Im Winter am Polarkreis

Kategorie: Allgemein (Seite 3 von 39)

Römische Schotterpisten

Was für ein erster Fahrtag. Er führte uns viele viele Kilometer nur auf Schotter ans Ziel und wenn mal wieder eine schöne geteerte Straße dazwischen war, konnte man es in Zahlen sehen wie viel langsamer und somit auch anstrengender diese sog. Radwege waren. Mind. um 4-6km/h und das ist enorm. Insgesamt sind 113km und rund 700hm zusammen gekommen. Und man kann sagen, es hat sich teilweise so angefühlt als wenn diese Straßen noch aus der Römerzeit sind.

Aber das schöne bayrische Land zog sich fantastisch dahin und am Lech auf den wir unweigerlich recht schnell stießen war es herrlich (außer der Schotter!).

In den schönen bayrischen Dörfer scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Ca. 24km vor Landsberg brauchte ich noch eine Erfrischung und der gute Mann hinter der riesigen Ladentheke schwärmte von dem Eismacher, der sei ein Bauer aus der Gegend und hatte wohl zuviel Milch bzw. bekam auch für die Milch nicht viel. Dann probierte er die überschüssige Milch zu Eis zu verarbeiten und das kam gut an. Nun hat er den Milchverkauf eingestellt und macht nur noch Eis. Ich hatte ein Mango 🥭 Eis, fantastisch. Und das Mezzo Mix wurde wohl auch hier gemacht, da ist wohl ein Abfüllbetrieb in der Nähe, quasi alles einheimische Produktion. Ich sag ja hier ist die Welt noch in Ordnung.

Und nun verrate ich euch noch was, ich habe mich verliebt. In Landsberg am Lech. Nachdem wir ja nicht vorgebucht hatten, mussten wir uns als erstes umschauen nach einer Unterkunft und sind bei Waitzingers einem irakisch (Jesiden) geführten Restaurant/ Hotel gestrandet. Kurz vor der Altstadt gelegen, hatten diese nur noch ein Zimmer frei. Ein Einzelzimmer. Aber der junge Azubi und Gerhard waren pfiffig und so wurde in dem kleinen Zimmer noch eine Matratze verfrachtet und das für 70 Euro inkl. Frühstück. Was will man mehr. Nach Dusche und einem Radler auf der Terrasse ging es in die Altstadt. Was für eine schöne und vor allem lebensfrohe Stadt. Überall Restaurants, kleine Gassen, tolle erhaltene Innenstadt (diese wurde im Krieg nicht zerstört) und der Lech. Aber seht euch die Bilder selber an, ich fand’s mega.

Morgen soll es nach Füssen gehen.

Ein Hoch auf die Deutsche Bahn

Nachdem wir umplanen mussten, da es auf der ursprünglich gebuchten Strecke über Friedrichshafen Bauarbeiten gab, mussten wir heute morgen wirklich früh raus.

05:00 pünktlich ging der Wecker runter und um 06:00 waren wir schon unterwegs zum badischen Bahnhof. Nach einem ordentlichen Spurt heute morgen kamen wir gegen 06:28 an und hatten viel Zeit um zum Bahnsteig zu kommen. Ich sagte noch, der obergau wäre jetzt wenn sie die umgekehrte Wagenreihung ansagen würden und das kurz bevor der Zug einfährt.

Tja so kam es dann. Hieß noch einen Spurt hinlegen da wir den Wagen 1 hatten und nun zum Abschnitt G flitzen mussten. Aber danach lief es wie geschnitten Brot, die 2x umsteigen waren super und oh e Probleme zu meistern und wir kamen fast pünktlich (2 Minuten Verspätung) hier in Donauwörth an.

Ein schönes geschichtsträchtiges Örtchen und überall findet man die Radwegbeschilderung von den nicht ganz unerheblichen Radwegen die hier durchgehen oder eben starten.

Unser schnuckeliges Hotel liegt etwas außerhalb und so ging es nochmal 6 km auf Waldwegen zum Schmidbauer.

Viel haben wir nicht mehr gemacht, ein kleines Nickerchen vor dem Abendessen. Es gab Reh aus eigener Jagd, hmm lecker.

Und nun freu ich mich auf morgen, es geht nach Landsberg am Lech.

Välkommen åter Sverige

Heute hab ich es ganz gemütlich gemacht. Bin durch die Stadt geschlendert, hab in der Sonne gefaulenzt, und in der Markhalle, in der Feskekôrka und im Fantasyladen gestöbert.

Anders als sonst ging es beim Check-in und beim Boarding heute ruck-zuck, keine Viertelstunde und ich sitze schon auf dem Sonnendeck.

Die „Fischkirche“
„Feskekôrka“
An der Markthalle: schief gemauert oder optische Täuschung?
 

Auf der Fähre

Am Ziel

Der Morgen fing ganz gut an, es war schon angenehm warm und sonnig. Dann wurde es noch wärmer und noch sonniger, am Nachmittag kam dann zu der Wärme noch ein kräftiger Gegenwind dazu und manche kleine (natürlich nicht asphaltierte) Strassen waren sehr schlecht. Anstrengend. Im letzten Drittel zogen sich die Kilometer wie zäher Kaugummi dahin. Vor einer Brücke dachte ich noch: Bei dem Wind sollte ich besser meine Mütze ein- da kam auch schon ein Windstoß und die Mütze landete neben einer eingezäunten Autobahn. Keinerlei Chance über den Zaun zu klettern um die Mütze zu holen. SCH…ADE!

Also kroch ich ohne Mütze weiter bis Alingsås.

Im Zug nach Göteborg verstellte sich dann mein Navi auf Arabisch, und ich musste somit mit dem Handy in der Hand meinen Weg zum Hotel finden.

Es scheint mir fast, als ob mir alles sagen will: Es reicht. Und in einem gewissen Sinn stimmt das auch. Es waren zwei sehr schöne Wochen, bis auf ein paar Schauer an den ersten Tagen trocken und warm. Die Unterkünfte und Restaurants haben gepasst (na ja, bis auf das winzige „Hauptgericht“ in Hjo) Zeit sich allmählich wieder auf den Weg in den Süden zu machen. Morgen noch durch Göteborg schlendern,  dann geht es am Nachmittag auf die Fähre nach Kiel.

Plan für Tag 15 – Lundsbrunn bis Göteborg

Der letzte Fahrtag. Die ganze Strecke bis Göteborg war mir zuviel, also kürze ich von Alingsås mit dem Zug ab. Es bleiben aber immerhin doch noch über 100 km.

Gesamtstrecke: 103.22 km
Gesamtanstieg: 755 m

Warm

Heute war es wieder eine schöne Strecke, hat sich ziemlich eben angefühlt. Es gab eigentlich nur zwei nennenswerte Anstiege: vom Vättern auf die umgebende Höhe, und ein Hügel nach Skövde. Dieser zweite Anstieg war am Anfang ungewöhnlich gleichmäßig und gar nicht so steil. Als ich dann die Böschungen rechts und links sah war mir aber klar: Ich befinde mich auf der ehemaligen Trasse einer Schmalspurbahn. Dieser Anstieg fuhr sich also auch ganz bequem.

Ich komm grad aus dem Spa mit Sauna und traditionellem Baderitual (sich mit Salz abreiben und dann Wasser mit Schälchen aus dem Brunnen schöpfen und sich abspülen). Lundsbrunn ist schon seit dem 18. Jh. ein Wasserkurort. Heute nicht mehr so glanzvoll wie wohl vor 100 Jahren, war aber doch sehr schön.

Ein letzter Blick auf den Vättern
 
Weit und eben
Über den Hügel ganz im Hintergrund muss ich noch
Erntezeit
In Skövde
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