Wie gewohnt, ging es mit Schwedisch weiter, zuerst sprachen wir über den Wohnungsmarkt und Heizkosten, Fernwärme und Strompreis.
Dann war Tove Jansson dran, die nicht nur die bekannten Mumin-Geschichten schrieb, sondern auch als Malerin ziemlich aktiv war. Wir lasen „Das unsichtbare Kind“ mit Mumintroll, Tutiki, der kleinen My und der unsichtbaren Ninni .. Da kamen Kindheitserinnerungen wieder hoch.
Am Nachmittag dann ein kleiner Ausflug zu zwei Fischerdörfern, Kläddesholmen und Skärhamn. Das Wetter spielte nicht ganz mit, aber für ein paar Bilder hat es doch gereicht.
Ist das Kunst oder kann das weg? Sprudelkisten vor dem Aquarellmuseum
Auch heute ging es natürlich wieder mit Schwedisch weiter, das Wetter draussen ermunterte dazu – es stellt sich schon eine Routine ein. Am Nachmittag dann noch eine kleine Radtour, an manchen Stellen sah es fast so aus wie im Schwarzwald.
Heute morgen ging es weiter: mit Minderheitssprachen und schwedischen Dialekten. Wir hörten uns einige Aufnahmen an und ich versuchte zu verstehen. Das ging meistens ganz gut, da sich die schwedischen Dialekte mehr bei der Aussprache und Satzmelodie leicht voneinander unterscheiden, aber kaum im Wortschatz. Selbst einen norwegisch sprechenden Moderator konnte ich halbwegs verstehen.
Am Nachmittag übernahm Bengt und spielte mir ettliche Lieder vor, unter anderem eine makkaronische Dichtung aus deutsch und schwedisch:
Som ni hören kan nicht jag Sprechen deutchen särskilt bra Men Carola hon har lärt mich alla Grunden Under varje Nakenbild Steht ein Text dass macht mich vild Och ibland så är det så ich måste blunden
Ein anderes Lied war das vom Huhn Agda. Noch etwas weniger jugendfrei als das obige Carola von Robert Bruberg. Der alte Hahn der konnt nicht mehr, tirili….. Und was der neue so alles macht…
men som han är frisk och sund, får vart höns enkärleksstund…
Jeannette kann sich das ja mal übersetzen, ich bring dann den Rest mit. 😀
Dann aber auch noch andere Lieder mit seriösem oder einfach nur poetischem Inhalt. Alles in allem wieder sehr abwechslungsreich.
Gegen Abend habe ich dann noch eine kleine Runde von ca 20 km gedreht. Hier ein paar Bilder aus Nödinge und Umgebung:
Blick von der anderen SeeseiteKirche in NödingeNur echt mit Schwedenflagge
Morgens gab es wieder viel Schwedisch: Zeitungsartikel, Nachrichtensendungen, draußen sitzen und alles benennen was zu sehen war und den Anfang von Selma Lagerlöfs „Der Kaiser von Portugallien“.
Am Nachmittag habe ich dann mit Bengt einen kleinen Ausflug zu den Schären bei Marstrand gemacht – Anna hatte da andere Termine.
Die Festung MarstrandDie „Kuh-Insel“, Nachbarinsel von Marstrand Blick auf die Schären Bengt
Nicht besonders warm, aber ein gutes Sommerwetter, herrlich!
Heute morgen war es ziemlich windig und frisch, genau das richtige Wetter um drinnen zu bleiben und Schwedisch zu lernen.
Puh, ganz schön intensiv, das macht müde, mein Kopf ist jetzt leer. Aber es macht auch Spaß. Wir haben über samische Kultur gesprochen, die Wahlergebnisse diskutiert und Gedichte gelesen. Mittags habe ich einen kleinen Spaziergang am See gemacht, dann ging es weiter.
Nachher grillen wir, und Bengt hat einen samischen Film mit schwedischen Untertiteln empfohlen. In dem Film wird nicht viel geredet, hat er gesagt, das versteht man ganz gut.
Blick auf das Haus von Anna und BengtSpazierweg am Ufer Der Vimmer-SeeAm Steg
Mal schauen, wie ich diese Woche einteile – jeden Tag werde ich ein paar Stunden Schwedisch üben und dann sicher die Umgebung erkunden: Ausflüge zur Festung Bohus, nach Göteborg, eine Radtour zu den Schären auf die Insel Marstrandsö oder ein Besuch im Freizeitpark Liseberg – wann ich aber was machen werde, weiß ich noch nicht.
Den nächsten „Plan für Tag X“ gibt es dann in einer Woche, am Sonntag, wenn ich mich mit der ersten größeren Tagesetappe auf den Weg machen werde.
Es grummelte zwar immer wieder, blieb aber doch noch trocken. Manchmal kam die Sonne raus, aber es war doch recht frisch.
Domkirche GöteborgDie Schweden liiieben SüssigkeitenGustav II. Adolf, der Gründer Göteborgs
Auf dem Weg nach Nödinge legte das Gewitter los, es gab immer wieder heftige Güsse, kurz bevor ich durchkam auch als Hagel
Meine Fahrradspur im Hagel
Kurz vor der Ankunft wurde es wieder trocken. Das Haus von Anna und Bengt liegt idyllisch an einem kleinen See. Wir haben gerade gut Kaffee getrunken und uns schön unterhalten. Sehr nett! Man merkt, dass die beiden Erfahrung mit Sprachunterricht haben – sie haben immer darauf geachtet, nicht zu schnell zu sprechen, deutlich und mit nicht zu komplizierten Worten.
Nachher setzen wir uns noch zusammen und planen die Woche.
Den ersten Brocken Schwedisch habe ich vermutlich schon gestern auf der Fähre benutzt, und für die nächsten 25 Tage tauche ich hoffentlich gut in die Sprache ein.
Nach der Ankunft morgens in Göteborg werde ich die Stadt etwas intensiver anschauen als beim letzten Mal – damals sind wir nur kurz durch die (morgens noch leere) Stadt gefahren, da wir eine normale Tagesetappe vor uns hatten. Dieses Mal habe ich mehr Zeit, da mein Ziel, Nödinge, nur gut 30 Kilometer nördlich von Göteborg liegt.
Gesamtstrecke: 32.92 km Gesamtanstieg: 371 m
In Nödinge komme ich dann für eine Woche bei Anna und Bengt unter – ich habe mir einen Sprachkurs gegönnt.
Das Fahrradabteil ist voll, ein älteres Ehepaar aus Riehen will Jütland umrunden, ein Anderer trifft sich mit Freunden in Westerland, und bei der Bahn ist heute wieder mal das Verhältnis Fahrzeit pro Euro besonders hoch – anders gesagt: eine Stunde Verspätung angekündigt wegen Streckenreparatur und Umleitung. Wie gut, dass ich in Kiel viel Zeit habe.
Vor dem Badischen Bahnhof
In Kiel war es erst noch sonnig aber windig. Bald schon zog es zu und drohte zu regnen. Also beeilte ich mich auf die Fähre zu kommen. Jetzt sitze ich im trockenen während es draußen schon regnet. In einer guten Stunde wartet das Abendbuffet auf mich.
Heute geht es endlich los. Zuerst mit dem frühesten Zug bis Kiel. Das heißt zwar, dass ich vor 4 Uhr aufstehen muss, aber dafür ist es ein direkter Zug und ich komme noch vor 13:00 Uhr an. Es bleibt also genügend Zeit, eine eventuelle Zugverspätung aufzufangen, und um Kiel noch etwas anzuschauen, bevor es dann am späteren Nachmittag auf die Nachtfähre nach Göteborg geht.