42 Mal von hüben nach drüben

Autor: Martin (Seite 6 von 26)

Sonne und Wind

In der Nacht hatte es viel geregnet,  am Morgen war es dann wieder trocken und sonnig. Bis auf einen kleinen Schauer blieb mir die Sonne und ein frischer Wind (meistens von hinten) auch treu – mit anderen Worten: wieder schön zu fahren.

Schatten für die Schafe
 
Die Bucht ist hier schmaler als der Rhein
Die Fähre kommt
Sie hangelt sich am Seil auf die andere Seite
Strassenarbeit in voller Breite
Heu
Nach der zweiten Fähre

Eine schwimmende Sauna

Plan für Tag 5 – Valdemarsvik – Kolmården

Um zum Ziel des heutigen Tages zu kommen, muss ich zwei tief ins Land reichende Buchten mit Fähren queren – zuerst Slätbaken an deren Ende Söderköping liegt und dann Bråviken, an deren Ende Norrköping liegt. Die Buchten sind lang und schmal, die Fahrt dauert jeweils nur wenige Minuten.

Die Unterkunft liegt am Ostrand eines bewaldeten Bergrückens, dem Kolmården. Am Westrand, 12 km entfernt, liegt der größte Zoo Nordeuropas mit 250 Hektar und 720000 Besuchern pro Jahr.

Gesamtstrecke: 74.26 km
Gesamtanstieg: 902 m

Auf und nieder immer wieder

Heute war es fast den ganzen Tag bedeckt, nur kurz vor dem Ziel kam die Sonne etwas heraus. Aber wichtig war: Es blieb trocken.

Der Tag war anstrengender als die letzten beiden – das lag natürlich an der mit 108 km deutlich längeren Strecke, vor allem aber an den Anstiegen. Es war ein ständiges auf und ab, mal nur 10 m hoch und wieder 5 m runter, gleich drauf wieder 8 m hoch und das ganze auf weniger als 100 Metern. In der zweiten Hälfte wurden die Abstände zwischen den Anstiegen etwas größer, aber so richtig eben war es eigentlich nie. Der längste Einzelanstieg war weniger als 50 Meter, in der Summe kamen aber gut über 1000 Höhenmeter zusammen.

Was das Fahren aber angenehm machte waren die kleinen bis kleinsten Strassen mit wenig bis gar kein Verkehr. Spektakulär war die Etappe wirklich nicht, aber doch recht abwechslungsreich. Wälder und Felder, kleine Weiler und einzelne Häuser, Kühe auf der Weide und Pferde auf der Koppel.

Auf und nieder
Immer wieder
Felder vor
Und nach der Ernte
Im Hintergrund ein kleiner See

Und auch im Vordergrund

Im kleinen Hafen von Valdemarsvik gibt es einen „Holzbootverein“

Plan für Tag 4 – Vimmerby bis Valdemarsvik

Das Ziel des heutigen Tages ist ein kleiner Ferienort an der Schärenküste mit Rosarium im Stadtgarten, Minigolf am Hafen und einigen Restaurants.

Auch heute gibt es wieder viel Natur – der größte Ort unterwegs hat gerade einmal 1000 Einwohner.

Gesamtstrecke: 108.46 km
Gesamtanstieg: 1360 m

Välkommen i Bullerbyn

Heute Morgen war es etwas weniger sonnig, aber deutlich windiger. Das Wetter war aber trotzdem noch sehr schön zum Fahren.  Leider erwischte mich vor dem Mittag einer der angekündigten Schauer und verfolgte mich bis kurz vor Bullerbü. Dann gewann endlich die Sonne wieder die Oberhand und es blieb schön bis zum Scluss.

Am Ortsschild Lönneberga hielt vor mir ein polnisches Wohnmobil, ein kleiner Junge stieg aus, stellte sich ans Schild und seine Mutter machte ein Foto. Ich habe aber nicht gefragt, ob das jetzt Michel aus Lönneberga war

Je näher ich zu Bullerbü kam, desto mehr deutsche Kennzeichen sah ich. In Bullerbü selbst waren bestimmt zwei Drittel Deutsche und alles war auf deutsch und schwedisch angeschrieben, praktisch nichts auf englisch.

Astrid Lindgrens Vater ist auf dem Südhof in Sevedstorp (so heißt Bullerbü eigentlich) aufgewachsen. Die Höfe sind ziemlich klein, ich hätte sie deutlich größer geschätzt. Heute sind es Ferienhäuser in Privatbesitz

Heute gab es viele Waldwege
Martin aus Lönneberga
In Bullerbü
Café in der Scheune des Südhofes
Die Scheune von außen
Von links nach rechts: Nordhof, Mittelhof, Südhof
Das einzige Schild welches nicht auch auf deutsch war.
Hat Lasse an diesem See den Nöck gespielt?
Bullerbü in klein auf dem zentralen Platz in Vimmerby

Plan für Tag 3 – Vetlanda bis Vimmerby

Heute komme ich durch die Landschaften von Astrid Lindgren: Ich plane in Lönneberga zu vespern (Das Restaurant hat leider am Wochenende geschlossen), dafür hat das Café in Bullerbü wahrscheinlich auf. Im Freizeitpark „Astrid Lindgrens Welt“ am Ziel könnte ich noch auf Pippi Langstrumpf, Emil aus Lönneberga oder Ronja Räubertochter treffen – der Park ist aber eher ideal für Familien mit jüngeren Kindern, also werde ich wohl stattdessen ein Bier der im Ort ansässigen Åbro Brauerei genießen.

Gesamtstrecke: 77.55 km
Gesamtanstieg: 919 m

Zwei Städte

Start und Ziel hätten nicht unterschiedlicher sein können. Das ist mir schon vor 11 Jahren aufgefallen und es hat sich wieder bestätigt. Växjö ist zwar deutlich größer als Vetlanda, dieses wäre mit 13000 Einwohnern aber doch groß genug für ein bisschen Atmosphäre. Gestern lagen Dutzende Restaurants und Cafés in der Fußgängerzone dicht an dicht, brechend voll ,so dass ich froh war, dass das Abendessen im Hotel inklusive war. Betrieb auf den Straßen bis deutlich nach Mitternacht. Växjö ist eine quirlige lebendige Stadt.

Heute tote Hose. Eine kleine Industriestadt mitten im Nirgendwo. Die wenigen Restaurants an denen ich vorbei gekommen bin gähnend leer oder gleich ganz geschlossen.  Ich bin der Empfehlung des Hotels gefolgt und sitze jetzt in „einem der ältesten Restaurants der Stadt“ (eröffnet 1997 ah ja, so so) von den 30 Tischen ist noch ein anderer besetzt – wie können die hier überleben?

Und dazwischen? Sehr schöner Fahrtag im stetigen auf und ab.  Mal kleine Straßen, mal Feldwege, hat mich oft an den Schwarzwald erinnert.  Genau die richtige Temperatur zum Fahren. Morgens in Växjö trugen die wenigen die schon unterwegs waren kurze Hosen in Erwartung des sonnigen Tages. Am Nachmittag zog es etwas zu und es braute sich über Vetlanda ein Gewitter zusammen. Das verzog sich aber ohne einen Tropfen zu hinterlassen und jetzt sitze ich draussen, genieße ein Bier und warte auf meinen Lachs mit Gemüse und Herzoginkartoffeln.

Nachtrag zu der Frage oben nachdem das Essen kam: Ich weiss es nicht.

Plan für Tag 2 – Växjö bis Vetlanda

Eigentlich wollte ich von Växjö aus mehr Richtung Osten, aber die angepeilte Übernachtungsmöglichkeit stand nicht zur Verfügung. In Vetlanda gab es aber genug Unterkünfte. Fast exakt die gleiche Etappe haben wir vor 11 Jahren schon mal gemacht, sogar das Hotel am Zielort ist das gleiche.

Gesamtstrecke: 80.22 km
Gesamtanstieg: 967 m

Schöner Start

Gestern Abend kam ich noch auf der Fähre ins Gespräch mit einem Paar aus Freiburg welche den Kattegattradweg machen wollte und einer jungen Frau aus Kiel die gerade mit dem Studium fertig ist, und jetzt einige verlängerte Wochenenden für Radtouren nutzt. Ihr Plan ohne Regenhose zu fahren fand ich etwas ambitioniert, aber ihre Strecke ist zum Glück nicht allzu lang – auf der schwedischen Seite von Malmö bis Helsingborg, und am zweiten Tag auf der dänischen Seite zurück.

Wenn bei ihr das Wetter heute so war wie bei mir hat sie Glück gehabt. Etwas frisch aber ansonsten ein gutes Wetter zum Rad fahren, ein paar Wolken aber meist sonnig.

Von Alvesta bis Växjö hätte ich auch einfach im Zug sitzenbleiben können, aber es war gut, endlich mal aufs Rad zu kommen. Ein paar Kilometer eine etwas größere Straße, dann ging es links ab auf ein kleines verträumten Strässchen. Manchmal fühlte ich mich wie im Schwarzwald. Da die Strecke sehr kurz war, hatte ich gut Zeit für das Glasmuseum. Zu Beginn des 20. Jh. gab es im „Glasreich“ rund um Växjö viele Dutzend Glasbläsereien, davon ist heute kein halbes Dutzend mehr übrig. Ich kam gerade recht zu einer kleinen Führung.

Jetzt sitze gerade ich im Hotel, genieße einen Kaffe und schreibe diesen Text.

Grünanlage in Alvesta
Ah!
Die kleine Strasse zieht sich dahin
Das könnte doch auch im Schwarzwald sein
See kurz vor Växjö
Im Glasmuseum – Übersicht über die Glashütten

Plan für Tag 1 – von Malmö bis Växjö

Früh morgens komme ich mit der Fähre in Malmö an. Die Strecke bis Växjö wäre um die 250 km, also drei schöne Fahrtage. Um mir zwei davon zu sparen, fahre ich gleich nach der Ankunft der Fähre mit dem Regionalzug bis Alvesta und stimme mich mit einer sehr kurzen Etappe von 23 km auf den Radurlaub ein. Das Ziel Växjö haben wir auf unserer allerersten Tour vor 11 Jahren bereits besucht. Von den 65000 Einwohnern sind fast ein Drittel Studenten. Für das Glasmuseum (die Stadt gilt als Hauptstadt des „Glasreiches“) habe ich wahrscheinlich genug Zeit

Gesamtstrecke: 22.95 km
Gesamtanstieg: 221 m
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