Im Winter am Polarkreis

Autor: Jeannette (Seite 5 von 15)

Theyyam Ritual Theater & Ayurveda

Unseren letzten Tag in Kannur begannen wir recht gemütlich, denn es stand nicht viel auf dem Programm als Ausruhen und Entspannen sowie am Abend das theyyam Ritual Theater. Nachdem uns Indu wieder ein reichhaltiges und leckeres Frühstück gemacht hatte brachte mich Gerhard mit dem Scooter zum Massagestudio. Die Ayurveda Massage war super, ich hatte vorher angegeben sie darf ruhig fester zupacken und das hat sie auch gemacht. Und das war eine Ganzkörper Massage angefangen wirklich von Kopf bis zu den Zehenspitzen mit sehr viel Öl, welches ich in mehreren Zyklen abwaschen musste. Eine tolle Erfahrung. Den Weg zurück bin ich dann gelaufen und hab mich noch ein bisschen hinreißen lassen dem Treiben auf der Straße und bei den Geschäften, wo Arbeit verrichtet wurde z.b von Schlossern zuzuschauen.

Ein bisschen Strand, Sonne und lauwarmes Wasser konnten wir auch noch genießen und dann haben wir uns fertig gemacht um zum theyyam Ritualtheater zu kommen. Hierzu würden wir mit der Rikscha abgeholt und der Fahrer brachte uns zu einem kleinen Schrein irgendwo am Rand der Stadt. Wir mussten die Schuhe ausziehen und konnten auf Stühlen warten bis es endlich los ging. Ich hatte schon befürchtet, wir müssten im Schneidersitz sitzen….das ist ja nicht lange aushaltbar, jedenfalls nicht für mich. Aber dem war ja nicht so und später standen wir mehrheitlich bzw. waren auch mittendrin.

Ein theyyam Ritualtheater findet man nur im Norden Kerala’s. Weiter im Süden haben sie andere traditionelle Tänze bzw. Kampfrituale. Bei solch einem Ritual wird ein besitzergreifender böswilliger Geist herbeigerufen, besänftigt und zum Schluss zu einer beschützenden macht umgewandelt die den Gläubigen Segen erteilt. Das wird mit sehr viel Trommeln und Gesang begleitet, was sehr laut ist aber auch in einen transeartigen Zustand kommen kann. Wir waren bei einem kurzen Ritual dabei aber die grossen in den Tempeln, die übrigens oft nicht für Ausländer besichtigbat sind, können bis zu 25h gehen. Da war ich froh das wir einen kleinen erwischt hatten😉, welcher auch schon einen beeindruckenden Einblick in die Kultur gegeben hatte. Zum Schluss bekamen wir noch einen heißen indischen Tee mit Bohnen die auf einem Bananen Blatt serviert wurden.

Dann haben wir uns noch von unseren echt tollen Gastgebern verabschiedet, denn am morgen wollte uns der Rikscha Fahrer um 04:00 abholen um zum Bahnhof zu fahren, von wo aus es dann nach Alleppey gehen sollte und zwar mit dem ganz normalen Bummelzug ohne Reservierung und Air condition, da wir ja immer noch erklältet sind….

Shoppingtag in Thalessary

Nachdem wir uns ja gestern ausgeruht hatten wollten wir ein bisschen sehen und vor allem unsere Gastvater warb dafür, das wir nach Thalessary fahren um Malabar Pfeffer oder andere Gewürze im Laden des Freundes einzukaufen. Das hörte sich gut an und so haben wir nach einem wirklich mega feinen Frühstück von Indu uns nach Thalessary aufgemacht. Leider hat der Scooter heute keinen guten Job gemacht und ständig ging er aus und Gerhard hatte alle Mühe mit ihm um ihn wieder an zu bekommen….nicht ganz ungefährlich, denn das Fahren hier ist nicht so einfach wie bei uns daheim…. Linksverkehr das ist das eine aber die nehmen keine Rücksicht hier und wenn der Scooter dann mitten auf der Straße ausgeht ja dann ist es ratsam schnell wieder in die Gänge zu kommen.

Aber irgendwie ging es. Hier geht es grundsätzlich etwas gemächlicher zu und es ist nicht ganz soviel Verkehr. In Thalessary mussten wir uns erstmal durchfragen bis wir beim Laden des Freundes ankamen…es war schon etwas seltsam das wir kurz bevor wir dann den Läden tatsächlich erreichten und nochmals fragten es nur noch hieß, Paj nur noch 100m dann auf der rechten Seite dann haben wir unser Ziel erreicht. Das hatte sich wohl rumgesprochen das zwei Gringos den Läden Paj suchten. Wir haben nicht schlecht gestaunt und erstmal herzlich gelacht……

Nachdem wir genügend von diesen und jenen Gewürzen eingekauft hatten ging es weiter…einmal in Shoppinglaune wollten wir uns die besseren Läden anschauen um zu vergleichen da wir ja bisher nur auf Märkten in Goa und Mumbai unterwegs waren. Und siehe da, es gab tolles zu entdecken und auch zu kaufen. Und mit vollem Rucksack ging es zurück nach Kannur um meine Bluse für den Sari abzuholen. Leider war die Bluse etwas zu klein geraten aber das hättet ihr sehen sollen, eins fix drei hatte die Schneiderin die Bluse geändert und die halfen mir noch mit dem Sari so daß ich es einmal zusammen sehen konnte. Mir gefällt es…

Dann wollten wir eigentlich noch etwas schwimmen gehen aber dafür war es dann doch zu spät und so konnten wir noch etwas ausspannen vor dem Abendessen, welches wieder mega fein war und da wir uns mehr Schärfe gewünscht hatten war es heute super so wie wir es mögen, ja auch ich lerne gerade etwas schärfer zu Essen…

Morgen gibt es für mich eine Ayurveda Massage und anschließend werden wir uns ein theyyam Ritualtheater anschauen, das ist nur hier zu sehen und soll sehr besonders sein…ich freu mich schon..

Kannur und Engelchen

Die Fahrt mit dem Nachtzug war etwas unruhig, da wir dieses Mal zwar oben und unten als Liegeplätze hatten jedoch die Plätze an der langen Seite, die haben wir in Europa gar nicht zumindest meine ich das. Die waren jedoch etwas schmäler und so war der Schlaf nicht ganz so erholsam zumal sich ja Gerhard etwas erkältet hat. Der Zug hatte 1,5h Verspätung und als wir in Kannur eintrafen war er pünktlich wie angekündigt um 07:00 da.

Dann haben wir uns eine Rikscha organisiert, das ist ja zum Glück sehr einfach. Die stehen überall rum und dann verhandelt man den Preis und dann kann es auch schon losgehen. Erstmal zur Unterkunft, wo wir zumindest unser Gepäck abgeben konnten und dann sind wir losgezogen um die Gegend zu Erkunden. Das Wetter war leider das erste Mal nicht ganz so perfekt, es tröpfelte etwas und von der Sonne war auch nicht zu sehen. Man merkt das erst wenn es mal anders ist. Beim Erkunden haben wir dann festgestellt, wir wohnen etwas ungünstig und so haben wir Ausschau nach einer Bleibe näher am Strand gehalten. Beim Frühstück blätterte ich in unserem Reiseführer rum und eine Beschreibung von einem Beach Resort sprach uns an und so haben wir uns flugs eine Rikscha herbeigezaubert und ab dort hin. Puh, das war vielleicht nee Rikscha, die kam gar nicht die winzigen Hügel hoch…..in der Nähe des Resorts angekommen meinte Gerhard wir müssten noch durchs Wasser stapfen um an die andere Seite zu gelangen und so über Felsen krabbeln…na das war ja was für mich, hihi eben nicht. Und als wir so auf den Felsen rumturnten sprach uns ein Mann von seinem eingezänten Grundstück an, ob wir Hilfe bräuchten. Nachdem wir dann gemeint haben wir wollten zum Kannur beach resort schauen ob wir ein Zimmer bekommen meinte er, wir könnten auch bei ihm schauen. Er sei das blue mermaid homestay und sie haben noch was frei. Okay, anschauen kann man ja….also haben wir es uns angeschaut, Preis verhandelt und noch nach einem Scooter gefragt ob er diesen sofort organisieren kann. Klar kann er und do waren wir uns kurzerhand einig geworden und wollten am nächsten Morgen zu ihm umziehen. Dann kam ein Rikscha Fahrer der sich als der Scooter Vermieter entpuppte und dann fuhren wir noch zum Haus vom Rikscha Mann wo wir ins Haus gebeten wurden, Tee und eigene Gartenbananen bekamen, die kleinen süßen und dann den Scooter. Schon sah der Tag anders aus und wir fuhren zurück zum Hotel um noch etwas Schlaf zu bekommen. Später nachdem wir uns ausgeruht hatten fuhren wir noch nach Kannur rein und haben für mich eine Schneiderei gesucht um meinen Sari mit einer Bluse und einem Unterrock zu komplettieren. Gesicht und gefunden…dann noch ein leckeres Nachtessen in einem kleinen schmalen Restaurant, wo ich in 2 jungen Bedienungen Fans gefunden habe….es ist halt so, überall wo wir hinkommen werden wir bestaunt und man möchte Fotos mit uns. Das ist ja auch okay und hier in Nordkerala sind eh so wenige Touristen, da fallen wir umso mehr auf.

Am Morgen wollten wir noch ein Frühstück haben aber der Hotelbesitzer meinte seit Corona hat er seine Küche zugemacht und unter der Woche serviert er zwar Frühstück aber das kauft er zu. Heute ist Sonntag und da hat nix auf. Okay also direkt auschecken und später etwas finden….dann klopfte es an unserer Tür und er meinte er würde etwas organisieren, einfache Dosas und noch etwas Tee…wow, da haben wir uns gefreut. Wie freundlich und es war mega lecker. Die Dosas (Fladen, so ganz dünne Omeletts aus Reismehl, so denke ich) sind eher weniger gewürzt dafür dann aber das Curry oder wir hatten dann Dal (Linsen) dazu. Das ganze Frühstück (4 Dosas mit dem Dal und eine ganze Edelstahlkanne voll heißem schwarzen Tee mit Milch) für 100 Rupies, das sind 1,20 Euro….irre. Und dann sind wir sehr sehr indisch mit all unserem Gepäck, das sind 2 grosse Rucksäcke und ein kleiner auf den Scooter gestiegen und zum Blu mermaid homestay gefahren….sehr abenteuerlich aber wir haben es geschafft. Und da nun auch ich etwas erkältet bin haben wir nach der Ankunft in unserer neuen Unterkunft nur noch eines im Sinn gehabt… Ausruhen. Und das am Besten am Strand und im warmen Wasser. Dann haben wir ein schönes Schattenplätzchen für uns gefunden und ihr glaubt es nicht….der Strand nur für uns alleine…..wow, das tat gut.

Am Abend hat uns Indu noch ein leckeres keralisches Essen zubereitet und dann nur noch ab ins Bett. Aber nicht ohne eine Einladung zur Hochzeit von Indus Tochter erhalten zu haben, die nächstes Jahr im Mai sein wird. Wir seien ihre Gäste und müssten nur den Flug selber zahlen, für alles andere sei gesorgt. Hmm das ist ja was hier in Indien, sie sind wirklich sehr gastfreundlich.

Unser letzter Tag in Goa

Unseren letzten Abend haben wir zusammen auf Eknath’s tollem roof top verbracht, wo wir zum Abendessen wieder einmal die leckeren Früchte Indiens genossen haben. Die haben wir eben noch auf dem Markt in Mapusa gekauft. Zu uns gesellten sich am soäten Abend noch ein Kunde von Eknath, ein reicher Hotelbesitzer aus Dehli (5 Sternchen), der irgendwie nur in der Weltgeschichte herumreist und dann ab und zu Yoga Stunden nimmt. Er hatte dann noch im Schlepptau eine neue Freundin (anscheinend wechselt er diese häufiger) und eine Deutsche. Claudia aus Waldshut-Tiengen…na wer hätte das gedacht, die Welt ist doch wirklich klein. Sie kennen sich wohl schon etwas länger, da sie vor 8h Jahren ein 2 jähriges sabbatical in Mumbai bzw. Indien hatte. Nun ist sie wieder hier um Geschäftsbeziehungen aufzubauen, da sie ein eigenes Modelabel gründen will für Wäsche aus handgefertigten Stoffen aus Indien…nun wir haben bis 2Uhr nachts uns angeregt über alles mögliche unterhalten. Und am Schluss hieß es morgen treffen wir uns zum Lunch und anschließend geht es noch zum Beach.

Und so war es dann auch, nachdem wir dann endlich ausgeschlafen hatten und schon Mal alles zusammen gepackt hatten ging es zum Lunch. Vorher gab es aber noch einen tollen Smoothie in einem super Strandresort wo der super Reiche abgestiegen war. Dann ging es mit Mopped/Scooter zu einem kleinen lokalen Restaurant wo es wieder Fisch Thali gab. Mega lecker…. anschließend sind wir noch zu einem Zuckerrohr Strassenverkäufer….wow so frisch gepresst, ein echter Genuss. Aber wir waren etwas skeptisch wegen möglichem Durchfall, der blieb aber aus. Ist schon etwas gefährlich so ohne Kochen….Cook it, peel it oder forget it…das ist die Devise. Anschließend durften wir die geliehene Royal Enfield fahren und Vikram fuhr dann unseren Scooter, coole Sache das Motorrad denn das ist das Motorrad von Indien… Gerhard war happy. Dann waren wir an zwei wirklich schönen Stränden und die Fahrt bis dahin war wirklich sehenswert…Reisfelder, Dörfer und schöne Ausblicke auf die Buchten gab es zu sehen.

Dann mussten wir uns verabschieden und auf den Zug. Eknath kam mit uns da er den Nachtflug nach Mumbai nehmen wollte und somit den gleichen Weg hatte. Es war eine tolle Zeit mit ihm und seiner Familie. Und auch wenn ich mich jetzt auf Zweisamkeit freue werde ich es auch ein wenig vermissen. Das ist ein ganz anderes Erleben eines Urlaubslandes mit Familienanschluss…es ist halt wirklich ein eintauchen in das Leben der Einheimischen. Wir sehen ihn am 21. wieder, da wir dann von Kochi nach Mumbai fliegen um den letzten Tag bei der Familie zu sein. Aber jetzt geht es mit dem Nachtzug nach Kannur/ Kerala.

Goa

Nun sind wir schon ein paar Tage hier in Assagao und genießen bei Eknath die Zeit. Wir waren an verschiedenen Stränden, haben uns rote Felsklippen und die Ruine einer portugiesischen Festung, einen Tempel und eine Gewürzfarm angeschaut. Lecker gegessen haben wir auch, das berühmte Thalia welches man nur zum Mittagessen bekommt und aus Reis mit vielen kleinen Schälchen wo es Curry, Saucen, Chutney, Gemüse etc. gibt je nachdem ob es ein vegetarisches, Fisch oder Fleisch Thali ist. Eknath hat auch gekocht, dafür hatte er uns die Einkaufsliste per WhatsApp geschickt die wir dann in Mapusa ( ausgesprochen Mapsa) auf dem Markt versucht haben zu erfüllen. Gar nicht so einfach…was sind Lady Finger? Nun weiß ich es, Ocra…war sehr lecker was er zubereitet hat und dazu gab es Chapati. Der Markt in Mapusa ist super, da findest du alles aber wirklich alles…. Kleider, Töpfe, Gemüse, Obst, Bettlaken, Schuhe, Gewürze eben alles. Und jeder quatscht einen an, er hätte den besten Preis und die beste Qualität. Manchmal sehr anstrengend sie zu überzeugen das wir nichts wollen und wenn doch mal nicht übers Ohr gehauen zu werden….aber es macht auch irgendwie riesig Spaß.

Und dann gibt es immer Freunde, Geschäftsleute die zu Eknath kommen oder die wir zum Lunch treffen. Und besondere Gäste die wir hier getroffen haben sind Yvonne und Marcello. Mit ihnen haben wir zu Mittag gegessen und wollten dann noch den Anjuna Flohmarkt besuchen, aber als wir da ankamen hatte der gerade zugemacht. Ich hatte gelesen, das der ganz super sein soll. Von der Hippie Szene mal vor vielen Jahren ins Leben gerufen und nun wohl eine Institution…. vielleicht das nächste Mal.

Um hier unterwegs zu sein, haben wir uns einen Scooter gemietet und ich muss echt sagen, der Verkehr und die Straßen sind eine echte Herausforderung…ich hatte mir eigentlich vorgenommen auch zu fahren aber das ist hier nicht so easy…

Heute bleiben wir noch den Tag über in Assagao und treffen zum Lunch hier noch einen Geschäftsmann, dem Eknath Yoga Stunden gibt und dann wollen wir heute Abend mit dem Nachtzug weiter nach Kannur. Das ist dann der Bundesstaat Kerala und dort soll es das beste Essen von ganz Indien geben, bin gespannt. Eknath fährt nach Mumbai zurück und ihn und die Familie werden wir zum Abschluss noch einmal sehen.

Auf nach Goa

Am Montag haben wir den Zug nach Assagao genommen. Sehr komfortabel, 2te Klasse, 4er Schlafabteil mit Air condition. Alles andere ist nicht zum Aushalten….es ist schon gut warm hier. Die Fahrt war spannend, wir sind an vielen Reisfeldern vorbei gefahren und ich möchte diese Arbeit in der Hitze nicht machen…nach einer langen Fahrt waren wir dann am Abend in der Wohnung von Eknath und Aradna angekommen. Sie ist leider nicht hier, sondern arbeitet seit ein paar Monaten in Griechenland. Sehr gepflegte Wohnung und das Highlight ist ein Roof top…noch ein paar frische Früchte gefuttert und dann ging es ab zum Ausruhen um für den nächsten Tag gerüstet zu sein.

Mumbai und seine Bewohner

Die Anreise war dieses Mal nicht ganz so beschwerlich. Martin brachte uns zum Flughafen nach Basel und dann ging es erstmal nach München bevor es dann weiterging nach Mumbai. Insgesamt war die Reise mit 10h und Zwischenstopp recht kurz zumindest verging die Zeit schnell. Wir kamen aber erst gegen 24:00 Uhr an, da es ja noch die Zeitverschiebung von 4,5h gibt.  Und bis wir dann durch die Einwanderungskontrolle waren, war es dann schon 01:30. Dann einen Uber schnappen bzw. buchen und auf zu den Freunden von Gerhard. Dort angekommen wurden wir herzlich von der Oma und vom Sohn des Hauses begrüsst. Der Freund und seine Frau waren schon schlafen, da er ein Blumengeschäft hat und jeden Morgen um 03:00 Uhr aufstehen muss. Aber es war ja ein langer Tag und daher sind wir auch recht schnell ins Bett gegangen um etwas auszuruhen.

Die ersten Tage in Mumbai waren sehr erlebnisreich. Zum einen weil das Eintauchen in das indische Leben sehr intensiv war und zum anderen weil Mumbai alle Superlative mit sich bringt. 12 Millionen Menschen, das ist eine Hausnummer…diese Stadt schläft nie…immer Lichter, Gehupe vom Verkehr, Stimmen etc. Der Verkehr alleine ist so eine Herausforderung, die kennen da nix..aus dem Weg jetzt komm ich….und das wird durch ständiges Gehupe ausgedrückt, einfach reinfahren, überholen, irre. Es gibt tatsächlich hier und da Ampeln und auch Fahrspuren aber die sind mehr oder weniger nur Show. An jeder Ecke finden sich Essensstände, Verkaufsläden oder man verkauft einfach auf rollenden wägen irgendwas .. Zuckerrohr, Kleider eben einfach alles. Die Familie versicherte uns das alle Arbeit haben wenn sie wollen, denn hier findet jeder was…klar die Schere geht weit auseinander. 60% leben in Slums und beim Rest da findet sich alles, von der mega Villa bis hin zu schlichten Wohnblocks. Die Einblicke in den Gesprächen mit der Familie waren unglaublich, ich kann jetzt nicht alles hier aufschreiben aber ich hab den Eindruck gewonnen das es gerade dieser Familie gut geht. Es wird hart gearbeitet, Santos hat ein eigenes Blumengeschäft mit 5angestellten und die Corona Zeit war sehr herausfordernd da er seine Arbeiter nicht entlassen hat so wie eigentlich die meisten. Mega spannend war dann noch die Zeremonie die Eknath (Yoga Guru) einem mega reichen Mogul (Britannia industries) der in Mumbai seit Generationen lebt in seinem Privathaus gegeben hat. Wir durften dabei sein, irre.

Zum Essen muss ich auch noch was sagen. Das Frühstück startet in Indien immer mit ein paar Nüssen und ein paar frischen Früchten. Dann geht es weiter mit warmen Brei oder scharfen hühnchenhackfleisch mit Brot und einem Chai Latte…. lecker. Immer spicy aber ich gewöhne mich so langsam daran. Unterwegs ist man mit Uber (das ist so was wie ein Taxi, viel günstiger und eine private Company) und das bestellt man sich dann über eine App. Abenteurlich aber man sieht ungemein viel wenn man sich so fortbewegt. 24 mio. Autos, Rikscha’s oder Scooter bewegen sich in Mumbai, unvorstellbar aber es ist so… Die Temperaturen sind so um die 27grad in der Nacht und am Tage dann so um die 37grad. Die Luftfeuchtigkeit kommt dann ja noch dazu, aber auch das ist was an das man sich mit der Zeit gewöhnt.

In Mumbai haben wir uns das Gateway to India angeschaut, die Elephanta Islands auf der es Höhlen gibt wo Shiva gehuldigt wurde. Man fährt dort mit einem Boot gut eine Stunde hin und steigt den Berg etwas rauf um zu den höhlen zu gelangen. Wenn man zurück kommt, kann man ganz gut sehen wozu das Gateway to India gebaut wurde. Ankommende Staatsträger wurden so der rote Teppich ausgerollt für die Begrüßung in Indien. Früher kam man ja nicht mit dem Flugzeug an sondern per Schiff. Den berühmten Crawford Market haben wir auch besucht Dort bekommt man alles was das Herz begehrt. Ich habe mich dann von den tollen Stoffen hinreißen lassen und mir eine typische 3teilige indische Rock/Hose/ Schal Kombination gekauft aus einem feinen Stöffchen. Und Dhobi Gat, die Waschküche Mumbai’s haben wir auch noch angeschaut, da wird Wäsche gewaschen aber auch gefärbt. Die Menschen verdienen so ca. 500 Rupies am Tag, das entspricht so ungefähr 6euro…das ist nicht viel aber es reicht für das Notwendigste.

Um uns für die tolle Gastfreundschaft zu bedanken haben wir dann alle zu einem All you can eat barbecue eingeladen, puh ich kann euch nicht sagen wie toll das war, das muss man erleben und genießen diese Geschmacksexplosionen……

Sister dag i Sverige

Die Zeit vergeht wie immer im Flug und eh man es sich versieht ist man am Ende seiner Urlaubstage angelangt.

Ich allerdings werde noch etwas länger an diesen Urlaub denken, denn bei unserem nächtlichen Gelage mit den Detmoldern hab ich mir eine saftige Erkältung eingefangen. Sicher, der Körper war von der Anstrengung angeschlagen und ich hätte besser aufpassen müssen. Nun jetzt hab ich den Salat….Trotzdem nützt es ja nichts zu jammern bzw. das was man tun muss, muss eben gemacht werden. Doch jetzt sind wir auf dem Campingplatz in Malmö und alles ist für die morgige Fahrt nach Hause mit Zwischenstopp in Hannover bei Michi und seinen Mädels gerichtet und nun mach ich doch schlapp. Schade wie wollten so gerne noch nach Malmö rein und den letzten Abend bei einem gemütlichen Abendessen genießen. Da es ja hoffentlich nicht das letzte Mal ist das wir hier sind so hoffe ich können wir das nachholen.

In der Nacht hatte es hin und wieder geregnet und trotzdem lachte die Sonne am Morgen um die Wette. Wie schön, da wir auch früh aufgestanden sind um alles zu richten. Nach einem guten Frühstück ging es auch schon los und unsere erste Station sollte eine Handverksbutik mit Cafe werden, die leider geschlossen hatte trotz anderer Öffnungszeiten des Buches. Naja das ist evtl. eine Nachwehe von Corona, das nun andere Einnahmequellen gefunden wurden und für die Touristen nicht mehr alle Zeit da ist. In dem Gebiet vom Åsen genau auf der Straße, wo die brücke den See in 2 Teile teilt sind wir auch schon vor 8 Jahren unserer ersten Radtour nach Jönköping geradelt. Eine schöne Landschaft die man immer wieder anschauen kann. Nach 2 weiteren Stopps, einmal einer tollen alten Fischfangbrücke und einem Naturreservat ging es nochmal nach Lund rein und dann nach einem weiteren Stopp im ICA Maxi, wo wir uns noch mit einigen schwedischen Produkten eingedeckt hatten. Dann ab zum Campingplatz, alles ordnen und nun liege ich hier flach im Bett rum und hoffe auf schnelle Besserung. Martin ist dann doch noch mit dem Rad nach Malmö um etwas zu essen bzw um von der Stadt einen Eindruck zu bekommen. Es hat ihm gefallen und geschmeckt.

Es war wieder toll und dadurch das wir die weite Anreise zur verrückten Rundtour um den Vättern mit ein paar schönen Urlaubstagen verbinden konnten auch alles halb so wild. Und wer weiß, wann wir wieder kommen. Es gibt noch soviel zu entdecken und das Radrennen ist doch was ganz besonderes. Es war auch toll den Bus gehabt zu haben so konnten wir doch viele Abstecher machen die mit dem Rad so ohne weiteres nicht möglich gewesen wären.

Zuckerstangen & Wald & unzählige Seen

Die Nacht war mega kalt und da es doch gestern etwas später wurde kamen wir heute morgen irgendwie nicht aus dem Knick. Zumal das Nachholen des Blogs und die Hausaufgaben für den Schwedischkurs auch noch etwas Zeit in Anspruch nahm. So starteten wir erst weit nach 11:00 zusammengepackt mit dem Bus in die Stadt auf den Parkplatz um dort noch etwas den Zuckerstangen- Herstellern zuzuschauen und um auch noch etwas vom dem Süsskram mitzunehmen. Eine geschäftige Stadt ist Gränna und wir finden es ist immer ein Stopp wert. Nachdem wir dann noch eine Waffel mit leckerem Eis verspeist hatten ging es dann los nach Eksjö. Dort sollte Schwedens besterhaltene Altstadt mit den typischen Holzhäusern geben und bei den anderen Schwedenbesuchen sind wir dort immer nur daran vorbeigefahren.

Eksjö ist wirklich ganz bezaubernd und hat uns sehr gut gefallen. Toll erhaltene Holzhäuser und eine sehr gut gepflegte Stadt. Das ist allerdings fast überall so, hier ist alles meistens bestens gepflegt und die Schweden sind nach wie vor Weltmeister im Rasenpflegen bzw. Grünanlagenpflegen. Nur was uns aufgefallen ist, der Aufsitzrasenmäher ist dem kleinen automatischen Rasenmäher gewichen. Der flitzt nun in fast jedem Garten herum. Nachdem wir durch Eksjö geschlendert sind ging es weiter nach Vaxjö, wo wir eigentlich den Campingplatz nehmen wollten. Auf dem Weg dorthin haben wir dann noch einen kurzen Zwischenstopp eingelegt bei einem alten Jagd-Schlösschen, naja gut der Ruine und dem was davon eben noch übrig geblieben ist.

Da wir es irgendwie dann schon recht spät hatten und der Campingplatz in Vaxjö an einem Bad angegliedert war, vermuteten wir das die auch um 17:00 schließen und so fuhren wir doch noch weiter zum Åsensee wo wir auf unserer ersten Schwedenreise durchgeradelt sind. Hier in Småland ist es sehr waldig und egal wo man in Schweden hinschaut….immerzu nimmt man schon wieder Wasser wahr. Irre, wie viele Seen sie hier haben. Einer schöner wie der andere. Nun sind wir in Ursult Campingplatz mit selbsteinchecken gelandet, direkt am Wasser. Sehr schön….aber das Wasser von unten reichte nicht aus denn kaum hatten wir das Abendessen fertig kam ein richtiger Schauer der recht lange anhielt.

Nun, wir saßen trocken und gemütlich im trockenen Bus. Bei Julius Eichendorf.. für diejenigen die ihn nicht kennen. Der kulinarische Detektiv aus dem Ahrtal. Gesprochen von Jürgen von der Lippe. Einfach herrlich 😉

Kyrka och Gårdsbutiken

Nachdem wir uns dann gut ausgeruht hatten, den Bus wieder beladen hatten ging es nun erstmal Richtung bekanntem Terrain von der Radfahrt. Diesmal gab es aber keinen Abstecher nach Vadstena sondern wir wollten ein paar Kirchen anschauen die im Reiseführer als sehenswert markiert waren. Und so war es dann auch, eine interessanter wie die andere. Schön gelegen und auch gepflegt. Dann haben wir uns noch eine alte Klosterruine um 1200 erbaut in Alvastra angeschaut. Dann ging es mit etlichen Zwischenstopps an kleinen Verkaufsstellen nach Gränna. Zwischendurch haben wir dann eine kleine Fähre genommen bei der Insel Torpön. Die muss man sich auch merken, mega schön und ich glaube man kann dort super Angeln…..Auf dem Campingplatz dann in Gränna angekommen funktionierte der Strom nicht und da wir schon in Motala keinen hatten mussten wir dann dreimal bei der Reception vorbei um schlussendlich doch den Platz zu wechseln. Unsere Nachbarn aus Detmold, zur gleichen Zeit angekommen erging es nicht anders und so haben wir für sie gerade auch noch alles mitgeregelt. Ein älteres Paar, ursprünglich aus Kirgisien stammend aber schon vor gut 30Jahren nach Deutschland gekommen Noten uns dann noch ein frisches Detmolder Bier 🍺 an und aus dem wurden dann noch ein schwedisches Mariestad und nochmal ein Detmolder. Haben uns nett unterhalten und sind dann um Mitternacht mal ins Bett gekrochen.

Die Nacht war kalt und dafür hat aber die Sonne uns schon gegen 6Uhr wach geküsst. Aber ich habe immer noch einen Brummschädel. Mal schauen was der Tag heute bringen wird🐞

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