer Panna Cotta zum Kaffee und dem Brot) ein super gelungener Abschluss des anstehenden Tages und wir haben wirklich gut geschlafen.

Nach einem leckeren Frühstück und zügigen Aufbruch mussten wir allerdings erstmal wieder uns nach „oben“ schaffen. Die ersten 35 km waren mal wieder anstrengend und gingen durch das belgische Hinterland auf und nieder. Aber sehr schön.

Nachdem wir dann den Bahnradweg erreicht hatten ging es dann etwas leichter. Wunderschön anzuschauen die Moorlandschaften. Heute war natürlich etwas los, hatten ja alle frei.

Gegen 12:15 erreichten wir dann unser Hauptziel Monschau und da das Hotel erst Check in um 15:00 machte konnten wir uns aber umziehen und dann losziehen. Zunächst ins schöne und sehr sehenswerte Altstadt Städtchen….und um 15:00 haben wir dann die historische Senfmühle mit einer Führung besucht. Alles Handarbeit….wir kennen den Senf ja und sind wirklich begeistert..hmm lecker.

Nun noch ein Cocktail an der Bar und morgen geht es dann nach Aachen, schnüff dann ist schon Schluss mit dem Radeln..vorerst.

Auf der Vennbahn
Draisinen
Grenze#27: Das Buswartehäuschen rechts  liegt in Deutschland
Grenze #28: und wieder zurück nach Belgien auf die Vennbahn
Grenze #29: BE-DE
Grenzen #30, #31: Unterquerung der Bahntrassse DE-BE-DE
In Monschau

Tag 9 – St. Vith bis Monschau

Heute stoßen wir bei Büllingen auf die Trasse der Vennquerbahn, und einige Kilometer weiter dann auf die Vennbahn. Heutzutage sind das Radwege, damals waren es wichtige Eisenbahnverbindungen.

Als nach dem ersten Weltkrieg die Gebiete um Eupen und Malmedy belgisch wurden, bestand Belgien darauf, auch die in Deutschland verbliebenen Abschnitte der Vennbahn zu kontrollieren. Seither gibt es die kuriose Situation, dass zwischen Kalterherberg und Roetgen nur die Bahntrasse selbst belgisches Hoheitsgebiet ist, rechts und links davon aber deutsches Staatsgebiet.

Technisch gesehen befinden wir uns also heute bis auf die letzten 2 Kilometer den ganzen Tag in Belgien. Die Strecke ist recht kurz, damit genug Zeit für den Besuch der Senfmühle Monschau bleibt.

Gesamtstrecke: 54.25 km
Gesamtanstieg: 831 m

Von allem ein bisschen zuviel

Ja das kann man heute glatt so sagen. Ein ständiges auf und ab, was deutlich zuviel war aber was will man machen…die Hügel anders legen, ha das wäre was. Und dann war da noch der Wind, eigentlich war er schon gestern da aber irgendwie noch erträglich. Heute war er sehr präsent und nicht mal nur weil er aus der falschen Richtung kam. Es ist eher das man sich konzentrieren und den ständigen Ton im Ohr akzeptieren muss.

Aber bei aller Anstrengung muss man klar zugeben, was für ein tolles Wetter wir haben und wie schön Ostbelgien ist. Aber bevor wir da hin kamen, haben wir uns zum Dreiländereck Deutschland/ Belgien und Luxemburg begeben. Mit ziemlich viel rauf und runter. Und wie beeindruckend dieser Platz, der doch Geschichte schrieb. Was wenn es diese mutigen Männer mit Visionen nicht gegeben hätte. Handelsbeziehungen und Frieden für die Länder der Abkommen und auch dann noch das Schengen Abkommen, keine Grenzkontrollen mehr. Ich weiß in diesen Zeiten vielleicht nicht unbedingt etwas was besonders sichtbar ist aber wie wäre es wenn es das alles nicht gäbe? Ich möchte es mir nicht ausmalen. Und wie einfach es ist mir dem Euro überall zu bezahlen, genial. Ich bin in jedem Fall eine ostdeutsche Europäerin und Martin meinte auch er sei durch und durch Europäer.

Nun sind wir in Sankt Vith und haben noch das schöne Hotel mit seinen Annehmlichkeiten genossen. Wellnessbereich und nun gerade beim 7 Gang Menü. Mega….

Morgen soll es dann nach Monschau gehen und ich hoffe sehr das wir noch eine Senfmühlenführung mitmachen können.

Grenze #18: Steg über die Our bei der Ourschleife LU-DE
Grenze #19: Wenige km später bei Keppeshausen DE-LU
Grenze #20: Wir verlassen Luxemburg am Dreiländereck LU-BE
Das Europamonument am Dreiländereck
Mal schnell nach Deutschland
Grenze #21: Angekommen in DE
Grenze #22: Und wieder zurück nach Belgien
Dreiländerecke sind immer irgendwie im Fluss
Grenze #23: Über die Our bei Welchenhausen BE-DE
Grenze #24: Bei Stupbach wieder zurück DE-BE
Grenze #25: Kurz nach Auel BE-DE
Grenze #26: Wenige 100 Meter später wieder zurück DE-BE
Auf der Vennbahn

Tag 8 – Vianden bis St. Vith

Am Vormittag fahren wir noch durch Luxemburg bis zum Dreilandereck bei Ouren, weiter geht es durch das deutschsprachige Ostbelgien bis St. Vith wo wieder Wellness und ein großes Gourmet-Menü auf uns warten. Auch heute machen wir wieder zwei kleine Abstecher nach Deutschland, 4 Grenzquerungen mehr.

Gesamtstrecke: 66.48 km
Gesamtanstieg: 1636 m

Luxemburg- klein aber oho

Nachdem ich gestern wirklich platt war und daher war das Einschlafen recht früh und für lange…haben beide gut 10h schlafen können. Das tat gut und hat zumindest meine Kräfte wiederbelebt.

Und so starteten wir heute morgen erstmal mit einem Anstieg aber doch recht moderat auf einem Bahnradweg. Das zog sich zwar aber war super schön. Teilweise sind wir komplett alleine, niemand weit und breit. Irgendwann ging es dann runter zur Sauer (Fluss) und dann zum Schluss noch an der Our (ebenfalls Fluss) nach Vianden.

Da es mir heute wieder gut ging, bin ich noch der Dusche auf die Burg Vianden und hab mir diese angeschaut. Martin war fertig und hat sich lieber mal ausgeruht. Ist eine tolle erhaltene Burg, aber auch nur weil die Stadt und der Staat die Burg wieder aufgebaut haben. Eigentlich gehörte sie einmal in die Königsfamilie Oranje also Nassau, aber der Unterhalt war wohl etwas zu kostspielig so daß diese aufgegeben wurde.

Luxemburg ist ja ein kleines Land aber wo man hinschaut, sehr gepflegt und nicht ganz unbillig. Ich denke gut mit der Schweiz zu vergleichen. Für uns jedenfalls eine Bereicherung hier gewesen zu sein, es hat uns sehr sehr gut gefallen. Morgen geht es nach Belgien auch ein Land welches wir bisher nur einmal mit dem Auto durchquerten auf dem Weg von Müllrose  in die Normandie.

Auf der alten Bahntrasse Luxemburg- Echternach
Grenze #14: links Luxemburg,  rechts das Kondominium von Luxemburg und Deutschland, die Sauer.Steg bei Echternach
Grenze #16, wieder LU-DE bei Wallendorf (bei soviel Grenzen habe ich verpasst, bei #15, der Brücke bei Bollendorf ein Bild zu machen )
Grenze #17: mal keine Flussgrenze, kurz vor Vianden. DE-LU
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