Heute morgen im Zelt dachte ich, oh je, der Wetterbericht war doch falsch, es regnet! Aber bevor ich aufstand hörte es schon auf zu tröpfeln und die Sonne schien den ganzen Tag von einem fast wolkenlosen Himmel. Der Wind war morgens noch recht frisch, kam aber oft von hinten. So liess es sich gut fahren.
Auch wenn fast die ganze Strecke durch den Wald führte, einsam war ich nie. Dazu war einfach zu viel Verkehr. Heute waren nämlich etwas größere Straßen angesagt. Nur die letzten paar Kilometer war der Verkehr recht störend, sonst ging es ganz gut.
Jetzt sitze ich in der warmen, fast heißen Sonne und überlege mir, wie ich in jeder Bildunterschrift das Wort „Wald “ unterbringen kann 😀
Wald mit StraßeWald mit FahrradWald mit HochmoorStraße mit WaldWald hinter einem SeeMoorsee mit WaldMal kein WaldAusblick auf viel Wald
Auf den ersten 20 Kilometern gibt es noch ein paar Ortschaften, dann tauche ich in die Wälder ein. In der Mitte der Strecke das kleine Dörfchen Fredriksberg, dann wieder Wald. Und noch mehr Wald.
Während die vergangenen Tage in der Höhenlage von unter 150 Metern lagen, geht es jetzt etwas höher hinaus, bis über 400 Meter.
Kurz vor dem Ziel wird es wieder offener, Felder und Seen dominieren. Grangärde liegt zwischen den Seen Bysjön und Björken, auch der Väsman-See ist nicht weit.
Heute verlief der Weg die ganze Zeit – bis auf kurze Stücke zu Beginn und zu Schluß – auf einer alten Bahntrasse. Bis auf häufige Umlaufsperren sehr gut zu fahren. Die Steigung war so minimal. Früher war hier eine kleine Schmalspurbahn mit nur 861 mm Spurweite, hauptsächlich für den Gütertransport um die Stromschnellen im Klarälv zu umgehen. 1990 fuhr der letzte Zug, und heute ist es ein 90 km langer Radweg.
Es gab zwar einige Schauer, aber die waren nur wenige Minuten lang und nicht so stark. Ansonsten war es ein herrlicher sonniger und sich sommerlich anfühlender Tag.
Der Campingplatz ist fest in holländischer Hand – kein halbes Dutzend, einschließlich mir, ist aus anderen Ländern. Auch der Betreiber ist aus Holland.
Seerosen noch in KarlstadRastplatzBähnle-RadwegVieles blüht am WegesrandKlarälvUngefähr 40 Kilometer soUnd die anderen 40 Kilometer so.Bahnwärter Karls Kombüse – ein kleiner RastplatzIn der Kombüse ist man bei einem Schauer gut geschützt. Der 60. Breitengrad ist erreicht. Auf einer Linie mit St. Petersburg und der Südspitze Grönlands.Badestelle am Campingplatz
Heute verlasse ich den größten See der EU (mit ca. 5500 km² mehr als 10 Mal so groß wie der Bodensee) und begebe mich ins Landesinnere. Nicht allzu weit vom Fluss Klarälven entfernt, steigt die Strecke allmählich bis auf ca. 150 Meter. Das Ziel ist der kleine Weiler Råda am See Rådasjön.
Heute wusste das Wetter wirklich nicht, was es wollte. Regenschauer oder ein paar Sonnenstrahlen, kühl oder ein Anflug von Wärme, leichte Brise oder kräftiger Wind. Die meiste Zeit fuhr ich mit Regenschuhen, oft auch in kompletter Regenkleidung. Manchmal kam zwar die Sonne raus, aber es blieb sehr unbeständig. Erst einige Kilometer vor Karlstad besann sich das Wetter und wurde freundlicher und etwas wärmer, fast so schön wie gestern, so dass ich in kurzer Kleidung ankam.
Das Höhenprofil für heute sah recht wild aus, ständig auf und ab, aber es war angenehmer zu fahren als gestern, es waren eher lange Wellen mit leichten Abfahrten, die auch schön zu fahren waren. Auf jeden Fall bin ich heute lange nicht so fertig, und das liegt nicht nur an der kürzeren Strecke.
Übrigens habe ich den ersten Elch dieser Reise gesehen, allerdings drehte er sofort um und verschwand im Wald bevor ich reagieren konnte. Und einen Fuchs der über die Straße rann
Camping Åmål nachts um 2 UhrViehweide eines BiobauernhofsBlühende WieseMittagspause in Borgvik am Grumsfjord, einem Nebenarm des VänernRadweg vor KarlstadDer Klarälv in KarlstadIn Karlstad
Heute ging es mit einem heftigen Regenguss los, aber nach zehn Kilometer kam die Sonne durch, und es wurde ein schöner, recht warmer Radeltag.
Ähnlich wie gestern ging es auf meist kleinen Straßen immer bergauf und bergab. Meine Mittagspause habe ich in Håverud am Dalsland-Kanal gemacht. Ein kleines Boot mit hohem Mast wurde gerade geschleusst, da konnte man die Klappbrücke in Aktion sehen.
Der „Salat“ war lecker aber ziemlich massiv, das hat die folgenden Kilometer nicht einfach gemacht. Es gab sehr viele kleine Steigungen, manche waren keine 20 Meter lang, aber alle waren sehr giftig. Laut Schild bis zu 23%
Smultronställe – Walderdbeerplatz ist die schwedische Bezeichnung für einen geheimen Lieblingsplatz. Es ist noch zu früh, um mich für einen Lieblingsplatz dieser Reise zu entscheiden, aber das wörtliche Vorbild habe ich gefunden. Direkt am Weg Massen von Walderdbeeren.
Jetzt sitze ich am Ufer des Vänern, froh gut angekommen zu sein, denn die Höhenmeter haben sich auf dem Navi doch auf 890 summiert. Am Abend wird es jetzt frisch, der Wind bläst vom riesigen Vänern. Die Sonne geht noch lange nicht unter, die Dämmerung endet erst kurz vor Mitternacht.
Kleine StrassenWeite LandschaftSchleusse für kleine Boote – Brücke oben, damit der Mast durchpasstUnd untenFlusskrebse, Garnelen und Lachs – und ein bisschen Salat darunterAm Dalsland-KanalTypisch rot und weiss, hier mal besonders schön smultronställesmultronDa kommt gleich mein Zelt hinDer Vänern
Heute geht es am Vänern entlang bis Åmål – wobei entlang vielleicht das falsche Wort ist. Der Weg ist nur ganz am Anfang und Ende in Ufernähe, unterwegs bin ich meist mehrere Kilometer davon entfernt.
Durch Städte komme ich nicht, sondern eher durch Dörfer, eines davon ist das kleine Dorf Rostock, welches den Zusatz „Dals“ nur trägt, um Rostock in Dalsland von Rostock in Deutschland zu unterscheiden.
Wie auch schon gestern und für alle weiteren Tage muss man die Höhenmeter mit Vorsicht genießen – hier werden 1131 Hm angezeigt, im Routenplaner mit 557 aber nur weniger als halb so viel.
Gestern haben wir noch ein paar kurze Folgen der schwedischen Soap „solsidan“ geschaut. Zwei befreundete Paare mit kleinen Kindern erleben die verrücktesten Alltagsabenteuer.
Der erste richtige Fahrtag war auch eine „Sonnenseite“: Recht warm, oft Sonnig immer leicht bergauf und bergab, und fast immer Rückenwind. Genau die richtige Einstimmung auf die Tour.
Aber ich bin froh, dass ich schon angekommen bin, da im Moment einige starke Regenschauer runtergehen. Nachher muss ich wieder in die Stadt, da die Restaurants auf dem Campingplatz erst ab Mittsommer auf haben. Wenn die Regenschauer vorüber sind ist das aber kein Problem.
Göta ÄlvDer Radweg geht über das Tor der Schleuse Göta ÄlvEin anderer Radfahrer
So, heute geht es endlich los, der erste richtige Reisetag mit dem Rad. Immer den Göta Älv entlang, an Trollhättan vorbei bis zum Ufer des Vänern. Am ersten Tag übertreibe ich es noch nicht, es sind nur 75 km ohne große Anstiege.
Gesamtstrecke: 74.85 km Gesamtanstieg: 809 m
Der Gesamtanstieg von 817 m sieht im ersten Moment nicht wie „ohne großen Anstieg“ aus. Aber mit Höhenmetern ist es so eine Sache… Je nach Anzeige-Programm kommen da ganz unterschiedliche Werte heraus. Wenn ich eine Strecke von Rümmingen nach Freiburg der B3 entlang plane, komme ich mit dem eigentlichen Routenplaner auf 205 Höhenmeter, dieselbe Datei hat jedoch mit einem GPX-Viewer schon 436 Hm und hier auf dieser Seite werden dafür schon 563 Hm angezeigt. Ich schätze mal, der Tag dürfte knapp 300 „echte Höhenmeter“ haben, schon etwas mehr als die flachste Strecke von Rümmingen nach Freiburg, aber deutlich weniger als die Strecke über Badenweiler.
Ich habe mal gesucht, ob ich Orte in Schweden finde, die ungefähr ein ähnliches Klima haben wie Orte zuhause. Natürlich haben Freiburg oder Rümmingen keine Entsprechung, in Schweden ist es einfach etwas kälter. Aber im Schwarzwald bin ich fündig geworden: Das Klima von Schönwald entspricht recht gut dem von Trollhättan: Ähnliche Jahresdurchschnittstemperatur, ähnliche Temperaturen im Juli oder im Januar, ähnlich viel Sonne. Die wesentlichen Unterschiede sind der Niederschlag – in Schönwald fällt doppelt so viel Regen oder Schnee – und die Höhenlage. Schönwald liegt auf 1000 m über dem Meer und Trollhättan nur auf 50 m.