Im Winter am Polarkreis

Autor: Jeannette (Seite 4 von 15)

Kandy

Oh heute morgen war um 04:30 die Nacht zu Ende,da wir unbedingt noch einen von den beiden Bergen in Sigiriya besteigen wollten. Eigentlich wäre der Löwenfelsen sicher ein schönes Erlebnis gewesen aber wir haben uns dagegen entschieden und den Bruder erklommen. Ha da waren wir nicht alleine. Um 05:00 hat uns Saddat abgeholt und durch die Nacht zum Fuße des Berges gebracht, da sah ich schon vor uns all die tuk tuks fahren. Für die Ausländer sind alle Sehenswürdigkeiten immens teuer, der hier mit 1000 Ruppies (ca. 3 Euro) war ein wahres Schnäppchen. Und auf ging es mit Taschenlampe bewaffnet und im Gänsemarsch hinter den anderen her die vielen Treppenstufen hoch. Gestern meinte jemand zu uns, da gäbe es schwierige Kletterstellen und ich dachte dann so, ah das ist doch easy..ein bisschen nass und rutschig noch vom Monsunregen gestern Abend aber machbar. Nun da wusste ich noch nicht, das ganz am Schluss ein wahrhaft schwieriges Stück kam. Wirklich nicht ohne, ich kann das jetzt nicht beschreiben aber ohne Hilfe von Gerhard von vorne und einem wirklich sehr netten Mann aus Deutschland hätte ich es nicht hoch geschafft. Man muss dazu sagen, auf dem Abschnitt haben sich irgendwie alle geholfen um hoch zu kommen. Runter war zum Glück diesmal einfacher, denn meistens ist es bei mir genau umgedreht. Dafür würde man aber oben mit einem tollen Start in den Tag entlohnt. Sonnenaufgang da oben, den Löwenfelsen direkt im Blick..was will man äh Frau mehr😉

Dann ging es ab nach Kandy in die Berge. Auf dem Weg wurden wir erstmal von Saddat in einen herbal Garden abgeschleppt wo wir allerhand nützliches üner die Gewürze und Kräuter/ Ayurveda erfahren konnten. Naja und was dann kam jönnt ihr euch bestimmt denken, wolle du kaufen, nur Naturprodukte…mache kleine Preis dir… soviel sei verraten, wir haben was mitgenommen.

Der Verkehr wurde dann auch dichter und irgendwie will wohl alle Welt hierher oder wieder weg von hier…es ist extrem hügelig, nee eher bergig hier und die Stadt hat dich von unten am See in die Berge ausgebreitet…kein einfaches Leben hier wenn man z.b Waren verkaufen will, man muss ja bedenken die wenigsten haben hier einen fahrbaren Untersatz…

In Kandy selber wurden wir in einen Touristenladen geschleppt, zunächst Edelsteine. Da wurden wir in ein Zimmer geleitet und es wurde ein Film abgespielt wie man hier in Sri Lanka die Edelsteine gewinnt. Puh ich muss sagen, das ist irre. Lebensgefährlich für die Arbeiter und dazu noch eine harte….entweder man gräbt eine Grube um soweit wie möglich nach unten zu kommen und dort dann quer zo graben um dort dann die Erde nach oben zu befördern und auszuwaschen. Dabei ist sehr viel Wasser im Spiel, das was sich immer wieder in der Grube ansammelt wir mühsam abgepumpt mit Handkurbeln…oder man gewinnt direkt im Wasser/ Fluss den Sand und wäscht dann aus…klingt einfacher ist auch besser denn nicht ganz so lebensgefährlich aber sehr sehr schwer.

Und zum Schluss haben wir uns noch eine traditionelle Tanz -und Trommeldarbietung angeschaut, sehr interessant aber nicht ganz mein Fall.

Und nun regnet es schon wieder und wir warten auf den Morgen um den Zahntempel anzuschauen und dann geht es weiter in die Berge zu den Teeplantagen.

Polonnaruwa (noch eine einstige Hauptstadt von Sri Lanka)

Das ist aber nun auch schon 800 Jahre her und die königliche Herrschaft dauerte auch nur 200 Jahre insgesamt. Dann wurde die Stadt aufgegeben und verfiel. Aber man kann ganz gut erahnen wo was war, denn die übrigen Ruinen sind manche mehr und manche weniger gut erhalten. Von Sigirya liegt Polonnaruwa eine gute Stunde entfernt und nach einem sehr guten, diesmal Sri Lankanischem Frühstück mit Egg Hopper/ süssen Reishopper und vermutlich Pancakes aber eben nicht ganz so süß ging es dann auch schon los. Auf dem Weg kommt man durch den Minneriya Nationalpark durch und mit Glück sieht man auch freilaufende Elefanten die die Straße queren. Aber nicht am Vormittag, da schlafen bzw. baden sie noch.

Nachdem wir gute 4h die Ruinen angeschaut haben, diesmal zu Fuß denn nur geführte Touren mit Genehmigung dürfen da Auto fahren waren wir echt platt und froh das uns Saddat ( unser Fahrer) am Ausgang abgeholt hat. Die Hitze und das schwüle Wetter hat uns den Rest gegeben (selbst die Hunde suchen sich seltsame Orte um der Hitze zu entfliehen). Aber der beste Knaller, das waren die Affen. An einem ruhigen Plätzchen wollten wir unsere Banane essen und als Gerhard sie gerade schälen und teilen wollte kam auf einmal wie aus dem Nichts eine Hand und schwupps war die Banane 🍌 weg und wurde ratz fatz von einem Affen geschält und verspeist. Puh haben wir gelacht und unsere andere Banane dann etwas später im Gehen gegessen und uns immer umgeschaut ob uns auch ja kein Affe folgt. Am Ausgang haben wir uns dann noch ein Eis gegönnt und da Saddat noch nicht da war haben wir uns auf eine kleine Mauer hingesetzt…ich hätte es besser wissen sollen😉….ja mein Eis wurde dann genüsslich von einem Affen geschlotzt…. enjoy hab ich ihm dann mit einem Lächeln noch zugerufen.

Das beste Highlight aber zum Schluss. Auf dem Rückweg hatten wir das große Glück das wir sogar gleich 2 Elefanten auf der Straße antrafen. Puh große auch noch…. Wahnsinn.

Höhlentempel von Dambulla

Bevor ich von unserem schönen Tag erzähle, erstmal noch etwas zum Wetter. Derzeit ist hier Zwischensaison von den beiden prägenden Monsunen, heißt es ist warm, sonnig (ca. 30grad) und feucht jedoch kann es immer wieder auch zu Regenfällen kommen, mal kurz aber auch lang.

Gefrühstückt haben wir heute in einer Bäckerei, irgendwie schon komisch so ein warmes Mittagessen zum Frühstück und das jeden Tag, na jedenfalls haben wir eine Bäckerei gefunden und dachten uns das ist doch mal ne Abwechslung. Und so war es dann auch, sagen wir es war nichts salziges sondern was süßes nämlich Kuchen 🍰.

Auf dem Weg nach Sigirya war unser erster Stopp die Aukana Statue, ein riesiger Buddha aus einem Stein gehauen, was wohl ca. 6-7 Jahre eines Mönches in Anspruch genommen hat, ca. 5Jhr. Beeindruckend, da sie auch noch 12m hoch ist. Ein Mädchen kam zu mir und schenkte mir Blumen als Opfergabe für Buddha und ich hab diese dann auf dem Stein vor ihm hingelegt. Das ist hier grosse Tradition, dass sie viele und schöne Blumen mitbringen vor allem die Lotusblüte.

Anschließend sind wir dann nach Dambulla um uns die wirklich sehr sehenswerten Höhlentempel anzuschauen. Zunächst ging es erstmal bergauf, was uns ziemlich ins schwitzen brachte…ich habe die Treppenstufen nicht gezählt aber es waren wirklich viele…puh. Oben angekommen hat man zunächst einmal einen tollen Ausblick über die Landschaft und dann ist man nur noch geflasht von den 5 Höhlen, eine beeindruckender wie die andere. Es gibt wohl 80 solcher Höhlentempel jedoch 5 davon kann man besichtigen und darin sind 153 Buddhas zu sehen. Die jüngste Höhle wurde wohl 1950 von Mönchen gestaltet. Die Wandmalereien, irre und sehr beeindruckend. Auf dem Rückweg runter hatten wir dann noch einen tollen Blick auf den Sigirya Rock, zu dem wir evtl morgen gehen…

Dann haben wir uns ein nettes Homestay gesucht und anschließend noch den Produktemarkt von Dambulla angeschaut. Verrücktes treiben der Käufer/ Verkäufer um Obst/Gemüse welches hier in Sri Lanka produziert wird und Lkw weise auf die Märkte weiter gebracht wird. Ich war so fasziniert das ich Gerhard süß den Augen verloren hatte. Aber das war kein Problem, die einheimischen Händler waren so freundlich, haben mich ausgefragt wo ich herkomme, ob mir Sri Lanka gefällt und Smalltalk gemacht und ich hab die dann gefragt ob die evtl. einem weiteren Europäer gesehen hätten…und schwupps wusste der ganze Markt was los war. Dann kam jemand und zeigte mir das ich mitkommen sollte und führte mich noch einmal komplett durch und zu Gerhard. Mega freundlich….war in jedem Fall sehr sehenswert.

Das Abendessen haben wir dann noch in einem typischen Straßenschuppen eingenommen, egg hoppers…das wird meine Lieblingsspeise hier werden. Das ist ein Reispfannkuchen und darin haben sie ein Ei gebraten. Hmm mega lecker…

Anaradhapura (einst die Hauptstadt von Sri Lanka)

Aber das ist schon etwas her, das Anaradhapura die Hauptstadt von Sri Lanka war. Wir haben uns heute die schönen Stupas und Ruinen der einstigen Stadt angeschaut. Stupas sehen aus wie umgedrehte Reisschüsseln und symbolisieren das Buddha kein Essen mehr zu sich nehmen wollte/ brauchte. Wir sind wieder mit interessanten Menschen ins Gespräch gekommen, z.b. wurde Gerhard von einem angehenden Mönch angesprochen, wohl schon eher das wir ihm helfen wenn er in Deutschland mal sein wird…..nun wer kann es ihnen versenken. Sie sind wirklich arm hier und wir werden ständig angebettelt oder wir wundern uns nur mit was alles Geld verdient werden will z.b. haben sie vor den Tempeln Schuhhalter wo man eigentlich seine Schuhe auszieht um Barfuß weiter zu laufen, denn es ist nicht erlaubt im Tempel Schuhe anzuhaben. Da steht dann jemand davor und will Geld haben dafür daß man die Schuhe da rein macht…..irre, aber leider wahr. Sie sind wirklich so arm das sie aus allem Geld machen müssen . Froh war ich heute das wir unseren Fahrer dabei hatten, der uns doch viel Weg abgenommen hat und so konnten wir auch noch nach Mihintale fahren, wo ein grosser schöner Komplex erhalten geblieben ist und wenn man sich dann getraut hat die sehr steilen Treppen oder auf dem Stein nach oben zu kraxeln hat man einen fantastischen Blick auf die Gegend.

Ah und wir haben heute Wasserbüffel, Affen, Pfauen, Kätzchen, Streifenhörnchen und ein Krokodil gesehen…. vermutlich noch mehr das hab ich aber vergessen 😜

Endlich Urlaub

Es war ein langes und hartes Jahr. Aber was schreib ich hier, das ist ja irgendwie immer so jedoch muss auch ich zugeben… diesmal war es das noch mehr.

Egal, jetzt sind wir gut in Sri Lanka angekommen und haben die ersten beiden Tage etwas gebraucht um anzukommen, auszuschlafen und die ersten Schritte in Negombo zu machen. Wir haben uns ja dieses Mal einen Fahrer gesucht, da wir uns unsicher waren ob man hier auch alleine fahren kann und wenn schon, ich dachte es ist besser mal abzuschalten als sich schon wieder mit etwas zu beschäftigen was Nerven kostet. Si hat uns dann auch unser Fahrer am Flughafen abgeholt und uns in der Nacht nach einem total unproblematischen Einreisen zu unserem Hotel gebracht. Das wurde gerade erst eröffnet und da wir gegen 04:00 Nachts ankamen und kein Licht anwahr haben wir mal angerufen. Tatsächlich es erschien ein junger Mann noch recht verschlafen und hat uns reingelassen, Zimmer schlüssel erhalten und an ins Bett.

Nachdem wir dann etwas ausgeschlafen hatten sind wir mal nach unten gegangen um die Gegend zu erkunden. Also ich fasse mich heute kurz: es ist ein sehr sehr armes Land und nach Corona und dem Thema mit ihrer Regierung auch ein sehr gebeuteltes Land und jeder schaut hier wo er den Touristen übers Ohr hauen und Geschäfte machen kann. Ich dachte erst was wird wohl unterschiedlich sein zu Indien, muss man wirklich noch nach Sri Lanka….hmm ich verstehe jetzt, das sind tatsächlich zwei verschiedene paar Schuhe…

Wir haben in der Nacht noch unserem Fahrer 100 Euro zum Wechseln und 200 Euro Vorschuss gegeben… Gerhard meinte er hätte due Nacht nicht so gut geschlafen, denn immer schwebte das Damoklesschwert über uns, der Fahrer ist getürmt mit dem Geld. Ihr könnt euch nicht vorstellen, dass ist jede Menge Geld für sie hier…

Okay, er hat uns das Geld zukommen lassen und uns sogar zum Nachtessen gestern eingeladen. 2h weg zu ihm nach Hause und dann wieder zurück. Er ist sehr nett, hat 4 Kinder und wir denken er ist Moslem. Heute morgen ging es endlich los zu unserer Rundreise. Es sind lange Wege und man kommt nicht schnell voran, daher haben wir uns auch für den Fahrer entschieden. Unser erstes Ziel war eine Elephanten Auffangstation, wo sie ausgemusterte Tiere von den Tempeln aufnehmen und noch ein gutes Leben geben. Ha ich hätte auf einem reiten können aber das wollte ich nicht. Ich habe die ältere Dame im Wasser gewaschen und anschließend gefüttert. Wie toll sie sich angefasst hat, ein echtes Erlebnis für einen Elephanten Fan wie ich es ja einer bin😉.

Auf dem Weg nach Anaradharpurna, wir wollen uns morgen die ancient city anschauen haben wir noch zwei tolle budhistische Tempel angeschaut und viel mit den einheimischen Leuten geredet. Z.b. im letzten hat einer von der Benz Familie seine letzten 20 Jahre verbracht, was für eine Geschichte…Vor allem unsere Gastfamilie gerade jetzt ist mega nett und möchte uns morgen Abend bewirten.

Zurück nach Mumbai

Nun ist es soweit und wir müssen zurück nach Mumbai für unsere letzten 1,5 Tage. Unser Flug wird am 23.11. ganz früh gegen 01:00 sein. Und so haben wir uns schon vor 2 Wochen einen Flug von Kochi nach Mumbai gebucht um noch etwas Zeit mit der Familie und mit Eknath zu verbringen sowie die restlichen Mitbringsel einzukaufen. Der Flug war super easy und gegen 17:00 waren wir wieder zurück bei der Familie, die uns herzlichst empfingen. Rheena und ihre Mama sind allerdings nach Hause zum Vater von Rheena gefahren dafür war aber der Bruder von Santos da und so trafen wir einen reinen lustigen Männerhaushalt an. Wir hielten uns auch gar nicht lange auf sondern sind gleich nach Gepäck abstellen wieder losgezuckelt um Mumbai diesmal bei Nacht zu bestaunen. Und die Stadt schläft nie…. überall bunte Lichter..

Ich freue mich nun bald wieder daheim zu sein und auch wenn es kalt ist, aber das gehört nun Mal zu unseren Breitengraden dazu. Morgen noch einmal durch Mumbai schlendern 😉 und der Flug geht dann am 23.11. sehr früh morgens. So gegen 12:30 sollten wir dann in Basel eintrudeln.

Indisch kochen und kleiden

Okay, bis wir Abends bei und mit unserer Gastgeberin einen Crash Kurs im indischen Kochen bekamen lag der Tag noch vor uns und  den wollten wir in Fort Kochi verbringen. Es gibt eben auch noch einen großen jüdischen Stadtteil der viele Gewürzläden haben sollte und so allerlei andere Sachen. Auf unserer Stadterkundungstour kamen wir an vielen kleinen und großen Tempeln, Moscheen und Kirchen vorbei. Einen Tempel durften wir sogar als Ausländer von innen besuchen. Das wird hier sehr streng gehandhabt. Nur die Hindus dürfen ihre Tempel betreten, daher bleibt uns oft nur ein Blick von draußen zu werfen in die oftmals sehr schmücken Tempel. Ich musste allerdings erstmal ordentlich bekleidet werden, mit einem knöchellangen Rock und einem über dem Kopf geschwungenen Tuch. Als Besonderheit füttern sie Tauben und wir durften auch aus der Hand füttern…

Ansonsten haben wir uns Treiben lassen und den größten Spass mit den Verkäufern gehabt, die sich die Zähne an uns ausgebissen haben. Aber uns hat es Spaß gemacht ins Gespräch zu kommen und so auch mehr von ihrer Denkweise und Art kennenzulernen. Überall gibt es die beste Qualität zu den besten Preisen…puh das ist schon anstrengend. Meistens kann man super handeln, denn Eknath meinte zu uns vom erstgenannten Preis ist die Hälfte realistisch. Und man muss ja nichts kaufen.

Nach unserer Erkundungstour haben wir uns schnell frisch gemacht und sind dann runter zu Sheeba. Sie hatte schon alle Zutaten vorbereitet. Es sollte folgendes geben: 1. Ananas Curry, dafür brauchten wir Salz, Wasser, Kurkuma,Ananas in kleinen Stücken, grünes Chilipulver und Curryblätter. Alles zusammen lange einköcheln und ganz zum Schluss noch Senfkörner in heißem Kokosfett aufpoppen lassen. 2. Tomaten Curry dafür brauchten wir Tomaten, Zwiebeln, Curry Blätter und noch einiges mehr…haben alles aufgezeichnet damit wir es nachkochen können. Dann gab es noch ein prawns Curry und noch Red snapper, den sie zuvor mit einer scharfen selbstgemachten Paste mariniert hat. Dazu gab es  gedämpftes Reismehl welches vermischt wurde mit Wasser und Kokosflocken. Ich muss sagen, es ging recht fix das Kochen und das Ergebnis war sensationell und ordentlich scharf, aber ich hab mich irgendwie dran gewöhnt. Vielleicht auch weil es wirklich eine kühlende Wirkung hat. Bin gespannt wie ich Zuhause auf Schärfe reagiere. In Mumbai wollen wir noch etwas Gewürze kaufen, damit wir dann nachkochen können.

Der nächste Tag war für das Festland Ernakulam reserviert und um dort hinzukommen haben wir die Fähre und dann hinzu’s den Bus genommen und zurück dann die Metro. Also die Metro war ein Erlebnis, das sauberste und gepflegteste was ich hier in Indien gesehen habe. So wie bei uns daheim, evtl. sogar besser da die Metro meine ich noch nicht so lange existiert. Wir wurden beraten, das die neue 7ha Shoppingmall so toll sei. Die grösste Indien und da wir eh noch etwas brauchten…nun ab in den Tempel des puren Vergnügens….ja da gibt es wirklich alles was das Herz begehrt. Schmuck im Wert von 156000 Euro haben wir uns zeigen lassen, Schluck….naja aber schön waren die 2 Armreifen. Nun der Goldpreis ist ja auch gestiegen. Es saßen aber genügend Inder / Inderinnen da drin die auch was kauften. Wir haben uns noch ein paar schöne indische  Sachen gekauft, z b. eine Kurta, Oberteile und für mich noch 2 Kleider. Die Sachen sind wirklich praktisch…luftig und leicht, schützen vor der Sonne und sieht echt toll aus und das für wirklich kleines Geld. Ach und was ich auch noch erwähnen möchte, es ist ja etwas schwierig in Kerala an ein kühles Blondes zu kommen, aber in Kochi haben einige Hotels Alkohol Ausschank und da konnten wir nicht wiederstehen…🍺😋😉

Fort Kochi & Kathakali

Das Frühstück ist gewöhnungsbedürftig so will ich mich mal ausdrücken, die Dosas hier in Kerala immer gereicht mit etwas warmem Curry oder einer Kokossauce. Nicht falsch verstehen, es ist lecker aber ich hab dann doch lieber frische Früchte und evtl. auch mal ein Brot und Marmelade. Nun, andere Länder andere Sitten 😉😉. Leider klappte es diesmal mit einem Mietscooter nicht, da wir dafür einen internationalen Führerschein gebraucht hätten und hier in Kerala sind sie nicht nur im Alkohol Ausschank sondern auch mit diesen Dingen etwas sehr streng. Nun dann entschlossen wir uns kurzerhand doch schon nach Kochi umzusiedeln, da wir ja am Montag den Flug von Kochi nach Mumbai haben. Da wir ja eh nach Kochi wollten also gar kein Thema….einen netten Rikscha Fahrer hatten wir ja am Vortrag kennengelernt und so haben wir ihn angefragt ob er Zeit hat uns nach Kochi zu bringen….kein Thema, 45min. später war er auch schon da und so konnten wir in Ruhe packen und uns verabschieden.

Auf dem Weg nach Fort Kochi hielt er noch an einer tollen Kirche an und wir konnten diese anschauen. Drinnen war alles aus Holz. Recht beeindruckend. In Indien leben ca. 80%Hindus, ca. 14%Moslems und dann ca. 2% Christen. Und dann gibt es noch so Randgruppen… Unsere Gastgeber in Fort Kochi haben wir aus dem Lonley Planet und die Beschreibung klang wirklich nett da Sheeba wohl auch Kochkurse gibt….und sie hatten noch ein Plätzchen für uns frei, wie schön und das Ehepaar ist ganz herzlich wie wir dann schnell merkten als wir sie dann kennenlernten. Mittlerweile etwas in die Jahre gekommen sowohl das Paar das das homestay hat und auch das Haus. Aber einen wundervollen grünen Garten haben sie mit so allerlei nettem Federvieh wie z.b einem Taubenpärchen oder Entenpärchen. Da ich gelesen hatte das Sheeba auch Kochkurse anbietet hab ich sie gefragt ob es  möglich sei in der Zeit wo wir bei ihnen sind und ja am Samstag würde es bei ihr passen. Super und schwupps war das auch schon organisiert. Nachdem wir noch eine Information bekommen hatten was alles so in Fort Kochi zu finden ist zuckelten wir auch schon los um die Stadt zu erkunden. Die Stadt selber bzw. Fort Kochi war schön von vielen Kolonialmächten besetzt…  Engländer, Portugiesen, Niederlande und so findet man hier einen netten Mix aus verschiedenen Häuserstilen. Bekannt sind hier auch die riesigen chinesischen Fischernetze..

Und es gibt hier in Fort Kochi auch eine ganz besondere Art von lebendiger Kunst, welches eine Mischung aus Musik, Tanz, Drama und Ritual ist, genannt Kathakali. Das pantomimische Theater bei dem ein Sänger die Story singt und begleitet wird von Trommlern, sowie den Tänzern. Die Tänzer werden vorab aufwendig geschminkt, teils führen sie das selber durch und eben noch von jemandem anderen der ihnen dann spezielle anbauten bastelt und anklebt. Wir haben uns Tickets in der Touristeninformation geholt und konnten schon beim Schminken zuschauen und dann eben noch die eigentliche Vorführung bestaunen. Beeindruckend wieder einmal, komplett anders aber ebenso toll. Anschließend sind wir noch etwas essen gegangen. Gerhard hatte tibetische Küche entdeckt und so haben wir Momos, das sind gefüllte Taschen mit allem möglichen, vegetarisch oder mit Fleisch, wie man eben will. Waren richtig lecker. Dann noch schnell ins Bett, der Tag war wieder lang.

Backwaters in Alleppey

Wieder früh aufstehen hieß es für uns gestern morgen um die Backwaters zu besuchen. Ich dachte es wäre evtl. sehr ähnlich wie drr Spreewald aber es war nicht ganz so…

Die Backwaters umfassen 29 Seen/ 44 Flüsse und 1500 km Wasseradern. Wir hatten eine 4stündige Tour gebucht. Vembanad See und seine Seitenarme…sehr interessant. Die Menschen leben hier, dicht an dicht mit sehr schönen neuen Häusern oder in alten Hütten. Teilweise ist die Landzunge von beiden Seiten mit Wasser umgeben oder hinten dran die d schon die riesigen Reisfelder Flächen. Das ist auch die Haupteinnahmequelle…Reisanbau und dieser wird dann von Goverment abgekauft. Da es 2018 zu einer Jahrhundert Überflutung kam stehe auch viele Häuser leer, denn das muss sehr schwierig sein mit den eh schon geringen Verdiensten diese wieder herzurichten…am und im Wasser findet das ganze Leben statt. Es wird sich im Fluss gewaschen, die Wäsche oder eben alles transportiert in den Lastenkähnen bzw. die Kinder fahren entweder mit Fähren oder mit eigenen Booten in die Schule. Wir haben auch  Muschelfänger beobachtet, die kleine Fangkörbe am Boden des Vembanad See’s auswerfen und dann immer wieder versuchen diese am Boden zu ziehen. Nach einiger Zeit holen sie die geernteten Muscheln hoch, reinigen sie und kippen sie dann im Boot aus und dann wieder von vorne. Kingfisher haben wir mehrmals gesehen und beim morgendlichen Zwischenstopp um einen Chai zu trinken, den die Inder übrigens mit viel Milch und Zucker trinken, haben wir dann noch 2 zahme Adler 🦅 angetroffen. Die wurden wohl vom Besitzer aus dem Nest genommen und die Flügel gestuzt…

Anschließend haben wir unser Quartier gewechselt und noch einen fauligen Nachmittag am Strand verbracht und sogar eine Barhütte entdeckt, leider ohne Alkohol-Ausschank. In Kerala ist das ganz streng gehandhabt. Hier ist auch eine kommunistische Partei an der Spitze, irgendwie eigenartig aber es ist wohl so. Am Abend gab es dann noch in der Unterkunft ein wirklich leckeres keralisches Essen, puh mega fein.

Indien und meine Gedanken

Ein langer Tag war es für uns um nach Alleppey zu kommen. Insgesamt waren wir dann knapp über 10h unterwegs. Und auch wenn es anstrengend war, da der Zug an jedem Bahnhof hielt so war es auch super spannend da wir viel vom Zug aus von der Landschaft sehen konnten…die Reisfelder, die Flüsse, Dörfer und den Müll…

Ich möchte noch ein paar Gedanken zu den Menschen und dem Land allgemein hier festhalten, da es mich sehr beschäftigt was ich hier sehe und ich mich leider nie in meinem Leben damit auseinander gesetzt hatte wie es in Indien ist. Man liest/ hört zwar immer mal wieder bei uns in den von den Vergewaltigungen junger Mädchen und hier und da von einer Naturkatastrophe aber vom schönen behüteten Deutschland ist das einfach so unglaublich weit weg. Das größte Thema hier in Indien ist die Überbevölkerung, ich habe das noch nie so hautnah wahrgenommen wie hier. Wie konnte das denn passieren? Und die vielen Menschen wollen leben, das heißt zum Leben braucht man Geld und um Geld zu verdienen brauchst du Arbeit…puh und hier macht fast jeder was und sei es auf der Straße eingesammelten Kokosnüsse verkaufen. Viele Menschen leben in Slums, z.b in Mumbai sind es 60%. Die Schere zwischen Arm und Reich geht hier unglaublich weit auseinander, viel viel schlimmer wie bei uns in Deutschland. Wir haben sehr nette und hilfsbereite Menschen getroffen und klar jeder schaut wo er bleibt….es ist unglaublich laut und in Bundesstaaten wie Goa oder Maharashtra irrsinnig vollgestopft. Dann sind immer noch viele Menschen nicht gebildet und somit nicht sensibilisiert bezüglich Themen wie Umweltverschmutzung. Das ist schlimm was man hier sieht. Plastik überall und das in rauben Mengen. Gestern haben wir sogar alte Batterien/ Glühbirnen am Strand gefunden. Die Natur ist grün wenn sie atmen kann, in Mumbai waren die  Bäume grau, weil sie vor lauter Smog eben nicht atmen können…und Tiere, ich hab mich gefragt warum wir so wenig zu sehen bekommen. Meine Einschätzung ist, das die Menschen sich zunehmend ausgebreitet haben und fast nichts mehr an Platz für die Tiere da ist. Die übrig gebliebenen leben dann in Reservaten und wenn auch dieser Lebensraum mehr und mehr eingeschränkt wird dann passiert das was in Mumbai gerade passiert ist mit dem Leoparden der ein Kind Zeitgenossen hatte. Mein Fazit wäre und bitte nicht lachen: Modi soll einen Putztag ausrufen und wenn jeder was macht dann wäre schön viel geschafft. Voraussetzung sie bräuchten sammelplätze und ein Konzept was man mit dem Mist macht. Und zweitens gehört jedem Inder einen Knoten in den Pimmel gemacht🙈🙈 oder die 1Kind Politik…die würde nicht lange funktionieren aber besser wie gar nichts….

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