Untertitel sind überbewertet

Autor: Jeannette (Seite 10 von 17)

Sonne, Strand & Me(h)er

Die Zeit vergeht wie im Fluge und die letzten Tage waren doch sehr interessant und auch abenteuerlich. Aber fange ich mal von vorne an….

Am Freitag ging es zum Schnorcheln an die Playa Ocotal. Nach ein paar Erklärungen wie man richtig schnorchelt ging es auch schon los. Ich hatte das Erlebnis in Australien am Great Barier Reef ja schon zweimal und war ganz begeistert. Ganz so schön bunt war es dann in Ocotal nicht, aber das liegt sicher auch daran das die Meere immer wärmer werden und somit die Korallen absterben. Aber es war trotzdem schön, denn wir haben viel gesehen. Kleine Rochen, Seeigel, Kofferfische, Thunfische, Scalare, Seehechte, Muräne, Drückerfische und dann noch einiges mehr was man auch in den Aquarien so sieht. Sehr beeindruckend. Pelikane haben gefischt und wir haben es sehr genossen. Dann war der Plan noch nach Tamarindo zu fahren um zu Abend zu essen und den tollen Sonnenuntergang zu sehen. In der Unterkunft angekommen wurden wir erstmal zur Seite genommen vom hiesigen Anlagenwächter der uns dann mitteilte wir haben wohl nur für eine Nacht gebucht und unsere Sachen sind bei ihm im Büro…oha. Wir waren voll der Meinung das wir für 2 Nächte gebucht hatten und die Vermieterin hatte auch kein Zimmer mehr für uns, sie war ausgebucht. Aber dank Booking und Airbnb haben wir schnell ein preiswertes Zimmer gefunden und dann hieß es erstmal umziehen. Den Plan mit Tamarindo haben wir dann auch verworfen, da es 70 km weit weg gewesen wäre und die Zeit nicht ausgereicht hätte für hin und her. Kein Problem,dann halt morgen auf der Durchfahrt nach Samara.

Und am nächsten morgen sind wir ohne Frühstück aufgebrochen und ca. 3km vor Tamarindo sind wir in einer Soda eingekehrt und haben richtig typisch costaricanisch gefrühstückt. Gallo Pinto…rote Bohnen mit Reis, Eiern, gebratenen Käse, gebratene Wurst, pulled pork und gebackene Banane. Sehr lecker aber auch gut gehaltvoll. Aber was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten, es sollte die einzige Mahlzeit des Tages werden. In Tamarindo haben wir vor den Toren der Stadt geparkt, denn die Ticas wollen immer und überall Geld nehmen für das Auto überwachen. Der Strand war schön und wir sind dann noch ins klare Wasser und haben den Surfanfängern zugeschaut. Und dann ab nach Nosara. Gerhard meinte ich solle mal schauen ob wir wirklich den Weg aussen Rum nehmen müssen oder ob wir nicht ne Abkürzung finden. Hmm, Abkürzung das wäre ja dann nicht die Hauptstrasse und nach einigem hin und her und einem gründlichen Missverständnis so will ich das mal ausdrücken sind wir in Santa Cruz von der Hauptstrasse abgebogen auf zum Höllentrip. Erst war die Strasse zwar schmal aber ganz gut, ungeteert aber okay. Und niemand kam uns entgegen….wir fuhren von Spitze zu Spitze, immer höher auf einem schmalen Grad. Oben haben wir noch wilde Mandarinen gefunden und genascht und dann ging es mehr nach unten aber auch immer mal wieder steil nach oben. Aber der Weg wurde immer ausgewaschener und unbefahrbarer zumindest wenn man keinen Allrad-Wagen dabei hat. Wir haben einen Suzuki…eben aber kein Allrad Antrieb und sind uns auch dessen bewusst und haben bisher auch gut die wirklich nicht befahrbaren Wege umfahren. Irgendwann kamen wir dann an eine Abzweigung wo Gerhard noch meinte jetzt wird es ja immer komischer aber das Abenteuer nahm seinen Lauf. Vorher sind wir schon einen Weg runtergeholpert wo klar war, das war der Point of no return…okay tapfer fuhr Gerhard weiter in der Hoffnung es wird schon nicht so schlimm. Aber dann kam der Moment wo wir beide den Aufstieg sahen und meinten jetzt ist der Weg zu Ende. Und ja…..wir kamen nicht hoch, zudem der Weg jetzt richtig ausgewaschen war und auch feucht, somit rutschig. Nachdem wir es noch versucht hatten, ich auf der Motorhaube und so…aber wir blieben dann trotzdem auf halber Strecke stecken. Okay, was nun…..Gerhard ist dann losgelaufen und ich bin beim Auto geblieben, das war dann 9km vor Nosara. Dann nach einer Stunde ein Anruf, der Netzempfang eher bescheiden mit der Info es kommt jemand in 1,5 h gegen 18:00 und kann uns helfen. Der Anruf war um 15:00. Hmm alles komisch aber nun, es hieß Ruhe bewahren. Um 17:30 geht hier als die Sonne unter….ich hatte ja alles und zur Not hätte ich mich im Auto eingeschlossen. Nach einer weiteren halben Stunde kam dann ein Moped und fuhr einfach an mir vorbei. Bis ich das geschnallt hatte…aber ich rief ihm hinterher und dann hielt er an. Ja ja mein Freund sei bei ihm und in einer Stunde kommt Hilfe. Oha na dann. Nach weiteren 2 Stunden kam Bewegung in die Sache. Ein Jeep kam vorsichtig um die Ecke und ich dachte schon es sei Gerhard mit besagter Hilfe. Aber es stiegen 2 Ticos aus und kamen runter. Sie waren freundlich und der eine meinte er hätte Gerhard gesehen mit einem Traktor, der kommt. Aber er muss jetzt hier durch und er könne das Auto runter fahren damit er durch kann. In der Zwischenzeit kam dann noch ein Moped daher und dann haben die auf Spanisch und dann wieder in Englisch mit mir gesprochen. Hmm da war guter Rat teuer aber gesagt getan. Er fuhr das Auto runter und dann kam dann Gerhard mit dem Traktorfahrer äh nee das war kein Traktor es war ein Bagger so mit Schaufel vorne und hinten. Dann gesellte sich noch der erste Mopedfahrer dazu und dann haben die Männer miteinander geschwätzt. Die einen meinten zurück da wo wir hergekommen waren und die anderen meinten nach vorne. Es sah eine Zeitlang so aus als würde das nichts werden, es traut sich keiner aber nachdem dann Gerhard erklärte von wo wir kamen und das wir das alles gefahren sind dann ging es endlich los. Der Baggerfahrer legte los die Strasse auszubessern und dann ab ans Seil mit unserem Auto. Das riss dann auch ziemlich gleich und dann gab es die Stahlkette. Und dann ging es ab, der Bagger zog und zog… Stückchen für Stückchen bewegten wir uns endlich nach oben. Dann oben angekommen ging es nach einem kleinen flachen Stück runter. Das erforderte höchste Konzentration um nicht mit der Windschutzscheibe den Bagger zu knallen. Nach 3km war es dann geschafft….wir waren erleichtert. Dann noch die Buckelpiste bis runter nach Nosara und weiter zum Endziel Samara was nochmals weitere 30km entfernt war. Alles ungeteerte Buckelpiste…dann sag ich irgendwann: man das Auto vor uns rußt ja ganz schön und bis wir bemerkten das sind ja wir verging eine Zeit. Und dann kam die Motortemperaturanzeige…oweia. Dann haben wir an einer Bar angehalten was ganz gut war, denn wir brauchten viel Wasser und eine Zange welche wir bei dem freundlichen Barmann erhielten… weiter ging es. Noch 20km nach Samara aber wir sollten kein Glück haben. Gott sei Dank haben wir dann den Braten schon gerochen. Gerhard stieg aus und checkte die Lage…fazit war er kam ohne Schuhe zurück. Die hat es ihm ausgezogen und er konnte sie im Schlamm nicht mehr finden. Schlechter Weg und dann kam noch Wasser dazu, also wenn wir weiter gefahren wären dann wären wir im Schlamm festgesteckt, Abends um 21:00…wir hatten die Hoffnung schon fast aufgegeben an unserem Nachtquartier anzukommen und sind umgedreht. Unterwegs sahen wir ein Schild mit Restaurant El Crocodil, okay da fragen wir ob sie Zimmer haben….aber wir wurden belohnt mit der richtigen Wegbeschreibung nach Samara auf geteerten Straßen. Dann nochmals 16km und völlig am Ende unserer Kräfte kamen wir an und wurden ganz lieb von Tica der Angestellten von Thomas unserem B&B Gastgeber empfangen. Sie war dann noch so lieb und hat uns noch zwei Bierchen besorgt in der gegenüberliegenden Bar, die schon zu hatte. Kein Wunder wir kamen ja erst nach 22:00 Uhr an….dann noch eine Dusche und ab ins Bett. Was für ein Tag! Das war ein Abenteuer das man so in Costa Rica wohl nicht am Strassenrand oder im Touristikbüro kaufen kann.

Nachdem wir ausgeschlafen hatten, obwohl ich glaube Gerhard hat die ganze Nacht von schlechten Straßen geträumt, gab es erstmal ein tolles Frühstück von Tica und dann ging es ab zum Strand. Heute wurde das Auto nicht bewegt sondern wir konnten uns zwischen 2 Stränden bewegen und haben noch einmal versucht zu schnorcheln, diesmal ohne Erfolg. Das Wasser war leider zu trüb. Dafür gab es dann am Abend in der gegenüberliegenden Sunset Bar ein Cocktail und dazu einen mega tollen Sonnenuntergang 🌞. Thomas hatte uns heute morgen verraten, das Tica und ihr Mann auch für die Gäste kochen. Er ist Italiener und soll ganz fantastisch kochen. Na das haben wir dann gerade auch ausprobiert und müssen gestehen daß war super. Frischer Thunfisch mit Süsskartoffel, Yuca Gemüse und frischem Salat. Ich glaube so frischen Fisch hatte ich noch nie. Den Fisch hatten die heute morgen um die Ecke am Strand bei den Fischern erstanden, quasi noch warm. Wir würden gerne noch bleiben aber die Zimmer sind ausgebucht, kein Wunder…tolle Lage am Strand und verdammt ruhig. Einzig die Hühner am Morgen stehen früh auf und der Hahn kräht aber das sind wir ja gewöhnt.

Das Leben hier möchte ich auch noch beschreiben, sehr spannend aber nicht mehr heute. Nun genießen wir noch einen Kaffee und ab ins Bett. Mal schauen welche Abenteuer morgen auf uns warten.

Vom Nebelwald zum Strand

Bevor ich mich dem heutigen Tag widme hab ich noch einen kleinen Nachschlag zum gestrigen Abend. Wir waren wirklich super lecker essen, die Köchin hat uns ihre Spezialität des Hauses gekocht und dann gab es dazu frisch gepressten Fruchtsaft aus Ananas/ Mango. Hmm lecker. Als ich dann das Zimmer aufgeschlossen hatte krabbelte uns ein kleiner Scorpion entgegen. Tja der blieb Gott sei Dank die Nacht über draussen😉.

Heute morgen sind wir wieder früh aufgestanden. Ich hab den Eindruck das dies ganz gut ist da der Tag ja schon gegen 17:00 zu Ende ist und wir dann ausser essen und zeitig schlafen gehen momentan noch ein wenig am Jetlag knabbern. Der Nebelwald hat seinem Namen alle Ehre gemacht. Als wir die Schotterpiste endlich hinter uns gebracht hatten und in den Park gingen war es doch sehr feucht und regnete ein wenig…ist ja warmer Regen und somit gut zu ertragen. Und oben in den Baumwipfeln zog der Nebel durch, richtig mystisch und tatsächlich ein wirklich wenig überlaufener Park. Sehr ursprünglich und man kann sehr gut verstehen was mit Urwald gemeint ist. Die vielen Bäume, Palmen und exotischen Pflanzen…einfach nur toll. Einige der Pflanzen kennt man bei uns Zuhause als Zimmerpflanzen und hier wachsen die eben draussen und sind sehr groß. Und dann die vielen Vögel, einfach super. Die allerdings vor die Linse zu bekommen kein leichtes Unterfangen.

Und dann ging es zum Strand und in die Wärme. Dafür mussten wir ein paar holprige Straßen mit Löchern überwinden bevor wir dann die Panamericana nutzen konnten. Und dann wurde es auf einmal richtig heiß, ich hab schon gedacht die Heizung ist kaputt 🥳. Aber irgendwie auch toll, da nun der Vitamin D Spiegel aufgefüllt wird. Wir sind kaum im Appartement angekommen sofort in die Badeklamotten gesprungen und ab zum Strand. Der Strand hat schwarzen Sand und wir konnten Pelikane mega nah beim Fischen beochbachten. Das ist schon eindrücklich.

Vom Regenwald zum Nebelwald

Der Lava-Weg war sehr schön und wir konnten doch einige Vögel beobachten. Wunderschöne wilde Orchideen waren immer wieder zu sehen. Immer wieder kam der Regen, aber das ist ja nicht wirklich schlimm da es ein sehr warmer Regen ist.

Gestern haben wir uns noch entschieden nach Monteverde zu fahren um dann noch ein wenig im Nebelwald zu wandern. Und so haben wir uns dann ins Auto gesetzt und ab ging die Post. Die ersten Kilometer waren noch gut zu fahren aber dann ging es auf kleineren Straßen weiter mit nicht unerheblichen Löchern, aber auch wir haben es geschafft.

Nun genießen wir gerade die Aussicht auf den Pazifik bei einem einheimischen Bier 🍺. Lecker….

Weissrüsselnasenbär, Faultier & Co

Der Tag begann ja gestern sehr früh und nachdem wir uns gestärkt hatten ging es dann auch gemütlich zu einer geplanten Seerumrundung vom Laguna Arenal los. Unterwegs mussten wir erstmal einen Vollstopp hinlegen, denn eine ganze Horde von Touristen stand mitten auf der Straße und an einem Grundstück und schaute nach oben….man erklärte uns das sie nach einem Faultier Ausschau halten und siehe da, oben im Baum schlief es friedlich. Wow… Dann kam das erste Highlight des Tages. Man erzählte uns davon und wir waren vorbereitet. Heisse Quellen und für ein paar Colonnes könnte man das Auto am Strassenrand parken und dann ging es auch schon los. Morgens um 09:00 schon von warmen Wasser umspült, über uns kreisten die Geier und an unseren Körpern knabberte Fische…das war zugegeben etwas unheimlich.

Dann ging es weiter und auch der nächste Stopp liess nicht lange auf sich warten. Weissrüsselnasenbären, eine ganze Horde lief friedlich auf der Straße umher….nach Blickeschweifen hab ich dann noch ein paar Affen entdeckt. Und die Natur am Rande der Strasse einfach super. Farbenfroh, grün und sehr ausladend. Dann haben wir in Nuevo Arenal noch einen Stopp bei der German bakery gemacht, wo uns der Auswanderer aus dem Allgäu freundlich begrüßte. 25 Jahre ist er nun schon hier und hat sich ein schönes Zuhause geschaffen. Er meinte dann auch das wir wenn wir nicht einen aufgebockt en Allradwagen hätten, dann ginge die Umrundung nicht da zwei Brücken eingestürzt wären und somit der Fluss überquert werden müsste. Naja nicht so schlimm also wieder zurück. Dann sind wir noch nach El Castillo gefahren und trafen dort auf sehr nette Einheimische die uns alles mögliche erzählt haben unter anderem auch einen Tipp für eine gute Wanderung auf dem alten Lava Weg von 1968 zu den wollen wir heute nun machen. Der Vulkan ist ja seit 2010 still und liegt meistens mystisch im Nebel.

Ankommen

Bevor ich aber die ersten Eindrücke hier in Costa Rica beschreibe

Mir ist leider kein besserer Titel eingefallen, denn es beschreibt dieses Gefühl der letzten beiden Tage ganz gut. Bevor wir aber richtig abfliegen könnten wurde Gerhard erstmal beim Zoll abgeführt, ja ja. Er wurde gefahndet und er musste erstmal die erhöhte Strassenbenutzungsgebühr leisten und sich frei kaufen. Der Flug war lang und irgendwann ging es dann doch schnell. Beim ersten landen musste er nochmals durchstarten, da zuviel Nebel da war. Das hat mich doch schwer an die Landung in Irkutsk erinnert. Dann Mietauto abholen und ab ins Hostel. Dort trafen wir dann auf Lorenzo, eigentlich Lorenz aus Leipzig…ein junger Kerl der erstmal bevor er weiß was er studieren will ein bisschen sein spanisch in Costa Rica aufpäppeln will. Noch ein Bierchen zum Abschluss bevor es dann nach 20 Stunden ins Bett ging.

Am nächsten Morgen waren wir richtig früh wach. In San Jose haben wir dann noch Geld getauscht und nun können wir auch das Haus mit einem Rutsch abbezahlen…wir sind reich!🥳 750’000 Colonnes gab es für 1000 Schweizer Franken. Unser erstes Ziel welches wir anvisiert hatten war dann la Fortuna. Eigentlich wollten wir den Panamericana Highway nehmen aber das Navi hatte so seine eigenen Pläne mit uns. Was letztlich super schön war, da wir erstmal durch den Regenwald führen. Abenteuerlich mit den Lastwägen im amerikanischen Stil, dem Regen und der fast 100%steilen Hänge über und über mit tief grünen Pflanzen bewachsen. Irre….dann ging es weiter auf einer gut ausgebauten Strasser namens corridor Atlantico. Was und wem man da alles begegnet neben den Autos. Fahrradfahrer, Hunde, Hühner und immer wieder diese tollen Früchtestände… Papaya, Ananas, Avocados…super lecker und frisch. An Ananasplantagen sind vorbeigekommen, der Duft irre. Ein paar Geier konnten wir auch schon beobachten. An unserer Unterkunft in la Fortuna haben wir 4 Deutsche angetroffen, 3000 Hühner und einen stolzen Hahn der uns heute morgen liebevoll bekräht hat…fast wie Zuhause😉

Der Jetlag hat uns noch voll im Griff und so wollen wir heute schauen was uns so begegnet…

Reise Reise

Ein, zwei, drei im Sauseschritt läuft die Zeit, wir laufen mit. Schaffen, schuften, werden älter, träger, müder und auch kälter, bis auf einmal man erkennt, das das Leben geht zu End‘. Viel zu spät begreifen viele die versäumten Lebensziele, Freunde, Schönheit der Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur. Darum, Mensch, sei zeitig weise. ! Höchste Zeit ist’s! Reise, Reise! Dieses Zitat ist von Wilhelm Busch und so kann das Abenteuer Mittelamerika beginnen. Martin war so lieb und hat uns zum Flughafen gebracht und bisher gab es keine Schwierigkeiten. Der Flughafen ist busy aber man kann gut die Abstände einhalten….man weiß ja nie! Einzig die Hühner müssten nun Zuhause bleiben aber diese wissen wir gut versorgt.

Berge satt & Sommer Sonne Bienen im Breisgau

Nachdem wir eine herrlich ruhige Nacht auf dem Grand Ballon hatten konnten wir die klare Sicht beim Starten in den Tag genießen. Das einrollen in den letzten Tag verlief so friedlich, dass wir fast nicht weg wollten.

Der Petit Ballon ist auch noch einmal ein eher unspektakulärer Berg aber wieder eine grandiose Aussicht von da „oben“. Die Abfahrt allerdings nicht ganz so einfach, da es mal wieder ziemlich steil nach unten ging. Schade, denn das ist so keine Belohnung für das Rauffahren. Nach ein paar weiteren Höhenmetern und Bodenwellen hatten wir es fast geschafft. Die Berge lagen nun hinter uns und so haben wir noch eine letzte Mittagspause in einer kleinen Auberge gehabt. Schaut mal genau das Bild mit dem Panache?an. Und nach dieser Stärkung ging es dann runter in den Breisgau wo uns eine Hitze empfang…

Ja wenn es die ganzen Tage bei uns so eine Temperatur gehabt hätte…..dann hätten wir wohl abgebrochen aber so war es immer angenehm in den Bergen und wir konnten gut fahren.

In Breisach haben wir noch einen kurzen Eisstopp mit Johannisbeerschorle eingelegt bevor es dann über den Tuniberg nach Freiburg ging. Puh wirklich was für eine Affenhitze….und der krönende Abschluss war dann noch, dass ich von einer Biene gestochen worden bin…8km vor Schluss und das während dem Radeln. Nun es brennt immer noch und ist geschwollen. Aber ich will nicht jammern…. schließlich haben wir ganz anderes durchgestanden ?.

Zum Schluss mussten wir zugeben, dies Unterfangen war eines der härtesten was wir mit dem Rad unternommen haben und trotzdem es war grandios, hart, schön, erlebnisreich und eine enorme Erfahrung was den Willen aber vor allem unsere wunderschöne Gegend angeht. Die ist nämlich wirklich toll und man muss nicht immer weit fahren um etwas zu entdecken.

Ein herrlicher Urlaubstag

Das findet ihr bestimmt komisch, dass wir nach 4 Tagen von einem Urlaubstag schreiben. Aber nachdem wir nun, angekommen am Grand Ballon, bei einem Bierchen den Tag Revue passieren lassen, kam uns beiden sofort in den Sinn, dass heute der erste Urlaubstag war. Nicht falsch verstehen, aber die letzten Tage waren eher sportlich und nicht so sehr mit Urlaubsfeeling verbunden.

Den Tag könnte man heute mit Auf, ab, auf ab und auf beschreiben aber das wird diesem Tag nicht gerecht. Wir hatten unbeschreiblich schöne Ausblicke und Strecken heute. Bis auf zugegeben der Weg zum Grand Ballon den wir kennen und der immer schlechter wird….ausgewaschen mit lösen Kieselsteinen und grossen Löchern…kein Vergnügen. Aber dafür wird man mit einem unglaublichen Panorama belohnt und wir dürfen es heute richtig genießen da wir hier übernachten.

Erwähnenswert ist noch der Col de Page…eine kleine Waldstrasse führt hinauf, wenig befahren aber unglaublich friedlich. Dort kamen wir mit einem sehr netten französischen Ehepaar ins plaudern. Er konnte ein wenig Englisch und so haben wir über die tollen Möglichkeiten die die Gegend zu bieten hat gesprochen, da sie auch sehr begeisterte Radfahrer sind.

Und zu einem guten Urlaubstag gehört auch eine nette Rast zwischendurch. Die haben wir kurz vor dem letzten Anstieg zum Grand Ballon gehabt…was sehr putzig war eine kleine Runde Elsässer Männer (nicht mehr taufrisch) beim Bier/ Wein und das Mittag um 2:00. Die haben aber vermutlich schon früher angefangen…da ist die Welt echt noch in Ordnung.

Morgen nun noch der kleine Ballon und dann geht es auch schon zurück nach Freiburg.

Spektakulär unspektakulär

Heute morgen hatten wir Gummi-Beine und einen alten Bekannten an unserer Seite, ihr ahnt es schon…der liebe Gegenwind. Hin und wieder war er schon da, aber nicht so penetrant. Ich hab wirklich gedacht, dass wir erst sehr spät am Zielort ankommen werden, aber der Tag wurde dann doch besser wie zunächst vermutet.

Wir fuhren heute durch viel Hügelland, die burgundische Pforte.. vermutlich war die auch für den Gegenwind verantwortlich. Ihr wisst ja, da kommt unser Wetter her.

Eigentlich ist heute nicht viel passiert ausser sehr viel Strecke und einem Aufstieg der sich wieder mal gewaschen hatte. Da war kurzzeitig angesagt, wer sein Fahrrad liebt der schiebt..

Der Ballon de Servance selber ist ja eine eher nüchterne Erscheinung, aber es war ganz ruhig und vor allem ein sehr wenig befahrener Berg. Fazit, es war zu schaffen und wirklich schön so durch die französischen Dörfer zu fahren. Mal etwas schöner hergerichtet dann aber wieder hmm kaum zu beschreiben, eben französisch.

Le Chasseral

Der Tag startete früh und mit einem leckeren Frühstück bei Bernhard. Bei dem haben wir nämlich gestern übernachtet, B&B mässig. Ein lustiges Kerlchen, der Bernhard. Er hat eine große WG, denn er hat neben den Durchreisenden wie wir auch noch Gastarbeiter an die er Zimmer vermietet in seinem Bauernhaus mit großem Garten.

Der Aufstieg zum dominierenden Highlight dieses Tages wird uns nicht leicht gemacht, aber eines ist zumindest bei mir heute klar….meine Beine sind nicht mehr aus Gummi. Das ist toll und zieht sich trotz Anstrengung bis zum Ende des Tages durch. Mir und meinen Beinen geht es gut und auch Martin gewöhnt sich an die Anstrengung.

Auch wenn ich es vielleicht noch nicht oft erwähnt habe, aber die Streckenführung ist toll. Die kleinen Dörfer im Hochplateau zwischen Mittelland und Chasseral waren noch so ursprünglich und wenig Tourismus. Die Kuhglocken bimmelten und hier ist die Welt noch in Ordnung. Herrlich dort durchtukurbeln, denn von Verkehr keine Spur.

Eines dieser Dörfer war Lamboing – Wer von euch kennt es denn auch? Vielleicht nicht unbedingt vom durchfahren, aber aus einem bekannten Stück der Weltliteratur.

Nun die Anstiege haben es wirklich in sich und doch lohnen sie sich, denn die Ausblicke oder wie z.b die letzte Abfahrt nach St. Hippolyte…einfach grandios. La Goule ist wirklich noch erwähnenswert, man fährt eine kleine Straße im guten Schuss runter…immer wieder tolle Ausblicke auf den Doubs und dann unten angekommen…oh wie komme ich hier wieder raus?????Einfach…man/frau schiebt sein geliebtes Fahrrad eine Rampe von mehr als 20% hoch und freut sich endlich oben angekommen zu sein.

Morgen geht es zum Ballon de Servance….eher ein Transfertag, wo wir auch wieder den Doubs queren werden. Ich muss gestehen, ich habe höchsten Respekt für alle Brevetfahrer die dies in einem Rutsch fahren…2,5 Tage… unvorstellbar.

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