Die heutige Etappe ist mit 75 km eher kurz – ich werde mich allerdings trotzdem recht früh auf den Weg machen, denn für das Ziel ist das Spa-Paket mit anschließendem Dreigangmenü schon gebucht.
Gesamtanstieg: 711 m
Im Winter am Polarkreis
Die heutige Etappe ist mit 75 km eher kurz – ich werde mich allerdings trotzdem recht früh auf den Weg machen, denn für das Ziel ist das Spa-Paket mit anschließendem Dreigangmenü schon gebucht.
Die ersten zwei Drittel waren heute im Wald. Kein dichter, dunkler, sondern eher ein lockeres, lichtes Waldgebiet. Dann machte sich die Nähe des Vättern bemerkbar und Weizenfelder dominierten. In Forsvik querte ich den Götakanal, der hier den höchsten Punkt hat und die Schleuse mit dem höchsten Hub. Da konnte man mehr Deutsch als andere Sprachen hören. Auch sonst waren heute im Gegensatz zu den letzten Tagen recht viele Deutsche unterwegs.
Während ich in der ersten Woche Wolken als potentielle Regenbringer eher mit Argwohn betrachtete, sind sie jetzt willkommene Schattenspender.







Im Hafen von Hjo


Heute fahre ich in Gegenrichtung der Vätternrunde. Im ersten Teil meide ich allerdings die etwas größere Strasse von Askersund bis Karlsborg und fahre durch das Hinterland.
Die Unterkunft ist grad mal 300 Meter vom „Depå Hjo“ entfernt, eine Verpflegungsstation bei der Vätternrunde, bei der es traditionellerweise Lasagne gibt.
Heute war die Landschaft etwas offener als in den beiden letzten Tagen, die Hügel waren flacher, die Äcker etwas länger. In der zweiten Hälfte wurden die Abstände zwischen den Anstiegen jedoch wieder kürzer, so dass es einige Höhenmeter zu bewältigen galt, insgesamt waren es aber doch weniger als in den beiden letzten Tagen.
Das Wetter ist schön, tagsüber vielleicht 20 bis 23 Grad und meist sonnig – ich bin froh, noch nicht wieder zurück zuhause bei 35 Grad zu sein.
In Askersund bin ich jetzt zum dritten Mal. Zum ersten Mal durchgefahren auf dem Weg zum Nordkap, zum zweiten Mal bei der Vätternrunde 2022 und jetzt. Der Ort hat ungefähr die Größe von Kandern, ist aber noch touristischer geprägt. Ich habe das Gefühl, es gibt hier alleine schon mehr Eisdielen als gestern Restaurants insgesamt – und gestern war der Ort sogar noch größer.
Nach der Ankunft habe ich zuerst mal das gemacht was der Titel sagt: „Bara bada bastu“ – so hieß der schwedische Beitrag zum diesjährigen Eurovision Song Contest — „Einfach in die Sauna gehen“. Hat gut getan.







Heute nähere ich mich wieder bekannteren Gegenden. Durch den Zielort sind wir schon mehrfach durchgekommen – Auf der Fahrt zum Nordkap 2018 und die Strecke der Vätternrunde führt seit 2021 auch durch Askersund.
Im großen und ganzen ähneln sich die Fahrtage gestern und heute schon, es sind die kleinen Unterschiede im Detail, die es immer wieder interessant machen. Gestern war die Strecke etwas länger, heute etwas weniger Höhenmeter. Gestern etwas mehr Äcker, heute mehr Wiesen. Gestern mehr Nadelbäume, heute mehr Laubbäume.
Beim Frühstück dachte ich schon, „warum haben die denn ein großes Buffet aufgebaut, ich bin doch hier gefühlt der einzige Gast“ dann kam ein komplettes Lehrerkollegium herein, die ein Seminar abhielten und sich davor mit einem gemeinsamen Frühstück stärkten.
Unterwegs traf ich auf zwei junge Niederländer, die mit ihrem Tandem von Stockholm bis Kopenhagen radeln. Die beiden nehmen die Planung etwas locker, und sind dann überrascht, dass gestern statt der geschätzten 80 km zum Schluss 110 km auf dem Tacho standen. Aber sie kommen voran und haben Spaß. Letztes Jahr sind sie den Rheinradweg von der Quelle bis nachhause gefahren.







Es war gut, dass ich mich dafür entschieden hatte, die ersten 30 Kilometer mit der Bahn abzukürzen. Zum einen, weil es doch noch 90 Kilometer waren, also keine zu kurze Etappe. Zum zweiten, weil ich keine Lust hatte, mich durch den Vorstadtdschungel zu schlagen, zum dritten, weil es auch so genug Höhenmeter waren, zum vierten, weil der böige Wind, der auf der Hinfahrt nach Stockholm eher von hinten bließ, jetzt eher von vorne kam, zum fünften weil viele der kleinen „Kreisstrassen“ nicht asphaltiert waren, und sechstens einfach so.
Heute waren viele unterwegs. Auf den größeren Straßen – und etwas überraschend heute auch auf den ganz kleinen, nicht asphaltierten – natürlich Autos, aber auch recht viele Rennradfahrer.
Wiesen und Wälder, Äcker und Felder – ähnlich wie auf der Hinfahrt, aber heute hatte ich das Gefühl, dass die Landschaft etwas offener war.




Die heutige Etappe ist die längste, mit über 120 km. Je nachdem wie ich drauf bin, könnte ich die Etappe etwas abkürzen und den Zug bis Södertälje nehmen – es wären dann knapp 90 km. Wenn ich früh ankomme, reicht es vielleicht noch für das kleine Lokalverkehrsmuseum.
Heute habe ich das schöne Sommerwetter ausgenutzt und bin in das älteste Freilichtmuseum Europas gegangen – Skansen.







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