42 Mal von hüben nach drüben

Autor: Jeannette (Seite 8 von 16)

Zu Besuch bei Bob Marley

Man soll ja immer die Wahrheit sagen und die Wahrheit ist….hier in Cahuita ist das Leben schon sehr relaxed. Nachdem wir früh wach waren (in der Nacht hatten wir Besuch auf dem Dach, um unser Hüttchen herum) und uns ein leckeres Frühstück genehmigt hatten kam auch schon Karin vorbei um uns die Faultier Familie zu zeigen welche bei ihr auf dem 6000m2 grossen Gelände wohnen. Und die waren richtig in Action zum einen bei ihrer Morgentoilette zu beobachten und dann haben sie ein Kleines, welches die Mama wohl zum Verlassen desp elterlichen Hauses bewegen möchte, so jedenfalls Karin’s Meinung. Dann gab es eine Führung durch den Garten, wow. Was hier nicht alles wächst, blüht und gedeiht….Koriander, Zitronenlorbeer, Bananen (kleine rote und die die wir alle kennen), Ananas, Kakao, Maracuja, schwarzer Pfeffer, Pfefferminze und vieles vieles mehr….ein richtiges Paradies. Ihr Mann ist gerade in der Schweiz und sie managed das alles alleine. Und dann kam sie richtig ins Erzählen, denn sie ist vor ca. 14Jahren hierher gekommen, so richtig weiß sie es aber nicht mehr. Es gibt eine große Schweizer Gemeinde hier in Cahuita, die sich sogar jeden Samstag zum Jassen trifft. Also ja nicht allzu über die Schweizer ablästern, Wenn man im Restaurant sitzt es könnte verstanden werden auch wenn der Gegenüber einheimisch ausschaut.

Wir haben hier noch Nachbarinnen, 2 Schweizerinnen die für 3 Tage hier Ruhe tanken wollen, um dann noch bis zum 22.12. nach Panama zu gehen. Da wir in unserer kleinen Hütte keine Kochgelegenheit haben, haben wir sie einfach gefragt ob wir evtl. ihre Küche mitbenutzen können um Abendessen zu kochen. Klar kein Thema und so haben wir kurzerhand gefragt, ob sie mitessen würden. Ja, das wäre super. Ok, dann wollten wir uns noch ein bisschen uns Cahuita anschauen und zumindest die eine ist dann noch mitgefahren, die andere fühlte sich nicht so gut und blieb lieber in der Hängematte liegen. Cahuita ist wirklich schnuckelig und da ich so richtig in Shoppinglaube war sind wir auch in jeden Laden reingegangen. Nun muss ich gestehen, auf der Pazifikseite waren die Läden nicht so ansprechend. Zum Schluss noch einen eiskalten Ananassaft genossen und ab zum Strand bodysurfing betreiben. Die Wellen sind derzeit nicht zu unterschätzen zumal es hier auch Rips hat. Aber es hat Spaß gemacht…erstaunlich ist das es hier nur Sand hat und keine Muscheln. Am Abend sind wir dann mit unserem Zeug rübergewackelt um zu kochen. Dabei haben wir natürlich geschwätzt und erfahren, das beide Grafikdesignerinnen sind…die eine seit Oktober selbstständig und die andere fängt im Januar einen neuen Job an….somit haben sie 6 Wochen für Costa Rica plus Panama eingeplant. Es gab ein typisches vegetarisches Casado, bestehend aus einem kleinen Salat, Gemüse, Reis, Bohnen und einer gebackenen Banane. War richtig lecker. Den Reis haben wir mit dem Zitronenlorbeer gekocht und Koriander aus dem Garten wurde im Salat verwertet und oben drüber noch ein paar frische Pfeffer Körner auch aus dem Garten richtig gut. Dann haben wir die beiden als Dessert noch zu einem kleinen Spaziergang zum Teich überredet um die Frösche zu finden, von denen Karin am Morgen berichtet hatte. Und siehe da, alle mit Handy- Taschenlampen ausgestattet und dem quaken hinterher… Frösche juhu. Klein, winzig klein und braun. Und ne Kröte haben wir auch noch entdeckt…..

Heute ging es recht früh nach Porto Viejio zum Biomarkt, der jeden Samstag von 06:00 – 12:00 stattfindet. Das war wieder eine tolle Überraschung, denn hier gab es nicht nur die tollen Früchte/ Gemüse sondern auch allerhand selbstgemachtes wie Brot welches von Auswanderern gebacken wurde also was wir eben kennen und so lieben (das Brot hier ist eine Frechheit, sorry aber das ist es eigentlich meistens da sind wir schon verwöhnt wir Deutschen von unseren tollen dunklen Körnerbrot). Dann haben wir einen Cappuccino getrunken, herrlich mit Milchschaum aus einer italienischen Presse und dazu costaricanische Schokolade. Ich würde euch gerne etwas mitbringen, aber die zerschmilzt leider. Köstlich ist sie gewesen und dann haben wir noch ein bisschen dem Treiben zugeschaut und geschwätzt, uns eine eiskalte Pipa (Kokosnuss) geholt, an den Strand gesetzt und den Wellen zugeschaut. Dann haben wir uns von Strand zu Strand vorgearbeitet bis nach Manzanillo. Heute war wirklich ein fauliger Tag und wir haben es den Einheimischen gleich getan. In unserer kleinen Hütte wieder angekommen konnten wir die Ruhe im Garten genießen und später haben wir noch ein Schwätzchen mit Karin abgehalten. Das ist immer sehr erheiternd da sie im großen Klintsch mit ihrer Nachbarin Brigitte, auch Schweizerin, liegt. Und man erfährt auch nebenbei allerhand interessante Gepflogenheiten der Einheimischen z.b. vor kurzem wurde beschlossen das alle Straßen in Cahuita geteert werden sollten. Das Geld wurde auch bereit gestellt, aber es wurden nur die strassen mit Schotter aufgefüllt und das restliche Geld hat der Ortsvorsteher eingeheimst. Alle wissen das, aber keiner macht was dagegen…so nach dem Motto dann ist es eben so. Am Abend sind wir nochmals rüber zu den Mädels unsere Reste aufzuwärmen und dann ging es nochmals nach Puerto Viechjo um ein bisschen dem karibischen Nachtleben zuzuschauen. Es gab Feuerjonglierer und für mich eine leckere Batida de Coco.

Panamericana, Oasen, Früchte & Valle (Täler)

Geschafft, wir sind in Cahuita auf der Karibikseite in Costa Rica angekommen und genießen gerade ein Abendessen mit Reggae Musik.

Unsere beiden Transfertage hätten nicht unterschiedlicher sein können. Gestern startete der Tag früh, denn um 07:15 mussten wir unten am Strand an der Bahia Drake stehen um das Shuttle Boot zu erwischen. Und siehe da, wir würden tatsächlich abgeholt. Wieder mit einem nassen Einstieg, da ja der Bootssteg nicht vorhanden ist …aber kein Problem. Das Meer war am Morgen noch friedlich und nicht ganz so stürmisch wie am Nachmittag vor ein paar Tagen. Wir gleiten nur so hin und die Fahrt war richtig zum genießen. Überall die Mangroven im Kanal und dann kamen irgendwann auch die Berge in die Hintergrundkulisse gerückt …ein Stück heile Welt. Das Auto wartete ganz brav auf uns und nachdem wir alles geordnet hatten ging es auch schon los. Die Interamericana Sur (Süd) war super zum Fahren und gar nicht so wie im Buch beschrieben. Wir wollten bis San Ididro El General, das hatte mehrere Gründe. Eine schnellwachsende Stadt und das merkte man auch. Irre, was es alles an Läden hat und wie wusselig die Stadt ist….und es hat eben auch Menschen, die durchs Raster fallen. Mich hat das ganz erschreckt, da die Menschen auf dem Land wohl nicht viel haben aber doch anders eingebettet sind..zumindest so unser Eindruck. Wir haben eine tolle Unterkunft gefunden und konnten dort mal alle feuchten Klamotten aufhängen, Wäsche waschen und uns wieder ordnen. Die Luft war nicht ganz so feucht, wie in Bahia Drake mit 6m/m2 pro Jahr.. das war wirklich unglaublich friedlich dort, der ganze Lärm und Trubel der Stadt war dort nicht zu vernehmen. Beim Stadtbummel verschwand Gerhard plötzlich, naja nicht ganz…ich meinte als ich einen Barbier gesehen hatte er könne doch jetzt mal schauen ob es klappt, denn vor dem Urlaub hatte das mit dem Haareschneiden nicht mehr gereicht. Also dann kam er nicht mehr wieder und ich dachte schon er wurde geraubt…..bis ich den Eingang dann mal gefunden hatte, puh und da sass er dann und bekam die Haare geschnippelt. Für 4000 Colonnes umgerechnet 5,50 Euro.

Das Frühstück konnten wir in aller Ruhe auf der Terrasse einnehmen und dann das Gepäck alles wieder rein ins Auto und ab ging es zur ersten Station. Dem Bauernmarkt der jeden Donnerstag früh bis Freitag morgen stattfindet und wirklich sehenswert war. Die Früchte/ Gemüse sowie lokalen Produkte, einfach irre. Hier hätte ich Stunden lang bleiben können….wir haben frische Palmenherzen probiert und ganz neue Früchte kennengelernt. Morgen früh gibt es ein paar entstandene von diesen. Namen hab ich schon wieder vergessen, muss nochmal wikipedieren😉. Dann wieder rauf auf die Panamericana und dann ging es von 600hm in sepentienenförmigen Schlangen, Kurven auf 3500hm rauf bis zum höchsten Punkt. Dann alles wieder runter bzw. durch weitere Valle (Täler) rauf und runter bis nach Cahuita. Wir sind durch Nebelwald gefahren und ich sag’s euch, es zogen nur so die Nebelwolken über uns durch, es wehte ein frischer Wind durchs Auto… herrlich. Kaffeeplantagen, Kakao- und Bananenplantagen säumten unseren Weg, ich weiss jetzt wo die Chiquita Banane herkommt🤣.  Der Tag war mit gut 7h reiner Fahrzeit lang und nun nur noch ausschlafen um morgen wieder fit zu sein für weitere Erlebnisse.

Robinson Crusoe

Der heutige Tag begann mit tosender Brandung und einem vielversprechenden Lächeln der ☀️. Und da wir gestern ausgemacht hatten um 08:00 von unserem Quadfahrer abgeholt zu werden, damit er uns zum Playa Josecito bringt, ging es eben auch sehr früh mit allem los. Und pünktlich wie die Maurer standen wir um 08:00 da bzw. der Fahrer war mit seinem Quad auch schon da. Dann alle aufs Gefährt rauf und los ging es nach unten, den Michaele hat ziemlich am Hang gebaut. U ten auf der Straße angekommen rief es in unsere Richtung…the fish, the fish…hä? Aber Gerhard hatte frischen Fisch bestellt und die Frau von Michaele war gerade unten am Strand und der Fischhändler sprach sie eben an….nun dann alle wieder absteigen, Fisch aussuchen, im Kühlschrank versorgen und dann konnte der wilde Ritt auf dem Quad beginnen. Ich muss schon sagen, die Straßen sind echt gewöhnungsbedürftig und oft dachte ich jetzt jetzt liegen wir gleich im Graben äh den hat’s hier eigentlich nicht oder auf der Straße….aber was soll’s, es ging gut und wir kamen nach ca. 45 min. an unserem Zielort an. Also dann ab ins Wasser und die Schnorchel ausgepackt. Leider war es mega trübe und so wurde es nur ein kurzes Erfrischen im Ozean. Dann stiefelten…ein wirklich schöner Weg am Ufer entlang aber auch gehaltvoll. Oft dachte ich, puh so muss sich Robinson gefühlt haben….. Unterwegs hielten wir noch einmal um zu schnorcheln und immerhin ein paar bunte Fische und lebende Korallen konnten ausgemacht werden. Viele Kapuzineräffchen und Spideraffen haben unseren Weg heute begleitet, das war putzig anzusehen. Aber nach 12,5km was sich nicht nach viel anhört und über 5h kamen wir dann völlig auf den Finken zurück ins Dorf und genehmigten uns erstmal einen eiskalten Smoothie und ein kleines Eis. Etwas wieder hergestellt ging es die letzten paar Meter hoch zur Lodge wo wir uns erstmal ausruhten. Dann ging es ans Abendessen zuzubereiten und ganz wie ein großer Meister der Fischzerlegetechnik ging Gerhard dem Fisch mit dem Messer an die Gräten oder so ähnlich….das Ergebnis war sensationell gut. Red snapper mit Reis und Gemüse…lecker!!!!!

Nun unsere letzte Nacht hier und morgen wollen wir dann die Panamericana nehmen um dann in ein paar Tagen noch auf die Karibikseite zu kommen.

Ein tierischer Tag

Wir hatten ja eigentlich gedacht gestern schnorcheln zu gehen aber manchmal kommt es dann doch anders wie gedacht. Zudem wir ja extra hier rausgekommen sind um uns im Corcovado Nationalpark der Tierbeobachtung hinzugeben. Bisher haben wir es ja vermieden die Eintrittspreise in den Nationalparks zu zahlen aber der Corcovado stand hoch auf unserer Liste. Nachdem wir gefrühstückt hatten und mit Michaele gequatscht hatten, der uns ein paar hilfreiche Tipps gab was hier wirklich gut ist stand der Plan fest. Am Nachmittag eine Tour in den Golfo Dulce Forest Reserve und am anderen Tag dann Schnorcheln.

Aber wir hatten bis 14:30 noch etwas Zeit, die wir uns mit einem Spaziergang in die Stadt Aguijitas vertreiben wollten. Also los rein in die Schuhe und los gedackelt. Ara’s, lustige bunte Vögel, wunderschöne Blumen die ich nur von den heimischen Blumenhändlern kenne, aber in klein und als Zimmerpflanzen und sogar unser schöner Baum im Garten der so rosafarbene Blüten hat stand hier noch in voller Pracht und Blüte. Was man alles sieht wenn man sich so umschaut ist beeindruckend und natürlich immer wieder die kleinen Begegnungen mit Menschen die den Weg kreuzen. Da waren 2 Mädels (eine aus Köln und die andere aus Heidelberg), der fiel kurz nachdem sie hinter uns her kamen eine schwarze Schlange auf den Weg oder einen Lebenskünstler, eigentlich aus Chile stammend der hier vor Corona ankam und nun gestrandet ist. Der sammelt auf der ganzen Welt Steine die er dann bearbeitet und daraus kleine Schmuckstücke herstellt. Wo der nicht schon alles war und interessant war das er z.b. Lapislazuli aus verschiedenen Ländern hatte, die wenn man sie denn mal so zusammen sieht alle unterschiedlich blau sind.

Und dann ging es um 14:30 zu unserer Tour los. Da keine weiteren Besucher kamen, waren wir tatsächlich nur zu zweit was die ganze Sache um so spannender machte da die komplette Aufmerksamkeit uns galt. Wir fuhren einen recht abenteuerlichen Weg ins Reservat und dort angekommen Empfang uns erstmal absolute Stille ausser den Naturgeräuschen. Irre, absolute Ruhe. Nachdem wir dann ein paar Gummistiefel verpasst bekommen hatten (Grund: wenn wir in der Nacht dann die Frösche beobachten, kann es sein das wir Schlangen begegnen, denn wo es Frösche hat da hat es auch Schlangen..Aha!), einen schönen Spazierstock und dann ging es auch schon los..unsere erste Station war das Faultier. Zielsicher würde es gesichtet und dank einem mega Teleskop konnten wir es gut erkennen. Leider schlafen die ja soviel, den Namen haben sie ja nicht umsonst. Weiter ging es und die Spuren des Vortrages waren noch gut sichtbar. Tapire….die nächste Station waren die Kolibris. Wie ich es auch schon bemerkt hatte, lieben die Kolibris eine bestimmte Pflanze und davon gab es hier im Reservat reichlich und daher summte und brummte es nur so von den kleinen putzigen Vögeln. 50 verschiedenen Arten gibt es und 15 davon leben hier im Reservat und wir konnten es dann auch gut beobachten, es waren tatsächlich viele unterschiedliche unterwegs. Und von weitem hörten wir schon die Brüllaffen. Siehe da, wir mussten wirklich nicht lange warten und dann kam ein ganzer Clan durch. Kapuzineräffchen mit einer ordentlichen Geschwindigkeit. Irgendwas aber beunruhigte sie, denn es kam immer wieder zu Schreiszenen, wo es dann hieß evt. bemerken sie eine Gefahr. Unser Guide ging dann auch zurück und wir mit. Er roch und meinte, hmm es riecht hier nach bis Boa constrictor, evtl. haben sie das bemerkt. Oha, das kann ja heiter werden….aber sie ließ sich nicht blicken… eigentlich Schade! Dann setzen wir unseren Weg fort und konnten Papageien, einen Spideraffen (den größten den es hier gibt, mit langen Armen und 4 Fingern), Agutis, Schmetterlinge beobachten bevor es dann zu den Fröschen ging. Die Dämmung setzte dann ein und dann dauert es ja keine 10 min. und es ist dunkel. Bewaffnet mit Taschenlampen und einer gehörigen Portion Respekt ging es dann zum Wasser. Gehört hatten wir sie schon längst, eindringlichen tock tock Laute…wir konnten auch gleich 3 Frösche ausmachen und es ging dann langsam im Match weiter bis es hieß, äh da ist sie ja. Ohje die 🐍 und was für eine. Die giftigsten die man hier so antreffen kann und die auch tödlich ist. Aber sie war am anderen Ufer, friedlich eingekringelt und wir hielten uns auch fern von ihr. Dann ging es weiter und ein schöner grüner Frosch mit roten Augen konnte ausgemacht werden, mitten in einem Strauch. Ich hätte das nicht erkannt, der gleicht ja dem Blatt wie kann man sowas erkennen? Naja, wir hatten Glück unseren Guide zu haben der das konnte. Und dann ging es zurück, auf und ab zumeist auf modrigen, rutschigen Pfaden. Da war man auch nochmals froh die Gummistiefel gehabt zu haben. Einen Verwandten vom Waschbären konnten wir noch sehen, hoch im Baum kletternd und von uns unten angeleuchtet. In der Ranger Station wieder zurück waren da noch 2 Burschen und es hieß dann erstmal warten. Es war nur noch eine schmale Mondsichel zu erkennen und nebendran ganz deutlich die Venus. Unser Guide kannte sich auch da oben ganz gut aus und stellte das Fernrohr 🔭 so ein, dass wir die Venus mit 3 kleinen Monden sehen konnten sowie den Saturn. Wow….und dann kam noch das Highlight…auf einmal hörten wir es rascheln und die Ranger leuchteten in den Bananenwald und siehe da ein Tapir. Es stellte sich heraus es war die Tapir Mama und dann kam noch ein Junges dazu. Die waren friedlich und frassen so vor sich her. Echt eine mega Überraschung. Wir konnten sie auch eine Zeit beobachten bevor wir dann zum Abendessen zu einer Farmer Familie fuhren, wo es ein typisches Abendessen (Casado mit Reis, roten Bohnen, Hühnchen, Salat, Kartoffeln und Yuca Gemüse) gab. Das war richtig lecker zubereitet und zum Abschluss ein kleines Eis. Anschließend würden wir zurück gefahren, abenteuerlich diese Straßen hier. Ausgewaschen und bei Nacht erst recht schwer zu befahren. Aber das war ein schöner Tag und wir plumpsten einfach nur noch ins Bett.

Wasser überall

Es ist schon schön eine Küche zu haben, so kann man am Morgen einfach das Frühstück so zubereiten wie man das gerne möchte. Es gibt ja hier so allerlei leckere, frische Früchte wie Papaya, Ananas, Mango, Melonen, Bananen.. eigentlich was wir von daheim auch kennen aber ich bilde mir ein das sie hier süßer und frischer schmecken. Das liegt hoffentlich daran, das sie hier direkt geerntet werden und keinen so weiten Weg haben.

Nach eben einem so leckeren Frühstück sind wir gestern in einen halb privat/ halb staatlich geführten Park gegangen ( Hacienda Barú Wildlife Refuge) und haben in den Morgenstunden des Tages versucht die hier ansässigen Tiere zu erspähen. Das ist uns auch ganz gut gelungen. Wir haben einen Tucan sogar beim Futtern erwischt, jede Menge Kolibris ( sie erkennt man ganz gut an ihrem Geräusch der zusammenschlagenden Flügel, ein eindringlichen Summen), Waschbär, Totenkopfäffchen, Weissrüsselnasenbären, jede Menge Agutis (sehen aus wie größere Ratten nur ohne Schwanz) und viele Vögel die ich leider nicht benennen kann. Das war wirklich toll, denn auch der Urwald war noch sehr ursprünglich und gerochen hat es sehr verführerisch wenn man an den Blüten einer bestimmten Pflanze vorbeigekommen ist. Anschließend sind wir noch zur Playa Dominical, wo wir das Wasser und die sehr hohen Wellen genießen konnten. Ich habe mich dann auch getraut und konnte mich im bodysurfing (Wellen reiten, ich kann das jetzt nicht besser erklären) nach Erklärung von Gerhard üben. Das war nach Überwindung auch wirklich ein schönes Erlebnis obwohl ich ganz schön Wasser geschluckt habe. Puh und dann auch noch dieses salzige, naja. Was man sagen kann, die Einheimischen fahren am Wochenende auch alle an den Strand und grillen dort/ haben einfach eine relaxte Zeit. Und überall zu finden die Souvenirverkäufer. Und über der Szenerie müsst ihr euch dann noch viele kreisende hellrote Aras vorstellen. Cool und irgendwie ein bisschen unreal, aber so war es. Dann haben wir noch einen Spaziergang zum Wasserfall um die Ecke unternommen und sind noch eine Runde ins erfrischende Gebirgswasser gehüpft. Gehüpft ist gut, es gab eine Schwinge und da Gerhard das ja von Zuhause kennt musste das auch gleich noch ausprobiert werden. Nur beim zweiten Mal ist er leider etwas mit dem Kopf auf dem Sandboden rumgeschrammt, nun..eine kleine Schürfwunde….vergeht wieder bis wir daheim sind. Dann noch gepackt für unser nächstes Abenteuer, die Bahia Drake….ein ziemlich abgelegener Ort in Costa Rica und schwer zugänglich, erst recht wenn man kein Allrad dabei hat.

Früh startete unser Tag um nach Sierpe zu kommen, denn von dort konnte man ein Sammeltaxi- Boot nehmen um zu unserem neuen Quartier zu kommen. Die Straße war super ausgebaut, so dass es sehr angenehm war ohne das man die ganze Zeit auf Schlaglöcher aufpassen muss, jedoch was uns schon vor zwei Tagen aufgefallen ist, hier an der Pazifikküste gibt es große Palmenfelder. Aber nicht für Ananasanbau sondern für die Gewinnung von Palmöl. Hin und wieder sieht man auch eine Raffinerie, wo auch die Laster mit den Palmölherzen angeliefert werden. Das ist ja kein schöner Anbau, da unter den Palmen nichts weiter wächst, technisch eine große Herausforderung ist dies zu gewinnen. Naja und so wirklich gesund ist es ja auch nicht…. Das Auto haben wir in Sierpe gelassen und nur das Notwendigste eingesteckt ink. Wertsachen. Um 11:30 ging’s dann los und ich muss schon sagen, erst durch einen Mangrovenkanal und dann noch ein Stück auf dem offenen Ocean mit guten Wellen..das beste war allerdings der Ausstieg…ohne Landesteg einfach ab hopp hopp raus ins Wasser, hihi naja ganz so war es dann doch nicht. Das Boot fuhr recht nah ans Ufer und wir standen dann nur bis zu den Knien drin. Aber trotzdem, Schuhe ausziehen, Tasche auf Rücken und dann ab ins erfrischende Nass. Michaele, unser neuer Gastgeber holte uns dann auch ab mit einem Quad/ Jeep…was auch immer. Aber dann kam’s. Er bog um die Ecke und dann ging es nur noch nach oben. Ich dachte wir kippen nach hinten. Nun auch das haben wir überstanden und nachdem wir uns eingerichtet hatten, Badezeug etc …dann machte der Himmel seine Pforten auf und jetzt ist es 20:14 und es regnet immer noch ein bisschen…Mal schauen wie es morgen wird. Wir würden gerne etwas schnorcheln gehen.

Die zentrale Pazifikküste

Leider hat es nicht immer gutes Internet und da wir heute morgen auf die Fähre wollten habe ich erst eben gemerkt das es der Beitrag von heute morgen nicht geschafft hatte und hoch geladen wurde.

Es war ein langer Fahrtag heute und wir sind auch erst weit nach 16:00 in Dominical angekommen. Unsere neuen Gastgeber sind ebenfalls sehr nett und dieses mal haben wir auch wieder eine Küche, welche wir auch nutzen wollten. Aber das später…..Die Fähre legte pünktlich um 10:00 ab und nach gut 1,5h waren wir dann auch in Puntarenas angekommen und von Bord runter. Ein seltsamer Ort, früher ein bedeutender Hafen kämpft er wohl heute ums Überleben. Das spürte man auch sehr. Der Fährhafen selber liegt auf einer Landzunge, welche sich lang hinzieht. An dieser vielbefahrenen Strasse leben tatsächlich Menschen zu beiden Seiten hin Wasser. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen wie man hier leben kann. Aber die Strasse war sensationell und obwohl es eine lange Strecke war von gut 200km, kamen wir gut voran. Erstes Zwischenziel war die Krokodilbrücke bei Tarcoles. Es hieß dort sollte man anhalten und auf die Brücke gehen und man könnte dann besonders in der Trockenzeit sehr große Krokodile beim Sonnenbaden beochbachten. Und so war es dann auch. Im Wasser und auf dem Strand könnte man sie deutlich sehen. Es sind wohl mittlerweile die Größten noch in Costa Rica befindlichen Krokodile, da man in der Vergangenheit viel Jagd auf sie in den Urwäldern gemacht hatte. Den Krokodilanhängern zufolge welche man dort käuflich erwerben konnte zu urteilen müsste das stimmen. Weiter ging es und bald haben wir wieder einen Stopp eingelegt, da auf einem großen Parkplatz Menschen mit Kameras standen. Es gab hellrote Aras zu sehen. Sie treten wohl mind. Immer zu zweit auf und wir hatten Glück und konnten gleich 6 auf einmal erspähen. Schon sehr beeindruckend sie fliegen zu sehen. Weiter ging es nach Quepos, eine quirlige Stadt am Pazifik. Wir wollten auf die Costa Rica Bank um noch einmal Geld zu tauschen. Das ist wirklich unglaublich wie lange Gerhard gebraucht hat um wieder aus der Bank ausgespuckt zu werden. Über eine geschlagene Stunde. Er meinte, ungelogen die hätten das Geld mind. 3mal gezählt bevor sie es ihm ausgehändigt haben. Tja, und erst der Securitas Aufwand vor und in der Bank… Wahnsinn. Costa Rica wird wohl nicht umsonst die Schweiz von Mittelamerika genannt😉. Ich bin derweil noch Reis und Bohnen einkaufen gegangen und ein toller Markt war auch noch gerade in der Nähe so daß ich die Zeit auch rumgekriegt habe. Dann ging es die letzten Kilometer noch nach Dominical und dort angekommen ging es gleich mal zum Strand um die letzten Sonnenuntergangsstrahlen einzufangen. Anschließend haben wir dann Reis, Bohnen gekocht und Gemüse in einer Pfanne angebraten. Koriander noch dran und fertig war unser costaricanisches Essen. Es fehlte eigentlich nur noch das Fleisch oder Fisch und die gebackene Banane, dann wäre es richtig typisch ein Casado Essen gewesen. Uns hat es gemundet und ich muss gestehen, so viel Fleisch wie hier hatte ich schon lange nicht mehr.

Rauschende Brandung und leuchtendes Wasser

Wir hatten mit Carlos ausgemacht früh aufzustehen und ohne Kaffee wollte er uns dann doch nicht aus dem Haus lassen. Also bekamen wir eine schöne große Tasse Kaffee und ein kleines Frühstück bevor es dann zum Carbo Blanco Nationalpark ging. Es hieß dieser sei sehr schön und am Ende des Weges lockt ein schöner Strand. Und so machten wir uns dann auf den Weg um uns dann am Uferweg auf der holprigen Schotterpiste wieder zu finden. Puh, da kamen Erinnerungen hoch. Da wir nicht genau wussten wo wir das Auto abstellen konnten wir ne nur eine ungefähre Angabe von ca. 7km von Carlos erhielten wollten wir das Auto dann am Wegesrand abstellen in der Nähe eines Hauses. Aber der Eigentümer gab Gerhard Handzeichen und er wollte schon unfreundlich sagen es gibt nichts aber es stellte sich dann heraus das er uns anbot bei ihm auf dem Grundstück zu parken, er passt darauf auf. Die beiden haben dann noch ein bisschen miteinander gesprochen, denn er wollte das Haus verkaufen, nun wo er alt ist und seine Söhne weit weg in einer Stadt wohnen. Für 70000 Euro erhältlich. Nun dann stiefelten wir los, mit Wasser und dem ganzen Schnorchelzeug. Es ging ganz schön zur Sache und die 5km haben mich ziemlich gefordert. Ich habe den Eindruck die Höhe Luftfeuchtigkeit macht mir doch ziemlich zu schaffen. Zumindest habe ich wie ein Maikäfer gepustet. Es ging aber auch wirklich steil nach oben. Auf dem Weg haben wir einen Schweizer aus Basel kennengelernt. Der war alleine unterwegs, hat seinen Job gekündigt und reist nun in den lateinamerikanischen Ländern und es ist kein Witz, besucht jeden Nationalpark in Rekordzeit. Nach 2h am Ziel angekommen meinte er auf die Uhr schauend ah das ist gut, angesagt waren 2:30 aber wir sind jetzt 1:58 gelaufen super…. Gerhard bot ihm an er könne ja auch schnorcheln, wir haben alles dabei. Nein nein, dafür hat er keine Zeit, er kann höchstens mal kurz die Beine ins Wasser stecken und dann muss er weiter. Das nächste Ziel wartet. Hmm seltsam. Wir aber packten erstmal aus nachdem wir dachten ein Schattenplatz im trockenen gefunden zu haben. Aber es war extrem rauschende Brandung und auch zum schnorcheln war es etwas zu stürmisch, so dass wir nach 2 Stunden alles wieder einpackten um den Rückweg anzutreten. Ein Mann sprach mich noch an ob ich wüsste wann der nächste Bus führe…nein aber wir boten an ihn und seine Freundin mitzunehmen. Es stellte sich heraus dass es auch Deutsche waren. Sie kurz vor ihrem 2ten Staatsexamen Medizin und er schreibt an seiner Doktorarbeit. Sozialwissenschaftler mit Schwerpunkt Klimawandel und Auswanderung/ Vertreibung in Peru. Was für eine Mischung. Sie bleiben noch ein halbes Jahr wenn es geht und bereisen Costa Rica und lernen/ schreiben nebenher..wenn man etwas länger unterwegs ist trifft man tatsächlich immer wieder diese Langzeitreisenden und denkt sich immer, wow wie spannend. Da wir ja nicht ausgelastet waren, so sind wir noch ein bisschen am Strand spazieren gewesen, wo wir an dieser Schildkröten Aufzuchtstation anhielten und auf deutsch ein paar Informationen erhielten. Derzeit kommen wohl immer noch die Schildkröten- Mamas und legen Eier ab. Diese werden dann in der Aufzuchtstation sicher verbuddelt und nach 45 Tagen schlüpfen sie dann und werden dann wie schon erwähnt begleitet. Eigentlich ist die Zeit des Eier Legend und schlüpfen Ende November vorbei aber dieses Jahr haben sie noch immer Mamas die kommen..

Mein Geburtstag startete recht gemütlich mit einem leckeren Frühstück draussen, noch einmal unsere Totenkopf-Äffchen die uns besuchten und dann ging es auch schon los nach Paquera, das war keine 35km von Montezuma entfernt. An unserem neuen Domizil angekommen ging es sehr lustig zu, da hier viele Tiere herumflitzen wie z.b Hühner, die auch Kleine haben und viele Hunde ohne Namen. Die Zimmer sind neu von 2018 und alles ist wirklich toll gebaut worden. Es gehört einem jungen Paar, sie Holländerin und er Einheimischer…2 Kinder haben sie. Der junge geht nun in die 2te Klasse und das letzte Jahr meinte sie haben sie einen Stapel bekommen in der Corona Zeit und das sollten sie mit den Kindern abarbeiten. Das hat nicht so richtig geklappt und nun hat der Sohn schon recht Mühe hinterher zu kommen. Dann wollten wir noch im Pali- Supermarkt etwas einkaufen, also gut ab ins Auto und in die Stadt. Dort haben wir nicht sofort den Pali gefunden und Gerhard hielt bei einem älteren Paar an welches vor ihrem Haus sass. Der alte Mann meinte Pali Pali si si und schwubs wollte er mit. Er war fast komplett blind und man musste ihm helfen. Und dann ab ins Auto und der Pali war dann schnell gefunden. Und dann ging es weiter, er meinte dann zu Gerhard jetzt braucht er Kaffee und ….. Stopp. Schnell jemanden finden der ihm helfen kann, aber der securitas Mann wollte das nicht und dann hat ihm eine Einheimische geholfen. Auf der Rückfahrt hat er uns noch erzählt, das er morgen nach San Jose gebracht wird und dort eine Augen OP bekommt. Er war glücklich das wir ihn mitgenommen haben zum einkaufen und für uns war das ja kein großer Aufwand. Und dann ging es ab zum Standort Bahia Rica, wo wir abends eine Kajak Tour mit luminizierendem Wasser gebucht hatten. Dorthin führte wieder ein Stückchen Schotterpiste vom feinsten. Wir sind mittlerweile etwas traumatisiert, können aber noch Späßchen machen vor allem wenn uns ein Bagger über den Weg fährt. Dann heißt es immer, äh schau mal unser Freund 😉. Aber es ging alles gut und dort angekommen hatten wir noch etwas Zeit bis zur Tour so dass wir noch ein Kajak für uns erhielten um ein bisschen die buchten zu erkunden. Das war schön, denn Gerhard ist dann auch noch schnorcheln gewesen und ich hinterher mit dem Kajak. Es hat schon viele Fische, aber leider ist es oft doch sehr trüb das Wasser. Dann würde es endlich dunkel und wir bekamen eine Einführung in das Phänomen Bioluminescence. Das ist Plankton, welches bei Berührung Licht aussendet, sprich Energie abgibt. Das war echt super, wir sind dann rein in die Kajaks und dann ab die besten Orte finden. Unser Guide wusste das ja und so konnten wir in der Nacht uns gut auf dem Wasser zurechtfinden. Und neben dem leuchtendem Wasser war schon einfach toll nachts auf dem Wasser mit dem Kajak zu sein und dann noch die Milchstraße zu sehen.

Das war mal ein anderer Geburtstag so in der Wärme. Danke euch allen für die lieben Geburtstagswünsche, kamen alle an😘. Nach einer ruhigen Nacht und einem gemütlichen Frühstück wollen wir uns heute nun auf den Weg machen nach Dominical, weiter der Pazifikküste entlang.

Pura Vida (reines Leben)

Pura Vida ist das unumstrittene Lebensgefühl von Costa Rica und das spürt man wo man hinkommt, hinsieht und vor allem in Kontakt mit den Einheimischen kommt. Und da Gerhard (Gerardo auf Spanisch) wirklich ganz gut spanisch kann (ich habe auch den Eindruck es wird von Tag zu Tag besser) und auch immer gleich auf alle zugeht ist es ganz einfach mehr zu erfahren.

Gestern sind wir auf excellenten Straßen nach Montezuma äh liebevoll von den Einheimischen Montefuma genannt, weil hier die Hippies und Alternativen so das eine oder andere Grasstängelchen wegrauchen und man riecht es auch. Falls ich was in die Finger bekomme 🥳…Hier in Montezuma ist das Leben sehr leicht und uns gefällt es ganz gut hier so daß wir bei Carlos unserem Airbnb Gastgeber für zwei weitere Nächte verlängert haben. Als wir ankamen wurden wir recht freundlich und neugierig von Totenkopfäffchen empfangen und auch eine Echse gesellte sich noch dazu. Auf dem Weg zum Strand haben wir dann noch eine Echse gesehen. Das ist wirklich beeindruckend hier wie nah man den Tieren kommt und das völlig ohne einen Nationalpark zu besuchen. Am Strand findet man alles mögliche an Muscheln, Krebsen etc. Lebend und tot..

Heute haben wir eine kleine Flusswanderung zu einem Wasserfall unternommen mit einem herrlichen Naturschwimmbecken. Das alleine wäre ja schon schön gewesen aber es füllte sich unglaublich irgendwann mit Einheimischen aber eben auch mit Urlaubern. Das war lustig zu sehen wie einige versucht haben von einem Felsenvorsprung zu springen oder die Schwinge zu nutzen. Irgendwann sind wir aufgebrochen und haben einen schönen Strandspaziergang unternommen mit baden und ausruhen. Auf dem Rückweg konnten wir der letzten Oliv- Bastardschildkröte bei ihrem Weg ins Meer zuschauen.

Und nun noch ein paar Worte zu Costa Rica selbst. Ein wirklich schönes Fleckchen Erde, unglaublich grün und mit recht viel spannender Flora und Fauna bei wirklich angenehmen Temperaturen. Die Menschen sind sehr freundlich und lachen viel. Das Preisniveau ist sehr hoch und für uns Ausländer noch viel mehr, da sie tatsächlich ne Menge drauf schlagen. Das verleitet oft auch mal zu handeln, denn nicht alle Ausländer sind Dukatenscheisser. Ein einfacher Handwerker verdient hier 800USDollar sprich 700 Euro. Das ist nicht viel und mal zum Vergleich derzeit bekommt man eine Ananas wenn sie günstig ist für 2Euro aber vielleicht eben die Ticas günstiger, hoffentlich sonst ist das Leben hier wirklich teuer. Was sehr störend ist, das sie überall die Nationalparks eingerichtet haben und hier gut zuschlagen. 10US Dollar pro Person und mehr. Interessant ist allerdings wie sie wohnen. Manchmal in schicken Steinhäusern mit tollem Anwesen aber meistens in zusammen gezimmerten Blechhütten, Holzhäusern oder Stein aber dann mit Holz oder Blechdach. Und jeder wie er will. Es ist ein wirklich einfaches Leben und neben dem Tourismus ist die Landwirtschaft mit dem Früchte-/ Kaffee- & Schokoladenanbau die Haupteinnahmequelle des Landes. Und nun so kurz vor Weihnachten sieht man auch immer mal wieder ein Bäumchen, glitzern irgendwie unwirklich so ohne Schnee.

Sonne, Strand & Me(h)er

Die Zeit vergeht wie im Fluge und die letzten Tage waren doch sehr interessant und auch abenteuerlich. Aber fange ich mal von vorne an….

Am Freitag ging es zum Schnorcheln an die Playa Ocotal. Nach ein paar Erklärungen wie man richtig schnorchelt ging es auch schon los. Ich hatte das Erlebnis in Australien am Great Barier Reef ja schon zweimal und war ganz begeistert. Ganz so schön bunt war es dann in Ocotal nicht, aber das liegt sicher auch daran das die Meere immer wärmer werden und somit die Korallen absterben. Aber es war trotzdem schön, denn wir haben viel gesehen. Kleine Rochen, Seeigel, Kofferfische, Thunfische, Scalare, Seehechte, Muräne, Drückerfische und dann noch einiges mehr was man auch in den Aquarien so sieht. Sehr beeindruckend. Pelikane haben gefischt und wir haben es sehr genossen. Dann war der Plan noch nach Tamarindo zu fahren um zu Abend zu essen und den tollen Sonnenuntergang zu sehen. In der Unterkunft angekommen wurden wir erstmal zur Seite genommen vom hiesigen Anlagenwächter der uns dann mitteilte wir haben wohl nur für eine Nacht gebucht und unsere Sachen sind bei ihm im Büro…oha. Wir waren voll der Meinung das wir für 2 Nächte gebucht hatten und die Vermieterin hatte auch kein Zimmer mehr für uns, sie war ausgebucht. Aber dank Booking und Airbnb haben wir schnell ein preiswertes Zimmer gefunden und dann hieß es erstmal umziehen. Den Plan mit Tamarindo haben wir dann auch verworfen, da es 70 km weit weg gewesen wäre und die Zeit nicht ausgereicht hätte für hin und her. Kein Problem,dann halt morgen auf der Durchfahrt nach Samara.

Und am nächsten morgen sind wir ohne Frühstück aufgebrochen und ca. 3km vor Tamarindo sind wir in einer Soda eingekehrt und haben richtig typisch costaricanisch gefrühstückt. Gallo Pinto…rote Bohnen mit Reis, Eiern, gebratenen Käse, gebratene Wurst, pulled pork und gebackene Banane. Sehr lecker aber auch gut gehaltvoll. Aber was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten, es sollte die einzige Mahlzeit des Tages werden. In Tamarindo haben wir vor den Toren der Stadt geparkt, denn die Ticas wollen immer und überall Geld nehmen für das Auto überwachen. Der Strand war schön und wir sind dann noch ins klare Wasser und haben den Surfanfängern zugeschaut. Und dann ab nach Nosara. Gerhard meinte ich solle mal schauen ob wir wirklich den Weg aussen Rum nehmen müssen oder ob wir nicht ne Abkürzung finden. Hmm, Abkürzung das wäre ja dann nicht die Hauptstrasse und nach einigem hin und her und einem gründlichen Missverständnis so will ich das mal ausdrücken sind wir in Santa Cruz von der Hauptstrasse abgebogen auf zum Höllentrip. Erst war die Strasse zwar schmal aber ganz gut, ungeteert aber okay. Und niemand kam uns entgegen….wir fuhren von Spitze zu Spitze, immer höher auf einem schmalen Grad. Oben haben wir noch wilde Mandarinen gefunden und genascht und dann ging es mehr nach unten aber auch immer mal wieder steil nach oben. Aber der Weg wurde immer ausgewaschener und unbefahrbarer zumindest wenn man keinen Allrad-Wagen dabei hat. Wir haben einen Suzuki…eben aber kein Allrad Antrieb und sind uns auch dessen bewusst und haben bisher auch gut die wirklich nicht befahrbaren Wege umfahren. Irgendwann kamen wir dann an eine Abzweigung wo Gerhard noch meinte jetzt wird es ja immer komischer aber das Abenteuer nahm seinen Lauf. Vorher sind wir schon einen Weg runtergeholpert wo klar war, das war der Point of no return…okay tapfer fuhr Gerhard weiter in der Hoffnung es wird schon nicht so schlimm. Aber dann kam der Moment wo wir beide den Aufstieg sahen und meinten jetzt ist der Weg zu Ende. Und ja…..wir kamen nicht hoch, zudem der Weg jetzt richtig ausgewaschen war und auch feucht, somit rutschig. Nachdem wir es noch versucht hatten, ich auf der Motorhaube und so…aber wir blieben dann trotzdem auf halber Strecke stecken. Okay, was nun…..Gerhard ist dann losgelaufen und ich bin beim Auto geblieben, das war dann 9km vor Nosara. Dann nach einer Stunde ein Anruf, der Netzempfang eher bescheiden mit der Info es kommt jemand in 1,5 h gegen 18:00 und kann uns helfen. Der Anruf war um 15:00. Hmm alles komisch aber nun, es hieß Ruhe bewahren. Um 17:30 geht hier als die Sonne unter….ich hatte ja alles und zur Not hätte ich mich im Auto eingeschlossen. Nach einer weiteren halben Stunde kam dann ein Moped und fuhr einfach an mir vorbei. Bis ich das geschnallt hatte…aber ich rief ihm hinterher und dann hielt er an. Ja ja mein Freund sei bei ihm und in einer Stunde kommt Hilfe. Oha na dann. Nach weiteren 2 Stunden kam Bewegung in die Sache. Ein Jeep kam vorsichtig um die Ecke und ich dachte schon es sei Gerhard mit besagter Hilfe. Aber es stiegen 2 Ticos aus und kamen runter. Sie waren freundlich und der eine meinte er hätte Gerhard gesehen mit einem Traktor, der kommt. Aber er muss jetzt hier durch und er könne das Auto runter fahren damit er durch kann. In der Zwischenzeit kam dann noch ein Moped daher und dann haben die auf Spanisch und dann wieder in Englisch mit mir gesprochen. Hmm da war guter Rat teuer aber gesagt getan. Er fuhr das Auto runter und dann kam dann Gerhard mit dem Traktorfahrer äh nee das war kein Traktor es war ein Bagger so mit Schaufel vorne und hinten. Dann gesellte sich noch der erste Mopedfahrer dazu und dann haben die Männer miteinander geschwätzt. Die einen meinten zurück da wo wir hergekommen waren und die anderen meinten nach vorne. Es sah eine Zeitlang so aus als würde das nichts werden, es traut sich keiner aber nachdem dann Gerhard erklärte von wo wir kamen und das wir das alles gefahren sind dann ging es endlich los. Der Baggerfahrer legte los die Strasse auszubessern und dann ab ans Seil mit unserem Auto. Das riss dann auch ziemlich gleich und dann gab es die Stahlkette. Und dann ging es ab, der Bagger zog und zog… Stückchen für Stückchen bewegten wir uns endlich nach oben. Dann oben angekommen ging es nach einem kleinen flachen Stück runter. Das erforderte höchste Konzentration um nicht mit der Windschutzscheibe den Bagger zu knallen. Nach 3km war es dann geschafft….wir waren erleichtert. Dann noch die Buckelpiste bis runter nach Nosara und weiter zum Endziel Samara was nochmals weitere 30km entfernt war. Alles ungeteerte Buckelpiste…dann sag ich irgendwann: man das Auto vor uns rußt ja ganz schön und bis wir bemerkten das sind ja wir verging eine Zeit. Und dann kam die Motortemperaturanzeige…oweia. Dann haben wir an einer Bar angehalten was ganz gut war, denn wir brauchten viel Wasser und eine Zange welche wir bei dem freundlichen Barmann erhielten… weiter ging es. Noch 20km nach Samara aber wir sollten kein Glück haben. Gott sei Dank haben wir dann den Braten schon gerochen. Gerhard stieg aus und checkte die Lage…fazit war er kam ohne Schuhe zurück. Die hat es ihm ausgezogen und er konnte sie im Schlamm nicht mehr finden. Schlechter Weg und dann kam noch Wasser dazu, also wenn wir weiter gefahren wären dann wären wir im Schlamm festgesteckt, Abends um 21:00…wir hatten die Hoffnung schon fast aufgegeben an unserem Nachtquartier anzukommen und sind umgedreht. Unterwegs sahen wir ein Schild mit Restaurant El Crocodil, okay da fragen wir ob sie Zimmer haben….aber wir wurden belohnt mit der richtigen Wegbeschreibung nach Samara auf geteerten Straßen. Dann nochmals 16km und völlig am Ende unserer Kräfte kamen wir an und wurden ganz lieb von Tica der Angestellten von Thomas unserem B&B Gastgeber empfangen. Sie war dann noch so lieb und hat uns noch zwei Bierchen besorgt in der gegenüberliegenden Bar, die schon zu hatte. Kein Wunder wir kamen ja erst nach 22:00 Uhr an….dann noch eine Dusche und ab ins Bett. Was für ein Tag! Das war ein Abenteuer das man so in Costa Rica wohl nicht am Strassenrand oder im Touristikbüro kaufen kann.

Nachdem wir ausgeschlafen hatten, obwohl ich glaube Gerhard hat die ganze Nacht von schlechten Straßen geträumt, gab es erstmal ein tolles Frühstück von Tica und dann ging es ab zum Strand. Heute wurde das Auto nicht bewegt sondern wir konnten uns zwischen 2 Stränden bewegen und haben noch einmal versucht zu schnorcheln, diesmal ohne Erfolg. Das Wasser war leider zu trüb. Dafür gab es dann am Abend in der gegenüberliegenden Sunset Bar ein Cocktail und dazu einen mega tollen Sonnenuntergang 🌞. Thomas hatte uns heute morgen verraten, das Tica und ihr Mann auch für die Gäste kochen. Er ist Italiener und soll ganz fantastisch kochen. Na das haben wir dann gerade auch ausprobiert und müssen gestehen daß war super. Frischer Thunfisch mit Süsskartoffel, Yuca Gemüse und frischem Salat. Ich glaube so frischen Fisch hatte ich noch nie. Den Fisch hatten die heute morgen um die Ecke am Strand bei den Fischern erstanden, quasi noch warm. Wir würden gerne noch bleiben aber die Zimmer sind ausgebucht, kein Wunder…tolle Lage am Strand und verdammt ruhig. Einzig die Hühner am Morgen stehen früh auf und der Hahn kräht aber das sind wir ja gewöhnt.

Das Leben hier möchte ich auch noch beschreiben, sehr spannend aber nicht mehr heute. Nun genießen wir noch einen Kaffee und ab ins Bett. Mal schauen welche Abenteuer morgen auf uns warten.

Vom Nebelwald zum Strand

Bevor ich mich dem heutigen Tag widme hab ich noch einen kleinen Nachschlag zum gestrigen Abend. Wir waren wirklich super lecker essen, die Köchin hat uns ihre Spezialität des Hauses gekocht und dann gab es dazu frisch gepressten Fruchtsaft aus Ananas/ Mango. Hmm lecker. Als ich dann das Zimmer aufgeschlossen hatte krabbelte uns ein kleiner Scorpion entgegen. Tja der blieb Gott sei Dank die Nacht über draussen😉.

Heute morgen sind wir wieder früh aufgestanden. Ich hab den Eindruck das dies ganz gut ist da der Tag ja schon gegen 17:00 zu Ende ist und wir dann ausser essen und zeitig schlafen gehen momentan noch ein wenig am Jetlag knabbern. Der Nebelwald hat seinem Namen alle Ehre gemacht. Als wir die Schotterpiste endlich hinter uns gebracht hatten und in den Park gingen war es doch sehr feucht und regnete ein wenig…ist ja warmer Regen und somit gut zu ertragen. Und oben in den Baumwipfeln zog der Nebel durch, richtig mystisch und tatsächlich ein wirklich wenig überlaufener Park. Sehr ursprünglich und man kann sehr gut verstehen was mit Urwald gemeint ist. Die vielen Bäume, Palmen und exotischen Pflanzen…einfach nur toll. Einige der Pflanzen kennt man bei uns Zuhause als Zimmerpflanzen und hier wachsen die eben draussen und sind sehr groß. Und dann die vielen Vögel, einfach super. Die allerdings vor die Linse zu bekommen kein leichtes Unterfangen.

Und dann ging es zum Strand und in die Wärme. Dafür mussten wir ein paar holprige Straßen mit Löchern überwinden bevor wir dann die Panamericana nutzen konnten. Und dann wurde es auf einmal richtig heiß, ich hab schon gedacht die Heizung ist kaputt 🥳. Aber irgendwie auch toll, da nun der Vitamin D Spiegel aufgefüllt wird. Wir sind kaum im Appartement angekommen sofort in die Badeklamotten gesprungen und ab zum Strand. Der Strand hat schwarzen Sand und wir konnten Pelikane mega nah beim Fischen beochbachten. Das ist schon eindrücklich.

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »