Grenzlandtour nach Aachen

42 Mal von hüben nach drüben

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Belchen Satt – Fünfter Tag

Während am dritten Tag gar kein Belchen zu bezwingen war, sind es heute sogar zwei. Die Strecke ist recht kurz, die 2200 Höhenmeter liegen im Mittelfeld – insgesamt sollte es eine der „einfacheren“ Etappen sein. Zuerst ein langer, recht gleichmässiger Anstieg auf den Ballon d’Alsace, zur Halbzeit den Col du Page, der doch immerhin knapp unter 1000 Meter hoch ist, und zum Schluss gibt es den verkehrsarmen Anstieg über Geishouse bis zur Zielankunft am Gipfel des Grand Ballon.

Gesamtstrecke: 68.31 km
Gesamtanstieg: 2160 m

Spektakulär unspektakulär

Heute morgen hatten wir Gummi-Beine und einen alten Bekannten an unserer Seite, ihr ahnt es schon…der liebe Gegenwind. Hin und wieder war er schon da, aber nicht so penetrant. Ich hab wirklich gedacht, dass wir erst sehr spät am Zielort ankommen werden, aber der Tag wurde dann doch besser wie zunächst vermutet.

Wir fuhren heute durch viel Hügelland, die burgundische Pforte.. vermutlich war die auch für den Gegenwind verantwortlich. Ihr wisst ja, da kommt unser Wetter her.

Eigentlich ist heute nicht viel passiert ausser sehr viel Strecke und einem Aufstieg der sich wieder mal gewaschen hatte. Da war kurzzeitig angesagt, wer sein Fahrrad liebt der schiebt..

Der Ballon de Servance selber ist ja eine eher nüchterne Erscheinung, aber es war ganz ruhig und vor allem ein sehr wenig befahrener Berg. Fazit, es war zu schaffen und wirklich schön so durch die französischen Dörfer zu fahren. Mal etwas schöner hergerichtet dann aber wieder hmm kaum zu beschreiben, eben französisch.

Belchen Satt – vierter Tag

Der heutige Tag hat zwar etwas weniger Höhenmeter als die vorangegangenen, aber dafür ist die Streckenlänge mit 135 km nicht zu verachten.

Zuerst queren wir den letzten Ausläufer des Jura, nur um nach knapp 40 Kilometern schon wieder am Ufer des Doubs zu stehen. Dann geht es recht flach über die Burgundische Pforte bis zu den Vogesen. Auf den letzten 30 Kilometern gilt es dann den ersten und unbekanntesten der Ballons zu erklimmen: den Ballon de Servance. Die Unterkunft ist dann im kleinen Ort Giromagny, nördlich von Belfort.

Gesamtstrecke: 134.96 km
Gesamtanstieg: 1697 m

Le Chasseral

Der Tag startete früh und mit einem leckeren Frühstück bei Bernhard. Bei dem haben wir nämlich gestern übernachtet, B&B mässig. Ein lustiges Kerlchen, der Bernhard. Er hat eine große WG, denn er hat neben den Durchreisenden wie wir auch noch Gastarbeiter an die er Zimmer vermietet in seinem Bauernhaus mit großem Garten.

Der Aufstieg zum dominierenden Highlight dieses Tages wird uns nicht leicht gemacht, aber eines ist zumindest bei mir heute klar….meine Beine sind nicht mehr aus Gummi. Das ist toll und zieht sich trotz Anstrengung bis zum Ende des Tages durch. Mir und meinen Beinen geht es gut und auch Martin gewöhnt sich an die Anstrengung.

Auch wenn ich es vielleicht noch nicht oft erwähnt habe, aber die Streckenführung ist toll. Die kleinen Dörfer im Hochplateau zwischen Mittelland und Chasseral waren noch so ursprünglich und wenig Tourismus. Die Kuhglocken bimmelten und hier ist die Welt noch in Ordnung. Herrlich dort durchtukurbeln, denn von Verkehr keine Spur.

Eines dieser Dörfer war Lamboing – Wer von euch kennt es denn auch? Vielleicht nicht unbedingt vom durchfahren, aber aus einem bekannten Stück der Weltliteratur.

Nun die Anstiege haben es wirklich in sich und doch lohnen sie sich, denn die Ausblicke oder wie z.b die letzte Abfahrt nach St. Hippolyte…einfach grandios. La Goule ist wirklich noch erwähnenswert, man fährt eine kleine Straße im guten Schuss runter…immer wieder tolle Ausblicke auf den Doubs und dann unten angekommen…oh wie komme ich hier wieder raus?????Einfach…man/frau schiebt sein geliebtes Fahrrad eine Rampe von mehr als 20% hoch und freut sich endlich oben angekommen zu sein.

Morgen geht es zum Ballon de Servance….eher ein Transfertag, wo wir auch wieder den Doubs queren werden. Ich muss gestehen, ich habe höchsten Respekt für alle Brevetfahrer die dies in einem Rutsch fahren…2,5 Tage… unvorstellbar.

Belchen Satt – dritter Tag

Heute steht der höchste Gipfel der gesamten Tour auf dem Programm – der Chasseral. Mit seinen 1606 Metern auch die höchste Erhebung des Berner Juras.

Allerdings wird es uns nicht leicht gemacht – davor und danach geht es immer wieder mal hinunter in tief eingeschnittene Täler. Zuerst queren wir bei Frinvillier die Suze, auf die wir dann nach dem Bezwingen des Chasseral nochmals in St. Imier treffen. Und auch dem Doubs begegnen wir zwei Mal: Wir queren die tief eingeschnittene Schlucht am Oberlauf bei Goule, und am heutigen Ziel St. Hippolyte, 70 km weiter flussabwärts, sehen wir den dann ruhig dahinfließenden Doubs wieder. Da wir natürlich nicht dem Fluss folgen, stehen für den Abschnitt von Goule bis St. Hippolyte bei uns nur 25 km auf dem Tacho – dafür natürlich auch wieder 500 Höhenmeter.

Gesamtstrecke: 107.12 km
Gesamtanstieg: 2572 m

Glühende Waden & Bremsen

Wir sind nicht so früh aufgebrochen wie wir eigentlich wollten, da wir einfach nach dem anstrengenden Tag gestern noch nicht wieder fit waren. Und das sollte sich heute irgendwie auch nicht mehr ändern….

Am Morgen fuhren wir im hügeligen Baselbiet herum, das ging rauf und runter…puh. Kurz vor Läufelfingen haben wir dann eine kleine Verschnaufpause eingelegt und kamen mit Urs Hirtli ins Gespräch. Der kam aus dem Nachbardorf und wollte nur schnell mit dem Hund Gassi gehen. Und zum Schluss unseres äußerst netten Ratschens wurde eine Kaffeeinladung ausgesprochen, mal schauen vielleicht klappt das Mal.

Dann kam zum Aufstieg des Bölchens noch ein echtes Highlight des Tages…20% Steigung. Ich staune immer wieder woher man/frau in den Momenten die Kraft hernimmt…aber es hat funktioniert…keiner ist vom Rad gefallen. Nicht lachen, da fahr ich noch zwischen 2.5- 4km/h. Da braucht nur ein Auto kommen und du musst absteigen. Ich komme da nur sehr schwer aus dem Klick raus….. Oben am Bölchen sind wir noch 2jungen Franzosen begegnet, welche heute in Mulhouse gestartet sind und nach Rom wollen. Da haben wir gleich noch ein paar Tipps gegeben, denn 2016 sind wir ja auch nach Rom geradelt. Sie halten sich aber etwas länger in der Schweiz auf mit ca. 8000 hm und wollen nur 14 Tage verbraten…also es geht wirklich immer noch mehr und wir sind eher die Weicheier ?.

Das passt auch gut zum letzten Anstieg, dem Weissenstein. Man hat einen grandiosen Ausblick ins Mittelland. Wow, aber diesen bezahlt man mit einem unverschämten Anstieg über 15% Steigung und das mind. 5km lang. Ich musste irgendwann kurz vor dem Gipfel absteigen…die Waden haben buchstäblich geglüht. Mein Empfinden ist gerade das ich doppelt so dicke Oberschenkel habe?

Leider war die Abfahrt kein Vergnügen, denn die andere Seite ging es 20% wieder runter. Nun da haben dann die Bremsen geglüht…….wir wollen uns nicht beschweren, dat haben wir uns schließlich ausgesucht. Es ist tatsächlich eine Herausforderung.

Nun wollten wir noch etwas Energie nachtanken und mussten leider feststellen, in Lengnau herrschen schwedische Verhältnisse…OK sicher Corona geschuldet aber trotzdem. Sind im Pizzabringdienst gelandet..ist aber lecker.

Morgen geht es nun zu neuen Ufern wo wir die Landschaft nun noch nicht kennen. Sind gespannt und hoffen auf eine regenerative Nacht.

Belchen Satt – zweiter Tag

Heute ist der Schweizer Jura dran – besser gesagt die letzten Ausläufer davon im Aargau, Basel-Land und Solothurn.

Zuerst geht es in stetigem bergauf und bergab über die flachen „Rippen“ bis Eptingen. Auch wenn wir dabei kaum über 700 Meter Meereshöhe hinaufkommen summieren sich die Anstiege doch auf 1000 Meter.

Dann der erste große Anstieg zum Chilchzimmersattel. Von dort wären es nur noch einige Hundert Meter zu Fuss zum (Schweizer) Belchen, aber wir bleiben schön auf der Strasse und geniessen erstmal die Abfahrt. Von Balsthal zieht sich die Strasse im Naturpark Thal langsam aber stetig nach oben. So wie im Dreisamtal denkt man da manchmal: „Hier sieht es doch ziemlich eben aus, warum bin ich denn dann so langsam?“ Am Ende des Tales geht es aber richtig zur Sache: Ein recht kurzer, aber sehr steiler Anstieg zum Weissenstein gefolgt von einer recht kurzen, aber noch steileren Abfahrt ins Mittelland, wo wir dann bei Grenchen den heutigen Tag beschliessen.

Gesamtstrecke: 98.24 km
Gesamtanstieg: 2221 m
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