42 Mal von hüben nach drüben

Autor: Jeannette (Seite 9 von 16)

Vom Regenwald zum Nebelwald

Der Lava-Weg war sehr schön und wir konnten doch einige Vögel beobachten. Wunderschöne wilde Orchideen waren immer wieder zu sehen. Immer wieder kam der Regen, aber das ist ja nicht wirklich schlimm da es ein sehr warmer Regen ist.

Gestern haben wir uns noch entschieden nach Monteverde zu fahren um dann noch ein wenig im Nebelwald zu wandern. Und so haben wir uns dann ins Auto gesetzt und ab ging die Post. Die ersten Kilometer waren noch gut zu fahren aber dann ging es auf kleineren Straßen weiter mit nicht unerheblichen Löchern, aber auch wir haben es geschafft.

Nun genießen wir gerade die Aussicht auf den Pazifik bei einem einheimischen Bier 🍺. Lecker….

Weissrüsselnasenbär, Faultier & Co

Der Tag begann ja gestern sehr früh und nachdem wir uns gestärkt hatten ging es dann auch gemütlich zu einer geplanten Seerumrundung vom Laguna Arenal los. Unterwegs mussten wir erstmal einen Vollstopp hinlegen, denn eine ganze Horde von Touristen stand mitten auf der Straße und an einem Grundstück und schaute nach oben….man erklärte uns das sie nach einem Faultier Ausschau halten und siehe da, oben im Baum schlief es friedlich. Wow… Dann kam das erste Highlight des Tages. Man erzählte uns davon und wir waren vorbereitet. Heisse Quellen und für ein paar Colonnes könnte man das Auto am Strassenrand parken und dann ging es auch schon los. Morgens um 09:00 schon von warmen Wasser umspült, über uns kreisten die Geier und an unseren Körpern knabberte Fische…das war zugegeben etwas unheimlich.

Dann ging es weiter und auch der nächste Stopp liess nicht lange auf sich warten. Weissrüsselnasenbären, eine ganze Horde lief friedlich auf der Straße umher….nach Blickeschweifen hab ich dann noch ein paar Affen entdeckt. Und die Natur am Rande der Strasse einfach super. Farbenfroh, grün und sehr ausladend. Dann haben wir in Nuevo Arenal noch einen Stopp bei der German bakery gemacht, wo uns der Auswanderer aus dem Allgäu freundlich begrüßte. 25 Jahre ist er nun schon hier und hat sich ein schönes Zuhause geschaffen. Er meinte dann auch das wir wenn wir nicht einen aufgebockt en Allradwagen hätten, dann ginge die Umrundung nicht da zwei Brücken eingestürzt wären und somit der Fluss überquert werden müsste. Naja nicht so schlimm also wieder zurück. Dann sind wir noch nach El Castillo gefahren und trafen dort auf sehr nette Einheimische die uns alles mögliche erzählt haben unter anderem auch einen Tipp für eine gute Wanderung auf dem alten Lava Weg von 1968 zu den wollen wir heute nun machen. Der Vulkan ist ja seit 2010 still und liegt meistens mystisch im Nebel.

Ankommen

Bevor ich aber die ersten Eindrücke hier in Costa Rica beschreibe

Mir ist leider kein besserer Titel eingefallen, denn es beschreibt dieses Gefühl der letzten beiden Tage ganz gut. Bevor wir aber richtig abfliegen könnten wurde Gerhard erstmal beim Zoll abgeführt, ja ja. Er wurde gefahndet und er musste erstmal die erhöhte Strassenbenutzungsgebühr leisten und sich frei kaufen. Der Flug war lang und irgendwann ging es dann doch schnell. Beim ersten landen musste er nochmals durchstarten, da zuviel Nebel da war. Das hat mich doch schwer an die Landung in Irkutsk erinnert. Dann Mietauto abholen und ab ins Hostel. Dort trafen wir dann auf Lorenzo, eigentlich Lorenz aus Leipzig…ein junger Kerl der erstmal bevor er weiß was er studieren will ein bisschen sein spanisch in Costa Rica aufpäppeln will. Noch ein Bierchen zum Abschluss bevor es dann nach 20 Stunden ins Bett ging.

Am nächsten Morgen waren wir richtig früh wach. In San Jose haben wir dann noch Geld getauscht und nun können wir auch das Haus mit einem Rutsch abbezahlen…wir sind reich!🥳 750’000 Colonnes gab es für 1000 Schweizer Franken. Unser erstes Ziel welches wir anvisiert hatten war dann la Fortuna. Eigentlich wollten wir den Panamericana Highway nehmen aber das Navi hatte so seine eigenen Pläne mit uns. Was letztlich super schön war, da wir erstmal durch den Regenwald führen. Abenteuerlich mit den Lastwägen im amerikanischen Stil, dem Regen und der fast 100%steilen Hänge über und über mit tief grünen Pflanzen bewachsen. Irre….dann ging es weiter auf einer gut ausgebauten Strasser namens corridor Atlantico. Was und wem man da alles begegnet neben den Autos. Fahrradfahrer, Hunde, Hühner und immer wieder diese tollen Früchtestände… Papaya, Ananas, Avocados…super lecker und frisch. An Ananasplantagen sind vorbeigekommen, der Duft irre. Ein paar Geier konnten wir auch schon beobachten. An unserer Unterkunft in la Fortuna haben wir 4 Deutsche angetroffen, 3000 Hühner und einen stolzen Hahn der uns heute morgen liebevoll bekräht hat…fast wie Zuhause😉

Der Jetlag hat uns noch voll im Griff und so wollen wir heute schauen was uns so begegnet…

Reise Reise

Ein, zwei, drei im Sauseschritt läuft die Zeit, wir laufen mit. Schaffen, schuften, werden älter, träger, müder und auch kälter, bis auf einmal man erkennt, das das Leben geht zu End‘. Viel zu spät begreifen viele die versäumten Lebensziele, Freunde, Schönheit der Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur. Darum, Mensch, sei zeitig weise. ! Höchste Zeit ist’s! Reise, Reise! Dieses Zitat ist von Wilhelm Busch und so kann das Abenteuer Mittelamerika beginnen. Martin war so lieb und hat uns zum Flughafen gebracht und bisher gab es keine Schwierigkeiten. Der Flughafen ist busy aber man kann gut die Abstände einhalten….man weiß ja nie! Einzig die Hühner müssten nun Zuhause bleiben aber diese wissen wir gut versorgt.

Berge satt & Sommer Sonne Bienen im Breisgau

Nachdem wir eine herrlich ruhige Nacht auf dem Grand Ballon hatten konnten wir die klare Sicht beim Starten in den Tag genießen. Das einrollen in den letzten Tag verlief so friedlich, dass wir fast nicht weg wollten.

Der Petit Ballon ist auch noch einmal ein eher unspektakulärer Berg aber wieder eine grandiose Aussicht von da „oben“. Die Abfahrt allerdings nicht ganz so einfach, da es mal wieder ziemlich steil nach unten ging. Schade, denn das ist so keine Belohnung für das Rauffahren. Nach ein paar weiteren Höhenmetern und Bodenwellen hatten wir es fast geschafft. Die Berge lagen nun hinter uns und so haben wir noch eine letzte Mittagspause in einer kleinen Auberge gehabt. Schaut mal genau das Bild mit dem Panache?an. Und nach dieser Stärkung ging es dann runter in den Breisgau wo uns eine Hitze empfang…

Ja wenn es die ganzen Tage bei uns so eine Temperatur gehabt hätte…..dann hätten wir wohl abgebrochen aber so war es immer angenehm in den Bergen und wir konnten gut fahren.

In Breisach haben wir noch einen kurzen Eisstopp mit Johannisbeerschorle eingelegt bevor es dann über den Tuniberg nach Freiburg ging. Puh wirklich was für eine Affenhitze….und der krönende Abschluss war dann noch, dass ich von einer Biene gestochen worden bin…8km vor Schluss und das während dem Radeln. Nun es brennt immer noch und ist geschwollen. Aber ich will nicht jammern…. schließlich haben wir ganz anderes durchgestanden ?.

Zum Schluss mussten wir zugeben, dies Unterfangen war eines der härtesten was wir mit dem Rad unternommen haben und trotzdem es war grandios, hart, schön, erlebnisreich und eine enorme Erfahrung was den Willen aber vor allem unsere wunderschöne Gegend angeht. Die ist nämlich wirklich toll und man muss nicht immer weit fahren um etwas zu entdecken.

Ein herrlicher Urlaubstag

Das findet ihr bestimmt komisch, dass wir nach 4 Tagen von einem Urlaubstag schreiben. Aber nachdem wir nun, angekommen am Grand Ballon, bei einem Bierchen den Tag Revue passieren lassen, kam uns beiden sofort in den Sinn, dass heute der erste Urlaubstag war. Nicht falsch verstehen, aber die letzten Tage waren eher sportlich und nicht so sehr mit Urlaubsfeeling verbunden.

Den Tag könnte man heute mit Auf, ab, auf ab und auf beschreiben aber das wird diesem Tag nicht gerecht. Wir hatten unbeschreiblich schöne Ausblicke und Strecken heute. Bis auf zugegeben der Weg zum Grand Ballon den wir kennen und der immer schlechter wird….ausgewaschen mit lösen Kieselsteinen und grossen Löchern…kein Vergnügen. Aber dafür wird man mit einem unglaublichen Panorama belohnt und wir dürfen es heute richtig genießen da wir hier übernachten.

Erwähnenswert ist noch der Col de Page…eine kleine Waldstrasse führt hinauf, wenig befahren aber unglaublich friedlich. Dort kamen wir mit einem sehr netten französischen Ehepaar ins plaudern. Er konnte ein wenig Englisch und so haben wir über die tollen Möglichkeiten die die Gegend zu bieten hat gesprochen, da sie auch sehr begeisterte Radfahrer sind.

Und zu einem guten Urlaubstag gehört auch eine nette Rast zwischendurch. Die haben wir kurz vor dem letzten Anstieg zum Grand Ballon gehabt…was sehr putzig war eine kleine Runde Elsässer Männer (nicht mehr taufrisch) beim Bier/ Wein und das Mittag um 2:00. Die haben aber vermutlich schon früher angefangen…da ist die Welt echt noch in Ordnung.

Morgen nun noch der kleine Ballon und dann geht es auch schon zurück nach Freiburg.

Spektakulär unspektakulär

Heute morgen hatten wir Gummi-Beine und einen alten Bekannten an unserer Seite, ihr ahnt es schon…der liebe Gegenwind. Hin und wieder war er schon da, aber nicht so penetrant. Ich hab wirklich gedacht, dass wir erst sehr spät am Zielort ankommen werden, aber der Tag wurde dann doch besser wie zunächst vermutet.

Wir fuhren heute durch viel Hügelland, die burgundische Pforte.. vermutlich war die auch für den Gegenwind verantwortlich. Ihr wisst ja, da kommt unser Wetter her.

Eigentlich ist heute nicht viel passiert ausser sehr viel Strecke und einem Aufstieg der sich wieder mal gewaschen hatte. Da war kurzzeitig angesagt, wer sein Fahrrad liebt der schiebt..

Der Ballon de Servance selber ist ja eine eher nüchterne Erscheinung, aber es war ganz ruhig und vor allem ein sehr wenig befahrener Berg. Fazit, es war zu schaffen und wirklich schön so durch die französischen Dörfer zu fahren. Mal etwas schöner hergerichtet dann aber wieder hmm kaum zu beschreiben, eben französisch.

Le Chasseral

Der Tag startete früh und mit einem leckeren Frühstück bei Bernhard. Bei dem haben wir nämlich gestern übernachtet, B&B mässig. Ein lustiges Kerlchen, der Bernhard. Er hat eine große WG, denn er hat neben den Durchreisenden wie wir auch noch Gastarbeiter an die er Zimmer vermietet in seinem Bauernhaus mit großem Garten.

Der Aufstieg zum dominierenden Highlight dieses Tages wird uns nicht leicht gemacht, aber eines ist zumindest bei mir heute klar….meine Beine sind nicht mehr aus Gummi. Das ist toll und zieht sich trotz Anstrengung bis zum Ende des Tages durch. Mir und meinen Beinen geht es gut und auch Martin gewöhnt sich an die Anstrengung.

Auch wenn ich es vielleicht noch nicht oft erwähnt habe, aber die Streckenführung ist toll. Die kleinen Dörfer im Hochplateau zwischen Mittelland und Chasseral waren noch so ursprünglich und wenig Tourismus. Die Kuhglocken bimmelten und hier ist die Welt noch in Ordnung. Herrlich dort durchtukurbeln, denn von Verkehr keine Spur.

Eines dieser Dörfer war Lamboing – Wer von euch kennt es denn auch? Vielleicht nicht unbedingt vom durchfahren, aber aus einem bekannten Stück der Weltliteratur.

Nun die Anstiege haben es wirklich in sich und doch lohnen sie sich, denn die Ausblicke oder wie z.b die letzte Abfahrt nach St. Hippolyte…einfach grandios. La Goule ist wirklich noch erwähnenswert, man fährt eine kleine Straße im guten Schuss runter…immer wieder tolle Ausblicke auf den Doubs und dann unten angekommen…oh wie komme ich hier wieder raus?????Einfach…man/frau schiebt sein geliebtes Fahrrad eine Rampe von mehr als 20% hoch und freut sich endlich oben angekommen zu sein.

Morgen geht es zum Ballon de Servance….eher ein Transfertag, wo wir auch wieder den Doubs queren werden. Ich muss gestehen, ich habe höchsten Respekt für alle Brevetfahrer die dies in einem Rutsch fahren…2,5 Tage… unvorstellbar.

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