B500, Thurner, Weißtannenhöhe, Titisee – den heutigen Tag kenne ich vom Rad- und Skifahren, und eigentlich nicht vom Wandern. Ich bin mal gespannt, wie viel man am Anfang der Wanderung und rund um Titisee herum vom Verkehr mitbekommt, und wie bekannt mir die Strecke bei der Weißtannenhöhe vorkommt, verglichen mit dem Langlaufen im Winter.
Im Fuchsbach hätten wir bei diesem Wetter noch einen Scheit in den Ofen geworfen und uns mit einem Buch auf die Ofenbank verkrochen – und dabei die trotz Regen schöne Stimmung verpasst.
Vom Fuchsbach aus hab ich noch einen Abstecher über Weissenbach und Schönwald gemacht, und wollte dann am Brend Mittagspause machen. Ja wen seh ich da? Was für eine schöne Überraschung!
Wir haben natürlich ganz gemütlich zusammen Mittag gegessen und dabei den nächsten Schauer (diesmal Schneeregen) verpasst.
Danach trennten sich unsere Wege wieder – meine Eltern fuhren wieder zurück nach Freiburg, und ich ging weiter zur Neueck
Neueck aus einem ungewohnten Blickwinkel
Bei Neukirch kam nochmal die Sonne heraus, so dass ich fast schon die Jacke ausziehen wollte?
Und wenige Kilometer danach war schon die Kalte Herberge erreicht.
Die ersten sechs Tage im Nordschwarzwald führten mich durch ein Gebiet, welches ich – vielleicht von ein paar einzelnen Punkten abgesehen – so gar nicht kannte.
Das ändert sich mit dem heutigen Tag. Ab jetzt führt mich der Weg durch Gegenden die ich besser kenne, wo ich schon manchmal oder sogar oft gewesen bin, zu Fuß, mit Rad, Ski oder Auto.
Schon wenige Kilometer nach dem Start, beim Wernet, verlasse ich den Westweg um einen Schlenker durch den Fuchsbach, Weißenbach und Schönwald zu machen. Beim Furtwängle stoße ich wieder auf den Westweg, und folge diesem über den Brend (den höchsten Punkt des Tages) und die Neueck, und dann mehr oder weniger der B500 entlang bis zur Kalten Herberge.
Auch wenn es gleich am Anfang und immer wieder Schauer gab, war es trotzdem ein guter Tag zum Wandern. Nach dem Anstieg auf den Farrenkopf wurde die Landschaft offener, die Hügel runder – eben typisch mittlerer Schwarzwald mit einigen schönen Ausblicken. Wirklich nichts spektakuläres, aber schön.
Um mich von dem gestrigen Tag zu erholen, bin ich ganz langsam und gemütlich hochgewandert, hab mir wirklich viel Zeit gelassen, und bin trotzdem recht früh angekommen- die Strecke war ja auch ziemlich kurz.
Ich weiss nicht, was ich von dem heutigen Tag halten soll – einerseits ist er der (nominell) leichteste Tag meiner Tour, andererseits wird er in vielen Berichten als der anstrengendste Tag beschrieben. Was könnte die Ursache für diese Diskrepanz sein?
Der Weg kennt eigentlich nur eine Richtung – bergauf. Wer die Etappe von Kniebis nach Hausach in zwei sehr kurze Etappen mit Übernachtung auf der Hark und mit wenigen Anstiegen aufgeteilt hat, tut sich mit dem langen steilen Anstieg am heutigen Tag vermutlich schwer. Und wer 20 Kilogramm auf dem Rücken schleppt erst recht.
Über mein Rucksackgewicht von ca. 6.5 Kilo schütteln echte Leichtwanderer wohl nur den Kopf, und fragen sich, wie man ohne Zelt und Küchenutensilien und Nahrungsmittel auf ein solch hohes Gewicht kommen kann – andererseits glaube ich, dass mein Rucksack trotzdem immer noch zu den leichteren gehört.
So, endlich geschafft! Ich bin gut angekommen und geniesse jetzt..
Als Ausgleich für den langen Tag mach ich heut mal einen kurzen Bericht.
kurz nach dem Start in KniebisAm Freiersberger TorBlick vom Westweg direkt auf den Harkhof
Im Harkhof war viel Betrieb. Immer wieder kamen Wanderer, die sich von dem Wetter nicht abschrecken liessen
Mitten im Wald werden einige Windräder gebautBlick von der Hohenlochenhütte Richtung Farrenkopf, Hörnliberg und Kandel ???Vom Spitzfelsen geht es gleich steil hinunter nach Hausach100 m vor dem Ziel: die ersten Sonnenstrahlen
Die heutige Etappe wird wohl die anstrengendste des gesamten Weges werden. Zwischen Kniebis und Hausach sind Einkehr und Übernachtung nur sehr dünn gesäht, und so bleiben eigentlich nur zwei Möglichkeiten: zwei sehr kurze Etappen, mit dem Harkhof als Zwischenziel, oder eine sehr lange Etappe, mit dem Harkhof als Mittagspause. Ich habe mich für die zweite Möglichkeit entschieden.
Gemessen an der Streckenlänge sind die Anstiege sehr moderat, dafür geht es in der zweiten Häfte kräftig bergab, ins tief eingeschnittene Tal der Kinzig hinunter.
Heute war kein perfektes Wetter – dazu hätte die Temperatur etwas höher, die Luftfeuchtigkeit etwas niedriger, die Sonne etwas stärker und der Wind etwas schwächer sein müssen. Aber gemessen an den letzten Tagen war heute richtig gutes Wanderwetter. Das sahen andere genauso – ich bin über den ganzen Tag verteilt vielen Dutzend anderen Wanderern begegnet, allein auf der kurzen Strecke von der Darmstädter Hütte bis zum Ruhestein schon zwei. (Dutzend, nicht Personen)
Und wen hab ich am Ruhestein getroffen? Den Wanderer der gestern bis Unterstmatt ging. Heute morgen war er bis zum Mummelsee gewandert, hatte dann den Bus genommen und wollte jetzt am Ruhestein erstmal einen Kaffee trinken. Wer weiss vielleicht sehe ich ihn ja morgen wieder.
Sowohl die Strasse als auch der Westweg wanden sich mal rechts mal links am Hauptkamm entlang und boten schöne Ausblicke. Ins Renchtal und Rheintal bis hinüber zu den Vogesen, oder tief hinunter zum Wildsee. Vom Schliffkopf konnte man mit viel gutem Willen schon den Feldberg im Dunst erahnen.
Heute hat es sich ganz gut weggewandert, aber jetzt sagen meine Füsse: Halt, wir brauchen eine Pause – morgen haben wir noch viel vor! ?
Am MummelseeIn Wirklichkeit besser als auf dem Bild:.. nach Westen Richtung Rhein…nach Osten tief hinunter zum Wildsee
Den heutigen Tag kann man fast als Erholung ansehen – mittlere Streckenlänge, recht wenige Höhenmeter. Das ist auch gut so, denn am fünften Tag wird die längste Etappe auf dem Programm stehen.
Die Höhendifferenz zwischen dem niedrigsten und höchsten Punkt ist noch nicht einmal 200 Meter. Der Weg bewegt sich meist in leichtem Auf und Ab durch die Grindenlandschaft auf dem Hauptkamm des Nordschwarzwaldes. Der Endpunkt wäre eigentlich bei der Alexanderschanze – aber das dortige einfache Hotel ist schon seit mehr als 5 Jahren geschlossen. Und so führt mich der Weg noch 3 Kilometer abseits des Westweges weiter bis zum „Westweg-Portal Heilklimapforte Freudenstadt-Kniebis“ und zur Unterkunft im Ort Kniebis.
Heute morgen ging es gleich mal 400 Hm steil bergauf, um wieder aus dem Murgtal herauszukommen. Da kam ich ganz schön ins schwitzen. Auch die anderen Anstiege waren spürbar – aber irgendwo müssen ja die ganzen Höhenmeter bleiben
Das war immer schon ein BachGestern noch ein Weg, heute schon ein BachAusichtsturm auf der Badener Höhe
Beim Foto auf der Badener Höhe hätte der Wind mir fast das Handy aus der Hand geweht, unten am Boden ging es aber.
Die Sonne versuchte sich durchzukämpfen, verlor dann aber ab dem Anstieg zum Hochkopf gegen Wolken und gelegentlichen Nieselregen.
Wie am Tag zuvor war ich am Vormittag ganz allein, erst nach der Mittagspause traf ich einige Wanderer. Darunter einen, mit dem ich mich schon am ersten Tag unterhalten hatte. Er machte aber (wie wohl die meisten) in Unterstmatt Station, so dass ich auf den letzten paar Kilometern wieder allein unterwegs war.
So kann eine Rastbank auch aussehen
Auf der Hornisgrinde war es so nebelig (direkt unter dem Windrad sah man schon die Rotorblätter nicht mehr) und ungemütlich, dass ich keine Sekunde daran dachte den Turm zu besteigen, sondern gleich die letzten 2 km zum Mummelsee weiterging.
Bei schönem Wetter muss es hier vor Touristen nur so wimmeln, so aber traf ich erst direkt am Hotel auf andere Leute.
Gleich gibt es was Gutes zu Essen, und dann noch eine Sauna ???