Nachdem wir uns dann gut ausgeruht hatten, den Bus wieder beladen hatten ging es nun erstmal Richtung bekanntem Terrain von der Radfahrt. Diesmal gab es aber keinen Abstecher nach Vadstena sondern wir wollten ein paar Kirchen anschauen die im Reiseführer als sehenswert markiert waren. Und so war es dann auch, eine interessanter wie die andere. Schön gelegen und auch gepflegt. Dann haben wir uns noch eine alte Klosterruine um 1200 erbaut in Alvastra angeschaut. Dann ging es mit etlichen Zwischenstopps an kleinen Verkaufsstellen nach Gränna. Zwischendurch haben wir dann eine kleine Fähre genommen bei der Insel Torpön. Die muss man sich auch merken, mega schön und ich glaube man kann dort super Angeln…..Auf dem Campingplatz dann in Gränna angekommen funktionierte der Strom nicht und da wir schon in Motala keinen hatten mussten wir dann dreimal bei der Reception vorbei um schlussendlich doch den Platz zu wechseln. Unsere Nachbarn aus Detmold, zur gleichen Zeit angekommen erging es nicht anders und so haben wir für sie gerade auch noch alles mitgeregelt. Ein älteres Paar, ursprünglich aus Kirgisien stammend aber schon vor gut 30Jahren nach Deutschland gekommen Noten uns dann noch ein frisches Detmolder Bier 🍺 an und aus dem wurden dann noch ein schwedisches Mariestad und nochmal ein Detmolder. Haben uns nett unterhalten und sind dann um Mitternacht mal ins Bett gekrochen.
Die Nacht war kalt und dafür hat aber die Sonne uns schon gegen 6Uhr wach geküsst. Aber ich habe immer noch einen Brummschädel. Mal schauen was der Tag heute bringen wird🐞
Was wir zu dem Zeitpunkt als wir die Taschen gepackt hatten nicht wussten, das wir diese Wechselgarnitur gar nicht einsetzen konnten. Es hatte schon ab Ödeshög angefangen zu regnen und hörte erst auf weit nach Hjo. Das waren dann gut 6h im Regen und dann waren wir eh schon durchnässt. Mit der Morgensonne wäre ein Wechsel der Kleider super gewesen, aber die kam erst als wir in Motala eintrafen und das war dann um 11:20. Dann möchte ich nicht unerwähnt lassen schon für die Kronik, das wir mit ordentlichem Gegenwind gestartet sind…der begleitete uns bis zum Wendepunkt Jönköping. Dann hätten wir etwas Ruhe. Ich weiß, das ist nunmal so und das sehen wir ja auch so. Aber das Wetter ist und bleibt für jeden Radler ein grosses Thema. Das sieht man ich schon daran, das 1348 komplett abgebrochen haben. Das sind diesmal mehr als über 10%….und an den Start sind nur ca.12000 gegangen obwohl es deutlich mehr Anmeldungen gab. Nun wir haben uns trotz schlechter Vorbereitung durchgekämpft und auch die neue Streckenführung mit zum Schluss nochmal ordentlichen höhenmetern plus 20km mehr. Heißt wir sind zwar platt gewesen aber auch glücklich es geschafft zu haben. Es hat Spass gemacht obwohl es deutlich mehr Kraft diesmal gekostet hat.
Aber bevor es dann los ging mit der Vätternrundfahrt hatten wir noch einen schönen Shuttletag nach Motala.
Erst mal alles verstauen, nach 3 Tagen Campingplatz nicht ganz so schnell erledigt da man dann doch so das eine oder andere in Benutzung hatte und nun wieder verpackt werden musste. Aber nachdem alles an seinem Platz war ging es zur ersten Station. Einem Wasserfall in der Nähe von Skövde. Sehr schön und wohl im Frühling sehr beeindruckend, aber bei uns hatte es auch noch genügend Wasser um den Fall zu beobachten. Man sah hier sehr gut die Schieferplatten und wie sich mal alles aufeinander geschoben hat.
Weiter ging es dann nach Hjo an den Vätternsee, wo auch die Vätternrundan durchgeht sowie ein Stopp mit Lasagne ist. Ca. bei km 170…Es würde schon kräftig vorbereitet und da wir bisher immer nur durchgeradelt sind haben wir das Städtchen dann mit Hafen angeschaut. Klein aber fein, man sieht den Kurstatus des Ortes noch immer sehr gut und auch heute kann man hier noch Gesundheitskuren erhalten.
Unsere letzte Station an dem Tag war dann noch ein Naturreservat, wo ich im Reiseführer gelesen hatte das es dort rote Seerosen gäbe. Der Weg dorthin war sehr typisch schwedisch, einfach ein schöner Waldweg der hier eben in Schweden oft schon eine Kreisstraße bedeutet. Dort angekommen war eine himmlische Ruhe. Kein Motorengeräusch oder sonstiges sondern nur pur Natur und Tiergeräusche. Herrlich. Die roten Seerosen haben wir dann nur in der Mitte des See’s entdecken können, war wohl noch nicht ganz Blühzeit. Aber den Ort muss man sich merken für ein paar schöne Wanderungen in dem Gebiet. Anschließend ging es nach Motala, auf in den Rummel der Radbekloppten😉
Als wir auf dem eigens für die Vätternrundfahrt aufgebauten Campingplatz ankamen war schon einiges los und vor allem mehrheitlich fest in deutscher Hand. So kamen wir dann auch schnell mit unseren Mitstreitern ins Gespräch und das ist immer interessant. Da gab es die meckpomler die zum 25ten bzw. 21ten Mal dabei waren. Und dann aber auch zum ersten Mal wie die beiden Burschen neben uns aus Lüneburg….das Wetter sollte durchwachsen werden und alle hofften das es nicht regnen würde. Nun wir haben uns auf alles eingestellt und diesmal sogar eine komplette Wechselgarnitur dabei gehabt.
Vi hadde en brå dag. Oj, förlat, du kan ingen svenska, därför vill jag fortsätte på tysk.
Ja das mit dem schwedisch funktioniert ganz gut und was sehr schön ist wir werden nur selten in Englisch angesprochen wenn wir mit schwedisch starten. Das freut uns natürlich, denn es wäre in Englisch für alle einfacher, aber es freut die Schweden auch wenn man sich bemüht mit ihnen in ihrer landesspryzu sprechen. So können wir tatsächlich üben, was jetzt schon die weite Reise gelohnt hat.
Gestern haben wir erstmal richtig ausgeschlafen, wir waren doch etwas platt vom Vortag und so starten wir den Tag gemütlich ohne Hektik. Wir wollten auf eine kleine Insel namens Tonsö. Das Wetter war herrlich mit Schäfchen Wolken am Himmel. Der erste Teil ging am Wasser entlang und danach fuhren wir einen Waldweg, was immer so eine Sache hier in Schweden ist. Denn meistens sind diese nicht so gut und diesmal mit den Rennrädern auch nicht so empfehlenswert, da Plattengefahr droht. Den Martin auch prompt hatte. Beim flicken fraßen uns die Mücken fast auf, denn die hatten Hunger 😉. Danach haben wir die kleinen Waldwege vermieden. Die gut 60km waren eine willkommene weitere Vorbereitungsrunde für den Freitag und der Hintern und die Beine wissen nun wieder was sie zu tun haben.
Als wir so gegen 13:30 wieder am Campingplatz angekommen waren ging es zum Duschen und dann wollten wir nochmals nach Hässelki zur netten Handwerksstraße. Das wollten wir uns doch nochmal in Ruhe anschauen. Das nette Café fand auch nochmal Anklang und nachdem wir uns gestärkt hatten ging es auf große Shoppingtour, hihi. Ein paar nette Sachen hab ich dann doch noch gefunden. Anschließend sind wir noch nach Mariestad reingefahren um weiter einzukaufen. Der Bus ist nun gut gefüllt mit 🍺 und anderen schwedischen Besonderheiten.
Am Abend haben wir dann noch gegrillt und gemütlich draussen gegessen. Dann ging es auch schon wieder ins Bett um ausgeruht zu sein für den nächsten Tag. Da wollen wir dann nach Motala. Und auf dem Weg dahin liegen wohl auch noch ein paar nette Dinge/ Städtchen die man sich anschauen kann.
Endlich war es soweit, nach der langen Anreise haben wir nun die Räder ausgepackt und heute eine wunderbare Ausfahrt gehabt. Das Ziel war Linköping. Wir haben doch ein bisschen gebummelt am Morgen und als wir dann los kamen war es dann doch gegen 09:30. Wir hatten Gegenwind aber wir haben es sportlich genommen, schließlich sollte die Fahrt noch etwas Sicherheit für die Vätternrundan geben.
Wir kamen aber gar nicht weit, denn unterwegs gab es immer wieder lohnende Orte um anzuhalten. So z b. die handsverksby in Hällekis. Das ist eine Straße wo man links und rechts nur läden hat in ganz alten Häusern. Manchmal teilen sich 12 Handwerkerfamilien die Verkaufsräume. Die Straße und dieses Art von Hausverkauf ist schon über 100 Jahre alt und stammt daher das in den Wintermonaten die Frauen alleine Zuhause waren und so schöne Dinge handwerkelten die sie dann verkauften. Die Männer waren im Erzbergwerk arbeiten.
Was wir nun schon seit wir in Schweden sind immer machen ist auf schwedisch reden. Und heute war ein ganz besonders erfolgreicher Tag. Überall hab ich / wir geredet und so kamen doch gute Gespräche zustande wo wir unser erlerntes üben konnten. Was übrigens auf sehr positive Resonanz stieß. Das ist schön, zumal wir doch schon im 6. Semester sind. Linköping war auch schön, da haben wir versucht die Verkaufsfabriken der alten Porzellan Fabrik ausfindig zu machen was uns nur so leidlich gelungen ist und die Rückfahrt war dann mit etwas Rückenwind recht schnell erledigt. Eine gelungene schöne Übungsfahrt bei tollem sonnigen Wetter hatten wir heute. Dann haben wir noch die Kochkiste ausgepackt und Spagetti mit Pesto gezaubert. Ein bisschen die Kohlenhydratspeicher für morgen aufgefüllt, wo wir auf eine benachbarte Insel wollen.
Nach langer Zeit endlich wieder nach Schweden zu kommen…super und wir haben uns mega gefreut. So wurde fleißig am Freitag noch gearbeitet, gepackt und vorbereitet. Wir durften ja den Bus nehmen und so wurde dieser noch rausgeputzt und für die Tage bestückt. Da kam dann eine Kochkiste rein, das Bett umgeklappt und mit einem Laken versehen. So noch schnell ein paar Kleinigkeiten eingekauft um für die ersten Tage gerüstet zu sein. Dann hab ich am Samstag mega früh Martin abgeholt und nachdem auch die vielen Gepäckstücke verstaut waren sowie Räder ging es um 05:47 richtig Norden los. Wir hatten bis vor Hannover immer freie Fahrt und kamen super durch. Aber dann begann die Stauphase, die sich eigentlich bis nach Hamburg zog. Ab Hamburg konnten wir dann wieder gut fahren und nach fast 12 Stunden Fahrt kamen wir dann in Fehmarn an. Zuerst kehrten wir in Burg kurz ein und dawar gerade ein Fußballcups mit Party auf dem Marktplatz. Da gab es dann für uns erstmal ein Bier und ein Fischbrötchen. Dann ab auf den Campingplatz und dann ins Bett. Was für eine lange Fahrt…..
Am Sonntag ging es dann nach einem kurzen Frühstück auf zur Fähre Putgarden, die vom Campingplatz ca. 5min. entfernt lag. Nach kurzer Überfahrt landeten wir in Dänemark, wo es über die Öresundbrücke nach Lund ging. Kurzer Stopp auf dem Campingplatz, Räder raus und ab zur Stadterkundung. Lund ist wirklich schmuckeilig und hat uns gut gefallen. Auf dem Kirchplatz standen viele sehr gut gekleidete Menschen und Priester so sah es jedenfalls aus. Wobei nach näherem betrachten waren es Beffchen, das sind die weißen Kragen. Bei der Domkirchen Besichtigung haben wir dann herausgefunden, das dort gerade eine Priesterweihe stattgefunden hatte. Der Dom hat uns mega qgut gefallen. Dann sind wir noch in einen kleinen Schauer gekommen, aber das war okay. Wir sind wieder früh ins Bett, da irgendwie noch Schlaf nachzuholen ist…das wird sich hoffentlich bald legen und die Erholung tritt ein.
Am nächsten Tag ging es dann weiter nach Mariestad. Auf dem Weg dahin hatte ich mir ein paar Orte ausgesucht um Rast zu halten bzw. was anzuschauen. Was uns sehr gut gefallen hätte war der Besuch der Falbrydgens Osteria. Ich hatte gelesen, das die Käserei einen Werksverkauf hat und noch andere Käse aus aller Herren Länder. Das war doch was für Martin und nachdem wir sie gefunden hatten gab es gleich eine schöne Überraschung. Ein Restaurant mit einem Käsebuffet. Uns hing eh der Magen in den Kniekehlen und so nahmen wir noch 2 hiesige Bierchen dazu und haben uns an dem Köstlichkeiten gut getan. Hinterher hat uns fast der Bauch wehgetan, aber es mußte eben alles probiert werden. Der Verkaufsladen war eine wahre Offenbarung, soviel Käse…man hätte am liebsten den ganzen Laden leergekauft. Gut das wir einen kleinen Kühlschrank dabei haben und so wanderten einige käsestückchen da rein. Nach einem kurzen Zwischenstopp noch in Kungslena, wo wir eine alte Kirche mit den interessanten Nebenkirchtürmen besichtigt haben. Und dann ging es schnurstrax nach Mariestad. Endlich am Ziel angekommen würde das Zelt aufgebaut. Hatten wir auch schon 4 Jahre nicht mehr aber mit einigem erinnern war es doch dann schnell aufgebaut. Und da wir den nächsten Tag eine Radtour machen wollten ging es wieder früh ins Bett.
Heute morgen hieß es früh aufstehen ohne sich nochmal im Bett aalen, da das Packen noch bevorstand. Und wir mussten noch 3 Sachen loswerden, die uns gute Dienste erwiesen hatten. Wir hatten uns am Anfang in San Jose gleich eine Bodumkanne, eine Kühlbox und eine Wanne mit Deckel für Küchenzeug gekauft. Unsere freundlichen Host’s haben es uns dankbar abgenommen. Und dann stand uns noch die Autorückgabe bevor ..puh. Ein bisschen geschwitzt haben wir, da bei unserem wilden Ritt durch die Berge und Täler doch eine kleine Beule reingekommen ist. Allerdings war es ja so ein schon verbeultes Auto und so hatten wir tatsächlich Glück, das haben sie gar nicht so richtig angeschaut und wir waren erleichtert. Dann haben wir lange gewartet und nun haben wir eingecheckt und um 16:40 Ortszeit geht es los. Morgen um 10:35 dann Ortszeit Zürich sind wir wieder daheim in der Kälte.
Was für eine Reise und schöne Eindrücke wir doch gehabt haben. Ich erinnere mich noch gut vor 5 Jahren bin ich ja nach London & Australien gereist und der Abschied von Australien hat sich ganz ähnlich angefühlt.
Mein Eindruck ist, wir konnten ganz gut in das Leben der Costa Ricaner eintauchen. Sie Leben, Pura Vida, das ist klar ihr Motto und so geschäftig wie in der Schweiz oder gar bei uns zugeht ist es nicht. Dafür haben sie einen sicher geringeren Lebensstandard, zumindest die meisten, erkaufen sich dies mit sehr viel Freizeit. Was sie allerdings damit anstellen, nun unser Eindruck nicht so sonderlich viel ausser dem Abhängen in der Hängematte. Hobbys haben sie schon z.b Fussball, surfen oder mit der Familie am Wochenende einfach am Strand sein und den Tag genießen. Ich habe es jedenfalls genossen dies zu sehen, da dies schon ein Lebensstyle ist den wir evtl. in abgeschwächter form höchstens von unseren europäischen Freunden, den Italienern, Spanier kennen.
Nun freue ich mich auf Zuhause, auf die Gespräche und Treffen mit euch und die Hühner.
Falls ich/ wir aber nicht alle vor Weihnachten sprechen/ sehen kann wünsche ich) schöne Feiertage mit den Lieben und bleibt gesund. Feliz Navidad!!!!!!!!!!,🌲🎄⛸️🎿
Wir waren irgendwie platt von gestrigen Tag und so starteten wir den heutigen sehr relaxed, ja beinahe schläfrig. Als Tagesprogramm stand heute ja eine Stadtbesichtigung an und wie sich das gehört in jedem Fall zu Fuß. Das Auto war gut auf dem Innenhof versorgt und so stiefelten wir los. Es ist ja wirklich interessant was es alles an Geschäften gibt und vor allem an Schrott. Ich kann es leider nicht anders sagen und der kommt ja bekanntlich aus China.
San José ist schachbrettförmig aufgebaut, allerdings nicht wie Mannheim, es ist alles etwas kleinteiliger. Interessant ist auch, das man hier höllisch aufpassen muss um nicht in metertiefe Löcher zu fallen und das überqueren der Strasse ist auch nicht gerade ungefährlich. Eine laue, puffige, wuselige Stadt mit durchaus schönen Ecken. Wir waren im alten Stadtviertel Barrio Amon, mit alten Häusern im Kolonialstil zur Zeit der Kaffee-Barone. Sehr interessant…
Ich wollte dann noch unbedingt in das Teatro National, was angeblich die schönsten Räume und Bilder/ Fresken beherbergt. Und in der Tat waren hier einige Italiener am Werke dieses Haus inkl. Inneneinrichtung/ Bemalung zu gestalten. Heute ist es immer noch benutzt, allerdings seit Corona kommen die grossen Veranstalter nicht mehr, denn die Sitzplatzbelegung ist deutlich eingeschränkt worden und daher für aufwendige Produktionen nicht rentabel. Jedoch meinte unser Guide das es durchaus mit Konzerten und anderen Veranstaltungen gut genutzt wird.
Und in jeder Großstadt hat man eben auch die Ecken und Punkte die man eigentlich nicht sehen will, aber das gehört wohl dazu. Hier ist mir allerdings aufgefallen, das es mehr offensichtliche Prostitution gibt. Zumindest meine ich das. In einen lustigen Markt wo es allerhand Touri Zeug aber auch Fleisch, Fisch und Essen gab sind wir auch noch reingestolpert. Aber die Stadt hat mich fertig gemacht und daher haben wir uns heute mit unseren Resten zum Kochen begnügt.
Das Ergebnis des PCR Test trudelte auch im Laufe des Tages ein und wir sind leider negativ, heißt wir müssen wohl morgen fliegen. Schade, obwohl ich mich doch jetzt auf zu Hause freue. Auf alle lieben Menschen und den Horst und seine Mädels.
Wir sind vorgestern Abend noch essen gegangen, da ja unsere Mädels nun weg waren und wir auf die Küche am Abend nicht mehr zugreifen konnten. So hab ich den Reiseführer zu Rat gezogen und siehe da, Soda Kawe soll lecker und preiswert sein. Es tröpfelte noch immer und so sind wir ins Auto gesprungen und ab in die Stadt. Auf dem weg dorthin ist uns noch ein gar nicht so faules Faultier begegnet, welches auf der Elektrotrasse rumturnte und sich ziemlich schnell fortbewegte. Putzig, weil man sie doch sonst meistens schlafend irgendwo im Baum entdeckt. Das Essen ein typisches Casado war super, auf dem Holzfeuer zubereitet und das Getränk war in den bescheidenen 4000 Colonnes (umgerechnet ca. 5,50Euro) pro Person schon enthalten. Anschließend sind wir noch zur Happy hour und haben noch Pína Colada getrunken, herrlich….
Den nächsten Tag wollten wir noch einmal so richtig das Paradies genießen, denn unsere letzten Stunden am Meer und wer weiß schon für wie lange, standen ja bevor. Nachdem es die Nacht wie aus Kübeln geschüttet hatte und ich schon befürchtete das wir draussen vorm Haus schwimmen gehen können, war es dann doch recht angenehm und zum Frühstück kam auch schon ein bisschen die Sonne raus. Also haben wir unser Zeug gepackt und nachdem Gerhard dann unsere 5 Nachbarn zum Nationalpark gefahren hatte sprang ich dann auch ins Auto und Karin musste in die Stadt Besorgungen erledigen. Wir sind noch einmal nach Porto Viechjo gefahren. Dort waren wir bummeln und dann noch Sand, Strand, Meer und Sonne genießen. Das tat gut und irgendwann ging es dann auch wieder zurück. In unserer kleinen Hütte angekommen hab ich erstmal nichts bemerkt. Ich wollte dann nochmal schauen wie viel Geld wir noch haben und dann kam der Hammer. Mein Geld, Ausweis, Pass und Kreditkarten hatte ich im Zimmer gelassen sowie noch den eisernen Notgroschen (140CHF & 340Euro, sowie 40000 Colonnes). Ich fasse ins Nichts, die Tüte war nicht mehr da……gott sei Dank hatten wir Gerhards Geldbeutel versteckt und der war noch da. Nach Tasche auspacken kamen zumindest der Ausweis, Pass und die Karten wieder zum Vorschein, die hat wohl der Dieb in der Hektik in den Rucksack gesteckt und nicht da, wo ich es hingetan hatte nämlich in das Kopffach…..na das war ein Schock. Man hat nichts gesehen, aber die Hütte ist auch nicht gut abschließbar und Karin erzählte noch vor ein paar Tagen das bei ihr eingebrochen wurde und sie vermutet wer es war. Aber wir haben nicht damit gerechnet, dass wirklich bei den Gästen eingebrochen wird…nun das ist mir noch nie passiert. Wir haben Karin informiert, aber was kann sie jetzt noch machen. Nichts, ausser sich ernsthaft zu überlegen die Hütten mit besseren Schlössern und einem Safe auszustatten. Das sitzt noch tief und ich bin echt enttäuscht über solch schlechtes Benehmen. Aber ich muss eben besser aufpassen! Und es ist ja nur bunt bedrucktes Papier und immerhin das wichtigste haben sie mir gelassen…..
Nach einem letzten Frühstück auf der Terrasse unserer Hütte ging es ans Packen. Hat sich ganz schön was angesammelt in den Wochen…..und schon ging es los nach San Jose. Das es heute keine entspannte Fahrt wird war klar. Es gibt ja nur die eine einzige Hauptstrasse auf die Karibikseite und daher quetschte sich der ganze Verkehr wieder auf der einen Strasse, wo auch noch von 2spuren auf 4 ausgebaut wird. Zum Teil hatten sie aber schon fertiggestellte Bauabschnitte freigegeben und so ging es einigermaßen gut. In San Jose angekommen..puh was für ein Wahnsinn. Alles verstopft, Stop and go war angesagt…nun Geduld war hier gefragt. Unser Nachtquartier für die letzten beiden Tage ist ziemlich in der Innenstadt und es hieß ohne Parkplatz, auweia…..bei unserem Quartier angekommen konnten wir immerhin erwirken dass wir im Innenhof ausnahmsweise doch parken können. Was für ein Glück, denn die Gegend scheint nicht besonders sicher zu sein….aber wir entschieden uns doch noch raus zum Flughafen zu fahren um zu schauen ob wir den geforderten PCR Test heute schon machen können. Also nochmals 16km raus, wieder durch den dicken Verkehr…was für ein Moloch…..am Flughafen angekommen steuerte Gerhard zielsicher auf das Testzentrum zu und da kein Andrang war, konnten wir uns anmelden sowie alle Angaben zu Flug etc. hinterlassen plus 99Dollar X 2 zahlen und schwubs dass ich auch schon auf dem Popelstuhl. Ich hab ihr gesagt, dass das jetzt das erste Mal ist und sie bitte irgendwie sanft sein soll. Dann ging es los und es war nicht so schlimm wie befürchtet. Das Ergebnis bekommen wir morgen per Mail zugeschickt und dann müssen wir noch ein Einreiseformular ausfüllen. Somit können wir morgen San Jose anschauen, mal schauen ob das besser wird wie bei Nacht, denn wir mussten ja nun nochmal zurück und das war wieder nicht lustig.
Nachdem wir ja die letzten Tage etwas ruhiger gestaltet hatten, wollten wir die nächsten Tage noch ein paar Aktivitäten reinpacken. Gesagt getan und so war gestern unser Ziel (auch eine sehr warme Empfehlung von Karin) im Nationalpark Cahuita die Flora & Fauna zu bestaunen und evtl. noch ins Wasser zu hüpfen. Hier in Cahuita ist der Eintritt in den Nationalpark auf Spendenbasis und so konnte jeder geben was er für angemessen hielt. Der Weg ging immer am Ufer entlang und manchmal aber auch im Ocean je nachdem ob Flut oder Ebbe ist. Wir hatten Flut und somit hatten wir einigen Stellen doch viel Spaß um dem Wasser auszuweichen. Üppige Vegetation und einige Tierchen konnten wir bestaunen. Die Kapuzineräffchen waren diesmal so nah, das wir sogar Bilder mit uns drauf machen konnten. Ebenfalls einem Waschbären sind wir sehr nah gekommen und die kleinen Echsen in vielen Schattierungen und Größen konnten wir bestaunen. Da ja bekannt ist, das ich nicht so wirklich ein Schlangenfan bin und hier allerdings doch auch die eine oder andere Schlangenart zuhause ist witzelten wir die ganze Zeit heute, heute werden wir noch eine sehen..beim Laufen ist uns keine begegnet aber am Ausgang vom Park wurden wir auf einen Mann an einem Baum aufmerksam gemacht, bei ihm können wir eine Schlange (gelbe Viper, sehr giftig) sehen. Okay, na nichts wie hin😉 und siehe da, sie schlief auf einem Blatt…friedlich zusammengekringelt. Dann noch zur Strasse vorlaufen und auf den Bus warten. Hier trafen wir auf einen Amerikaner, den wir auch schon zuvor auf dem Wanderweg begnet sind und wie immer, man kommt dann ins Schwatzen. Er kam aus Montana und ist hier für ca. 14 Tage zum surfen bevor es in den Winter geht. Nun, das kennen wir auch. Der Bus sollte allerdings erst in 45min. fahren und so hoben wir unseren Finger um zu schauen, ob jemand uns die 4km nach Cahuita mitnimmt. Das ist eigentlich unüblich und so rechneten wir auch gar nicht damit. Aber es hielt dann ein Auto, vollbesetzt und so konnte zumindest der Amerikaner schon mal mitfahren. Bei uns dauerte es noch ein bisschen bis sich ein junges Pärchen erbarmte. Er kam aus Kolumbien und sie war eine Einheimische und fuhren nach San Jose zurück. Hinten auf dem Rücksitz sass noch ein Chiwauwau und Gerhard nahm in einfach auf den Schoß und nachdem er seine Streicheleinheiten bekam schlief er friedlich ein. Was für ein Bild. Die beiden Schweizerinnen waren ja nach Panama abgereist aber wir haben schon wieder neue Nachbarn, diesmal etwas lebhafter mit 3 kleinen Kindern. Ebenfalls Schweizer aus der Nähe von Zürich. Also ist ja fast wie daheim:-).
Für heute hatten wir uns mit Carlos, einem local guide verabredet um einen kleinen Einblick in das Leben der indigenen Bribri zu erhalten. Dies kann man nur machen, wenn man einen guide hat denn man muss eine Genehmigung haben. Die Touristen kennen hier ja niemanden…okay so ist das und wir hatten mit Carlos einen Preis ausgehandelt, der sicher gut für ihn und uns war. In Bribri bzw. an dem Besucherort wurden wir von einem Medizinmann begrüßt und durch den Garten geführt, wo es allerhand zu entdecken gab wie Gummibaum, um Kleber herzustellen, Pflanzen die für das Herz gut sind oder bei Fraunenleiden. Oder natürlicher Lippenstift. Der Medizinmann öffnete eine rote Frucht, nahm meinen Finger und strich über den Samen. Der Finger war ganz rot danach und ich konnte damit meine Lippen eincremen. Ein sehr spezieller Rot-Ton. Anschließend wurden wir noch in einen geschützten Bereich geführt, wo es allerhand froschiges gab, äh bunte Frösche, die allerdings giftig sind. Sie sind eben so bunt, das signalisiert du kannst mich schon fressen aber ob es dir bekommt????Dann kam das Allerbeste. Das Volk ist auch bekannt dafür dass sie Kakao anbauen und zum Teil an die Großkonzerne weiterverkaufen oder aber auch eigene Produktion durchführen. Dabei wird nicht Schokolade hergestellt wie wir sie so kennen, nein das ist Reinstschokolade zum Trinken oder Essen ohne schischi…..und das konnten wir dann auch selber erleben, so wie ihre Vorfahren das auch schon immer gemacht hatten. Die Kakaobohnen wenn sie getrocknet sind von der Sonne kann man schon gut essen, schmecken etwas bitter aber trotzdem super. Und dann kann man die Bohnen im Feuer rösten und auf einem Stein zerkleinern. Die Kakaonibs dann noch in einen Fleischwolf geben und durchdrehen. Und dann kam die pure Kakaomasse raus, was für ein Geschmack. Dies dann noch auf eine ungebackene bzw. auf eine gebackene Banane vom Feuer drauf geschmiert…..da hört man die Engelchen singen. Ich hab sowas noch nie gegessen, unvergleichlich…..ein echtes Highlight für uns. In der Nacht hatte es schon ziemlich heftig geregnet und irgendwie wollte bzw. will es heute nicht aufhören. Nun eigentlich stand zum Abschluss noch ein Walk zum Wasserfall mit Schwimmen an, aber das fiel buchstäblich ins Wasser. Es schüttete nur so und wir waren dann ziemlich durchgeweicht.